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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Geist des Herren ruht auf dir,
der von dir geboren wird, wird heilig sein.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Evangelium nach Johannes 6,30-35

Sie entgegneten ihm: Welches Zeichen tust du, damit wir es sehen und dir glauben? Was tust du?

Unsere Väter haben das Manna in der Wüste gegessen, wie es in der Schrift heißt: Brot vom Himmel gab er ihnen zu essen.

Jesus sagte zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Nicht Mose hat euch das Brot vom Himmel gegeben, sondern mein Vater gibt euch das wahre Brot vom Himmel.

Denn das Brot, das Gott gibt, kommt vom Himmel herab und gibt der Welt das Leben.

Da baten sie ihn: Herr, gib uns immer dieses Brot!

Jesus antwortete ihnen: Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Hier sind, Herr, deine Diener,
uns geschehe nach deinem Wort.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Im gestrigen Evangelium antwortete Jesus auf die Frage der Menge „Was müssen wir tun, um die Werke Gottes zu vollbringen?“ (V.28): „Das ist das Werk Gottes, dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat“. Die Jünger fragen weiter: „Welches Zeichen tust du, damit wir es sehen und dir glauben? Was tust du?“ Angesichts der Brotvermehrung, die er schon gewirkt hatte, erscheint diese Frage ungerechtfertigt und vorgeschoben. Tatsächlich zielt die Frage darauf ab, ein noch außergewöhnlicheres Zeichen zu erhalten, das ihn als den Gesandten Gottes beglaubigt. Vielleicht erwarteten sie, dass Jesus das Problem der Ernährung nicht nur für die fünftausend löste, die in den Genuss des Wunders gekommen waren, sondern für das ganze Volk Israel, wie es damals mit dem Manna geschehen war. Denn die Erinnerung an das Manna war in der Überlieferung Israels ausgesprochen lebendig geblieben und oft erinnern die Bücher des Alten Testaments daran. Für die Ankunft des Messias erwartete man, dass dieses Wunder sich wiederholte. Jesus erwidert, dass es nicht Mose ist, der das Brot vom Himmel gegeben hat, sondern „mein Vater gibt euch das wahre Brot vom Himmel. Denn das Brot, das Gott gibt, kommt vom Himmel herab und gibt der Welt das Leben“. Wenn Jesus vom „wahren Brot“ spricht, deutet er das Manna als Vorzeichen des neuen Brotes. Dieses neue Brot, „das Brot, das Gott gibt“, das vom Himmel kommt, ist Jesus selbst. Doch die Zuhörer haben die Worte Jesu noch nicht in der Tiefe verstanden. Vielmehr gehen sie bei der Deutung dieser Worte von sich selbst aus, von ihren Bedürfnissen und Instinkten. Sie verstehen nicht, was Jesus wirklich sagen will. So geht es auch uns, wenn wir die Worte des Evangeliums nicht in der Tiefe erfassen. Dies geschieht, wenn wir diese Worte auf unseren Horizont verkleinern wollen, ohne zu verstehen, dass sie uns aufrufen, ihn zu überwinden und zu einem spirituellen Verständnis der Bibel zu gelangen, zum Lesen der Schrift in einer Atmosphäre des Gebetes. Die Heilige Schrift will mit einem Herzen gehört werden, das sich vom Herrn berühren lässt. Ohne die Bereitschaft zum Hören, ohne die Anrufung des Geistes vor der Schriftlesung laufen wir Gefahr, vor uns nicht den Herrn zu haben, der zu uns spricht, sondern unser eigenes Ich, das uns eher im Weg steht. Die Bitte der Jünger ist richtig: „Gib uns immer dieses Brot!“ Tatsächlich aber klingt sie falsch, wie es im Übrigen auch bei Nikodemus und der Samariterin am Brunnen der Fall war. Angesichts des Unverständnisses der Jünger bekräftigt Jesus klar und feierlich: „Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben“. Jesus bemüht in gewisser Weise alle Vergleiche, nur um die Größe seiner Liebe zu uns auszudrücken. Er ist das wahre Brot, das wahre Leben, die Wahrheit, das Licht, die Tür, der gute Hirte, der Weinstock, das lebendige Wasser … er ist die Auferstehung.


20/04/2010
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