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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das ist das Evangelium der Armen,
die Befreiung der Gefangenen,
das Augenlicht der Blinden,
die Freiheit der Unterdrückten.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Evangelium nach Lukas 11,29-39

Als immer mehr Menschen zu ihm kamen, sagte er: Diese Generation ist böse. Sie fordert ein Zeichen; aber es wird ihr kein anderes gegeben werden als das Zeichen des Jona.

Denn wie Jona für die Einwohner von Ninive ein Zeichen war, so wird es auch der Menschensohn für diese Generation sein.

Die Königin des Südens wird beim Gericht gegen die Männer dieser Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie kam vom Ende der Erde, um die Weisheit Salomos zu hören. Hier aber ist einer, der mehr ist als Salomo.

Die Männer von Ninive werden beim Gericht gegen diese Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie haben sich nach der Predigt des Jona bekehrt. Hier aber ist einer, der mehr ist als Jona.

Niemand zündet ein Licht an und stellt es in einen versteckten Winkel oder stülpt ein Gefäß darüber, sondern man stellt es auf einen Leuchter, damit alle, die eintreten, es leuchten sehen.

Dein Auge gibt dem Körper Licht. Wenn dein Auge gesund ist, dann wird auch dein ganzer Körper hell sein. Wenn es aber krank ist, dann wird dein Körper finster sein.

Achte also darauf, daß in dir nicht Finsternis statt Licht ist.

Wenn dein ganzer Körper von Licht erfüllt und nichts Finsteres in ihm ist, dann wird er so hell sein, wie wenn die Lampe dich mit ihrem Schein beleuchtet.

Nach dieser Rede lud ein Pharisäer Jesus zum Essen ein. Jesus ging zu ihm und setzte sich zu Tisch.

Als der Pharisäer sah, daß er sich vor dem Essen nicht die Hände wusch, war er verwundert.

Da sagte der Herr zu ihm: O ihr Pharisäer! Ihr haltet zwar Becher und Teller außen sauber, innen aber seid ihr voll Raubgier und Bosheit.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Menschensohn
ist gekommen, um zu dienen,
wer groß sein will,
mache sich zum Diener aller.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Zeichen von Gott zu verlangen ist eine alte Versuchung. Wir möchten damit vielleicht an dem rütteln, was uns manchmal wie Schweigen oder Gleichgültigkeit von seiner Seite erscheint und suchen eine Bestätigung für seine Gegenwart. Gott um ein Wunder oder ein Zeichen zu bitten, widerspricht nicht der Logik des Evangeliums. Jesus selbst lehrt, im Gebet um Gutes zu bitten. Doch im heutigen Evangelium sagt Jesus, dass der Glaube nicht von wundersamen Zeichen abhängt, die wir gern hätten. Jesus hatte ja auf den Straßen Galiläas schon verschiedene Heilungswunder und andere Zeichen gewirkt, die eindeutig auf das Kommen des neuen Reiches hinweisen. Trotzdem verharrten die meisten Menschen im Unglauben. Im Allgemeinen ist der Glaube keine Folge von wundersamen Zeichen, allenfalls ist er eine Voraussetzung, damit Wunder geschehen können. Noch heute suchen viele Menschen wundersame Zeichen zur Stärkung ihres Glaubens. Wenn etwas Außergewöhnliches geschieht, kommen viele herbeigeeilt. Wenn es zu diesen Zeichen kommt, sind sie sicher Gaben des Herrn. Doch wir müssen viel aufmerksamer als gewöhnlich für das eigentliche Zeichen werden, das der Herr für alle getan hat, das Zeichen des Jona. Die Urgemeinde las diese Worte im Licht der Auferstehung: „Denn wie Jona drei Tage und drei Nächte im Bauch des Fisches war, so wird auch der Menschensohn drei Tage und drei Nächte im Innern der Erde sein“ (Mt 12,40). Das Zeichen des Jona ist demnach die zentrale Verkündigung des Evangeliums, das Geheimnis des Todes und der Auferstehung Jesu. Dieses Zeichen anzubieten bedeutet, der Welt den Kern der Geschichte Jesu zu verkündigen. Er hat sein Leben am Kreuz dargebracht zu unserem Heil, und der Vater hat ihn von den Toten auferweckt. Dieses Evangelium ist eine gute Nachricht und viel kostbarer als die Weisheit Salomos und viel stärker als die Predigt des Jona. „Hier aber ist einer, der mehr ist als Jona“, sagt Jesus heute im Evangelium. Daher darf die Verkündigung der Auferstehung, des Sieges des Guten über das Böse, des Lebens über den Tod, der Liebe über den Hass nicht in abgeschlossenen Gruppen verborgen bleiben. Diese Verkündigung soll bei allen Menschen aufstrahlen und den Weg zur Nachfolge weisen. Alle Christen ohne Ausnahme, vom kleinsten bis zum größten, müssen Leuchter für diese Verkündigung sein.


10/10/2011
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