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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom


Lesung des Wortes Gottes

Lob sei dir, Lob sei dir, oh Herr,
König der ewigen Herrlichkeit.

Jeder, der lebt und an mich glaubt,
wird in Ewigkeit nicht sterben.

Lob sei dir, Lob sei dir, oh Herr,
König der ewigen Herrlichkeit.

Der erste Brief an Timotheus 2,8-15

Ich will, daß die Männer überall beim Gebet ihre Hände in Reinheit erheben, frei von Zorn und Streit.

Auch sollen die Frauen sich anständig, bescheiden und zurückhaltend kleiden; nicht Haartracht, Gold, Perlen oder kostbare Kleider seien ihr Schmuck,

sondern gute Werke; so gehört es sich für Frauen, die gottesfürchtig sein wollen.

Eine Frau soll sich still und in aller Unterordnung belehren lassen.

Daß eine Frau lehrt, erlaube ich nicht, auch nicht, daß sie über ihren Mann herrscht; sie soll sich still verhalten.

Denn zuerst wurde Adam erschaffen, danach Eva.

Und nicht Adam wurde verführt, sondern die Frau ließ sich verführen und übertrat das Gebot.

Sie wird aber dadurch gerettet werden, daß sie Kinder zur Welt bringt, wenn sie in Glaube, Liebe und Heiligkeit ein besonnenes Leben führt.

 

Lob sei dir, Lob sei dir, oh Herr,
König der ewigen Herrlichkeit.

Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen,
so spricht der Herr.

Lob sei dir, Lob sei dir, oh Herr,
König der ewigen Herrlichkeit.

Paulus weiß, dass es nicht gleichgültig ist, auf welche Art man betet. Vielmehr weist das Verhalten, das die Brüder und Schwestern dabei an den Tag legen, auf den Grad ihrer Geschwisterlichkeit hin. Die Qualität des Gebets ist sozusagen entscheidend für die Qualität des gemeinschaftlichen Lebens. Deshalb gibt er einige Anweisungen dazu, wie man seine „Hände in Reinheit“ erhebt und mit einem aufrichtigen, demütigen und kindlichen Herzen betet. Im Gebet müssen die Gläubigen „frei von Zorn und Streit“ sein, das heißt, mit allen in Frieden leben gemäß dem Jesuswort: „Wenn du deine Opfergabe zum Altar bringst und dir dabei einfällt, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so lass deine Gabe dort vor dem Altar liegen; geh und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder, dann komm und opfere deine Gabe“ (Mt 5,23f). Paulus ist sich dessen bewusst, dass die Feindseligkeiten unter Brüdern und Schwestern eine Sünde sind, die die Begegnung mit Gott behindert und das Gebet erschwert. Weiter richtet er eine Mahnung an die Frauen: Ihr wahrer Schmuck sei nicht der äußere, sondern der innere, damit die Schönheit im Herzen wohnt und nicht nur nach außen besteht. Auch Petrus schreibt in seinem ersten Brief: „Nicht auf äußeren Schmuck sollt ihr Wert legen, auf Haartracht, Gold und prächtige Kleider, sondern was im Herzen verborgen ist, das sei euer unvergänglicher Schmuck: ein sanftes, ruhiges Wesen. Das ist wertvoll in Gottes Augen“ (1Petr 3,3f). Paulus verbietet außerdem, dass sie sich hervortun und während des Gottesdienstes lehren und sprechen. Der Gottesdienst ist nicht der Ort, an dem sich Einzelne selbst darstellen oder sich in den Mittelpunkt rücken, sondern der Moment, in dem das Zuhören und mithin Eintracht und Geschwisterlichkeit vorherrschen sollen. Die zu befolgende Ordnung im Gebet entnehmen der Apostel und die christliche Urgemeinde den Gepflogenheiten des Alten Testaments, die vorsehen, dass die Frau sich dem Mann unterordnet. Das ist eine Vorstellung, die mit den alten Traditionen und gesellschaftlichen Normen jener Zeit zusammenhängt. Diese sollen jedoch nicht die grundlegende Gleichheit und gleiche Würde vor Gott untergraben, die sich allerdings in der Heiligkeit und in der Aufgabe bewähren, allen das Evangelium zu verkünden. Die Ehre, die Maria, der Mutter Gottes, erwiesen wird, zeigt, welches Ansehen der Frau gebührt. Die Schöpfungsordnung (Gen 3,16) weist auf die Aufgabe der Mutterschaft hin, die Gott der verheirateten Frau anvertraut hat. Doch auch sie muss natürlich das Evangelium annehmen, um gläubig zu werden und im Licht des Herrn zu leben.


10/03/2012
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