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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom

Dienstag der Karwoche
Gedenken an die Missionare, die den Märtyrertod starben. Jahrestag der Amtseinführung von Papst Benedikt XVI. Die Juden feiern den Beginn der Paschazeit.


Lesung des Wortes Gottes

Lob sei dir, Lob sei dir, oh Herr,
König der ewigen Herrlichkeit.

Ihr seid ein auserwählter Stamm,
ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk,
ein Volk, das Gott erworben hat,
um seine Wunder zu verkünden.

Lob sei dir, Lob sei dir, oh Herr,
König der ewigen Herrlichkeit.

Das Evangelium nach Johannes 13,21-33.36-38

Nach diesen Worten war Jesus im Innersten erschüttert und bekräftigte: Amen, amen, das sage ich euch: Einer von euch wird mich verraten.

Die Jünger blickten sich ratlos an, weil sie nicht wußten, wen er meinte.

Einer von den Jüngern lag an der Seite Jesu; es war der, den Jesus liebte.

Simon Petrus nickte ihm zu, er solle fragen, von wem Jesus spreche.

Da lehnte sich dieser zurück an die Brust Jesu und fragte ihn: Herr, wer ist es?

Jesus antwortete: Der ist es, dem ich den Bissen Brot, den ich eintauche, geben werde. Dann tauchte er das Brot ein, nahm es und gab es Judas, dem Sohn des Simon Iskariot.

Als Judas den Bissen Brot genommen hatte, fuhr der Satan in ihn. Jesus sagte zu ihm: Was du tun willst, das tu bald!

Aber keiner der Anwesenden verstand, warum er ihm das sagte.

Weil Judas die Kasse hatte, meinten einige, Jesus wolle ihm sagen: Kaufe, was wir zum Fest brauchen!, oder Jesus trage ihm auf, den Armen etwas zu geben.

Als Judas den Bissen Brot genommen hatte, ging er sofort hinaus. Es war aber Nacht.

Als Judas hinausgegangen war, sagte Jesus: Jetzt ist der Menschensohn verherrlicht, und Gott ist in ihm verherrlicht.

Wenn Gott in ihm verherrlicht ist, wird auch Gott ihn in sich verherrlichen, und er wird ihn bald verherrlichen.

Meine Kinder, ich bin nur noch kurze Zeit bei euch. Ihr werdet mich suchen, und was ich den Juden gesagt habe, sage ich jetzt auch euch: Wohin ich gehe, dorthin könnt ihr nicht gelangen.

Simon Petrus sagte zu ihm: Herr, wohin willst du gehen? Jesus antwortete: Wohin ich gehe, dorthin kannst du mir jetzt nicht folgen. Du wirst mir aber später folgen.

Petrus sagte zu ihm: Herr, warum kann ich dir jetzt nicht folgen? Mein Leben will ich für dich hingeben.

Jesus entgegnete: Du willst für mich dein Leben hingeben? Amen, amen, das sage ich dir: Noch bevor der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.

 

Lob sei dir, Lob sei dir, oh Herr,
König der ewigen Herrlichkeit.

Ihr werdet heilig sein,
weil ich heilig bin, spricht der Herr.

Lob sei dir, Lob sei dir, oh Herr,
König der ewigen Herrlichkeit.

Jesus weiß gut, dass seine Stunde naht und dass der Tod nicht weit entfernt ist. Sein Herz ist übervoll von zum Teil widersprüchlichen Gefühlen. Er will nicht sterben, aber auch nicht fliehen. Jedenfalls ist jetzt die Stunde seines Weggangs aus dieser Welt zum Vater gekommen. Es ist nicht selbstverständlich, dass die Jünger weiter zusammenbleiben werden. Judas ist dabei, ihn zu verraten, obwohl sich der Meister erniedrigt und ihnen die Füße gewaschen hat. In äußerster Traurigkeit sagt Jesus zu den Zwölf: "Einer von euch wird mich verraten." Alle sind erschüttert. Der Verräter ist unter denen, die Jesus am nächsten sind. Das bedeutet, dass es bei der Nachfolge Jesu nicht nur auf die physische Nähe ankommt, sondern auf die Nähe des Herzens, die sich in der Hingabe an ihn zeigt, in der Nachfolge und darin, seine Lehre ganz und gar anzunehmen. Wir können bei Jesus bleiben, wir können auch unsere Frömmigkeit leben, unsere Riten und unsere religiösen Gewohnheiten fortsetzen, aber wenn unser Herz nicht am Wort Gottes hängt, wenn die konkrete Liebe zu den Armen nicht geübt wird, wenn es nicht die konkrete Kommunion mit den Brüdern und Schwestern gibt, dann entfernt sich das Herz, der Verstand trübt sich, und man versteht den Traum der Liebe des Herrn nicht mehr. Es ist gleichsam natürlich, in den Verrat abzugleiten. In unserem Herzen tragen wir den Kampf zwischen Gut und Böse aus, zwischen Liebe und Misstrauen. In diesen Tagen bittet Jesus uns um unser Herz. Er möchte, dass die Jünger verstehen, was mit ihm geschehen wird, doch sie, allen voran Petrus, verstehen es nicht, weil sie nicht aufmerksam zuhören. Sie lassen ihr Herz nicht berühren. Aus einem Herzen, das nicht zuhört, entsteht der Verrat. Wenn wir die Worte des Evangeliums beiseiteschieben, überwiegen unsere Worte, unsere Gedanken und unsere Gefühle. Wir sind dann sogar in der Lage, Jesus zu verkaufen. Wir müssen alle wachsam sein - auch Petrus und die anderen Jünger, die an jenem Abend bei ihm blieben und ihre Treue bis zum Tod bekundeten. Es genügen wenige Tage, und auch sie werden ihn verraten. Wir dürfen nicht auf uns selbst vertrauen, sondern müssen uns jeden Tag der Liebe und dem Schutz des Herrn anvertrauen.


19/04/2011
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