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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom

Gedenken an den heiligen Athanasius (295–373), Bischof von Alexandria in Ägypten.


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das ist das Evangelium der Armen,
die Befreiung der Gefangenen,
das Augenlicht der Blinden,
die Freiheit der Unterdrückten.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Evangelium nach Johannes 3,1-8

Es war ein Pharisäer namens Nikodemus, ein führender Mann unter den Juden.

Der suchte Jesus bei Nacht auf und sagte zu ihm: Rabbi, wir wissen, du bist ein Lehrer, der von Gott gekommen ist; denn niemand kann die Zeichen tun, die du tust, wenn nicht Gott mit ihm ist.

Jesus antwortete ihm: Amen, amen, ich sage dir: Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, kann er das Reich Gottes nicht sehen.

Nikodemus entgegnete ihm: Wie kann ein Mensch, der schon alt ist, geboren werden? Er kann doch nicht in den Schoß seiner Mutter zurückkehren und ein zweites Mal geboren werden.

Jesus antwortete: Amen, amen, ich sage dir: Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes kommen.

Was aus dem Fleisch geboren ist, das ist Fleisch; was aber aus dem Geist geboren ist, das ist Geist.

Wundere dich nicht, daß ich dir sagte: Ihr müßt von neuem geboren werden.

Der Wind weht, wo er will; du hörst sein Brausen, weißt aber nicht, woher er kommt und wohin er geht. So ist es mit jedem, der aus dem Geist geboren ist.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Menschensohn
ist gekommen, um zu dienen,
wer groß sein will,
mache sich zum Diener aller.

Halleluja, halleluja, halleluja.

In der liturgischen Zeit nach Ostern lesen wir im Evangelium des heutigen Tages den Anfang des dritten Kapitels aus dem Evangelium nach Johannes. Dort begegnen wir Nikodemus. Er ist ein einflussreiches Mitglied des Hohen Rates, ein frommer Mann ohne Vorurteile. In der Leidensgeschichte sind wir ihm begegnet als einem, der Jesus mit einem würdigen Grab ehrte. Der Evangelist Johannes zeigt ihn uns bei seiner ersten Begegnung mit dem jungen Meister aus Nazaret. In seinem Herzen war eine bemerkenswerte Achtung vor dem jungen Propheten gereift, doch er hatte Angst, dies öffentlich zu zeigen. Deshalb wollte er ihn nachts treffen. Das Evangelium gibt keine Auskunft darüber, was er den jungen Propheten fragen wollte. Er zeigte jedoch eine gewisse religiöse Hochachtung gegenüber diesem jungen „Lehrer, der von Gott gekommen ist“. Er staunte über seine Werke. Doch Jesus nimmt, ohne die Frage des Nikodemus abzuwarten, diese vorweg und sagt zu Nikodemus, dass die grundlegende Bedingung für das Heil darin besteht, „von Neuem“ geboren zu werden. Nikodemus ist ein wenig verwirrt und fragt: „Wie kann ein Mensch, der schon alt ist, geboren werden?“ Jesus zählt weder Taten auf, die zu vollbringen sind, noch nennt er eine Reihe von Vorschriften, die einzuhalten wären. Er betont jedoch, dass eine vollständige Veränderung des Lebens von Grund auf notwendig ist. Von Neuem geboren werden heißt nicht, mehr zu tun oder anders zu denken. Von Neuem geboren werden heißt, den Geist Gottes im Herzen aufzunehmen, der neues Leben schafft. Dieser Hauch des Geistes verwandelt unsere Herzen. So werden sie neu, fähig zur Liebe und fähig, etwas zu wagen, was man sich vorher nicht hätte vorstellen können. Der Pro-
phet Ezechiel schreibt: „Ich schenke ihnen ein anderes Herz und schenke ihnen einen neuen Geist. Ich nehme das Herz von Stein aus ihrer Brust und gebe ihnen ein Herz von Fleisch, damit sie nach meinen Gesetzen leben und auf meine Rechtsvorschriften achten und
sie erfüllen. Sie werden mein Volk sein, und ich werde ihr Gott sein“ (Ez 11,19–20). In jener Nacht sind diese Worte in jenem alten Pharisäer Fleisch geworden und haben ihm die Kraft eines neuen Lebens gegeben. So wurde er zum Jünger Jesu.


02/05/2011
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