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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom

Gebet für die Einheit der Kirchen. Besonderes Gedenken an die Christen in Europa und Amerika.


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das ist das Evangelium der Armen,
die Befreiung der Gefangenen,
das Augenlicht der Blinden,
die Freiheit der Unterdrückten.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Evangelium nach Markus 3,22-30

Die Schriftgelehrten, die von Jerusalem herabgekommen waren, sagten: Er ist von Beelzebul besessen; mit Hilfe des Anführers der Dämonen treibt er die Dämonen aus.

Da rief er sie zu sich und belehrte sie in Form von Gleichnissen: Wie kann der Satan den Satan austreiben?

Wenn ein Reich in sich gespalten ist, kann es keinen Bestand haben.

Wenn eine Familie in sich gespalten ist, kann sie keinen Bestand haben.

Und wenn sich der Satan gegen sich selbst erhebt und mit sich selbst im Streit liegt, kann er keinen Bestand haben, sondern es ist um ihn geschehen.

Es kann aber auch keiner in das Haus eines starken Mannes einbrechen und ihm den Hausrat rauben, wenn er den Mann nicht vorher fesselt; erst dann kann er sein Haus plündern.

Amen, das sage ich euch: Alle Vergehen und Lästerungen werden den Menschen vergeben werden, so viel sie auch lästern mögen;

wer aber den Heiligen Geist lästert, der findet in Ewigkeit keine Vergebung, sondern seine Sünde wird ewig an ihm haften.

Sie hatten nämlich gesagt: Er ist von einem unreinen Geist besessen.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Menschensohn
ist gekommen, um zu dienen,
wer groß sein will,
mache sich zum Diener aller.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Die heutige Evangelienstelle entlarvt das eigenartige Bündnis, das oft zwischen den Verwandten Jesu (vgl. Mk 3,20-21) und den Schriftgelehrten entsteht, um die Predigt Jesu zu verhindern. Für seine Angehörigen ist Jesus verrückt, von Sinnen, er übertreibt, aber für die Schriftgelehrten ist er von einem Dämon besessen. Diese letztere Anschuldigung wiegt offensichtlich viel schwerer als die erste, denn sie stellt Jesus auf die Seite des Feindes Gottes. Ihr zufolge handelt Jesus nämlich durch die Inspiration von bösen Mächten. Doch weder Jesu Angehörige noch die Schriftgelehrten verstehen die außergewöhnliche Tatsache, dass die Menschen zu Jesus geströmt kommen, und dass sie froh, glücklich und voller Hoffnung sind. Gerade das ist es, was die Schriftgelehrten, die Pharisäer und auch seine Familie verärgert. Das Gute weckt Neid, es erschüttert falsche Gewohnheiten oder stellt einfach nur infrage, beunruhigt und nötigt dazu, Stellung zu beziehen. Diejenigen, die wie die Pharisäer oder die Angehörigen Jesu damals denken, können es nicht ertragen, dass Jesus und das Evangelium das Gleichgewicht erschüttern, das ihre Egozentrik errichtet hat. Sie akzeptieren nicht, dass das Leben ihrer Kontrolle entgleitet. Deswegen versuchen sie ihn, gerade bei der Menschenmenge in Verruf zu bringen, damit niemand mehr zu ihm kommt. Wie oft wird auch heute versucht, die Autorität der Kirche, einzelner Gemeinden oder einzelner Gläubiger mit Lügen und völlig unbegründeten Anschuldigungen zu diskreditieren! Doch Jesus widerspricht den Schriftgelehrten. Nachdem er sie mit dem Beispiel des in sich gespaltenen Hauses lächerlich gemacht hat, ruft er sie dazu auf, nicht auf ihre eigenen Kräfte zu vertrauen und sich nicht ihrer selbst sicher zu sein, denn auf diese Weise unterschätzt man das Böse und unterliegt ihm. Nur Jesus ist in der Lage, den starken Mann - das Böse - zu fesseln und sich so nicht vom Bösen verhöhnen zu lassen. Dies hatten die Armen, die Kranken und die Sünder bemerkt und deshalb suchten sie ihn, denn sie vertrauten auf sein Mitleid und seine Kraft. Dies ist eine große Lektion auch für uns, die wir so oft von einer falsch verstandenen Unabhängigkeit versucht werden und unfähig sind, Gott um Hilfe anzurufen.


24/01/2011
Gedenken an die Armen


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