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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das ist das Evangelium der Armen,
die Befreiung der Gefangenen,
das Augenlicht der Blinden,
die Freiheit der Unterdrückten.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Evangelium nach Matthäus 9,18-28

Während Jesus so mit ihnen redete, kam ein Synagogenvorsteher, fiel vor ihm nieder und sagte: Meine Tochter ist eben gestorben; komm doch, leg ihr deine Hand auf, dann wird sie wieder lebendig.

Jesus stand auf und folgte ihm mit seinen Jüngern.

Da trat eine Frau, die schon zwölf Jahre an Blutungen litt, von hinten an ihn heran und berührte den Saum seines Gewandes;

denn sie sagte sich: Wenn ich auch nur sein Gewand berühre, werde ich geheilt.

Jesus wandte sich um, und als er sie sah, sagte er: Hab keine Angst, meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen. Und von dieser Stunde an war die Frau geheilt.

Als Jesus in das Haus des Synagogenvorstehers kam und die Flötenspieler und die Menge der klagenden Leute sah,

sagte er: Geht hinaus! Das Mädchen ist nicht gestorben, es schläft nur. Da lachten sie ihn aus.

Als man die Leute hinausgedrängt hatte, trat er ein und faßte das Mädchen an der Hand; da stand es auf.

Und die Kunde davon verbreitete sich in der ganzen Gegend.

Als Jesus weiterging, folgten ihm zwei Blinde und schrien: Hab Erbarmen mit uns, Sohn Davids!

Nachdem er ins Haus gegangen war, kamen die Blinden zu ihm. Er sagte zu ihnen: Glaubt ihr, daß ich euch helfen kann? Sie antworteten: Ja, Herr.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Menschensohn
ist gekommen, um zu dienen,
wer groß sein will,
mache sich zum Diener aller.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Evangelist zeigt uns in wenigen Zeilen zwei Wunder, die Jesus vollbracht hat: die Auferstehung der Tochter eines führenden Juden und die der „blutflüssigen“ Frau. Wir befinden uns in Kafarnaum und einer der Synagogenvorsteher fällt vor Jesus nieder und fleht ihn an: „Meine Tochter ist eben gestorben; komm doch, leg ihr deine Hand auf, dann wird sie wieder lebendig.“ Sehr wahrscheinlich kennt er Jesus gut, weil er ihn regelmäßig beim Besuch der Synagoge gesehen hat, und vielleicht hat er ihn auch schon manches Mal eingeladen, das Wort zu ergreifen. Er kennt zweifellos die Güte und die Barmherzigkeit dieses jungen Propheten. Er ist schließlich die letzte Hoffnung, die ihm geblieben ist, um seine Tochter wiederzuerlangen. Dieser Mann steht für die Qual vieler Eltern angesichts des Todes ihrer Kinder. Sein Gebet birgt die vielen verzweifelten Gebete wegen des zu frühen Verlustes der Menschen in sich, die uns am nächsten standen. Dieser Mann hat jedoch einen starken Glauben: Er glaubt, dass Jesus alles vermag. Es ist der Glaube, den Jesus uns lehrt, wenn er sagt: Für Gott ist nichts unmöglich. Die Rückgabe des Lebens dieses kleinen Mädchens ist nur die Vorwegnahme von Ostern und des endgültigen Sieges des Herrn über den Tod. Jesus hört auf das Gebet dieses Vaters, steht sofort auf und macht sich auf den Weg. Im Haus des Synagogenvorstehers angekommen, fasst er das Mädchen an der Hand, erweckt es aus dem Schlaf des Todes und schenkt ihm das Leben wieder. Der Mensch ist gegenüber dem gewaltigen Bruch, den der Tod verursacht, ohnmächtig. Vertrauen wir gläubig dem Herrn diejenigen an, die ihr Leben schon als Kinder oder Jugendliche verlieren.
Lernen wir durch das Evangelium diejenigen zu begleiten, die den Schmerz des Todes ihrer Lieben erleiden, damit der tröstende Glaube an die Auferstehung wachse. Jesus hinterlässt immer Spuren auf seinem Weg. Auf dem Weg begegnet er einer Frau, die seit zwölf Jahren an Blutungen leidet und glaubt, dass es genügt, den Saum seines Gewandes zu berühren, um geheilt zu werden.
Es ist ein schlichtes Vertrauen, das sich in einer scheinbar noch schlichteren Geste ausdrückt, die noch dazu heimlich geschieht. Jesus bemerkt es, sieht die Frau und sagt zu ihr: „Hab keine Angst, meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen.“ Matthäus macht darauf aufmerksam, dass das Wort Jesu zusammen mit dem Glauben dieser armen Frau die Heilung bewirkt hat: Es muss eine persönliche Beziehung zwischen dieser Frau und Jesus geben, zwischen uns und Jesus. Es geht hier nicht um Zauberei, sondern um die liebevolle und vertrauensvolle Beziehung zu diesem außergewöhnlichen Meister. Wir müssen uns auch fragen: Ist nicht der Jünger, die christliche Gemeinschaft, der Saum des Mantels Jesu für die vielen, die Trost und Rettung suchen? Sind wir wirklich so? Sind unsere Gemeinden und Gemeinschaften wirklich so?


04/07/2011
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