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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom


Lesung des Wortes Gottes

Lob sei dir, Lob sei dir, oh Herr,
König der ewigen Herrlichkeit.

Ihr seid ein auserwählter Stamm,
ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk,
ein Volk, das Gott erworben hat,
um seine Wunder zu verkünden.

Lob sei dir, Lob sei dir, oh Herr,
König der ewigen Herrlichkeit.

Der erste Brief an Timotheus 3,14-16

Ich schreibe dir das alles, obwohl ich hoffe, schon bald zu dir zu kommen.

Falls ich aber länger ausbleibe, sollst du wissen, wie man sich im Hauswesen Gottes verhalten muß, das heißt in der Kirche des lebendigen Gottes, die die Säule und das Fundament der Wahrheit ist.

Wahrhaftig, das Geheimnis unseres Glaubens ist groß: Er wurde offenbart im Fleisch, gerechtfertigt durch den Geist, geschaut von den Engeln, verkündet unter den Heiden, geglaubt in der Welt, aufgenommen in die Herrlichkeit.

 

Lob sei dir, Lob sei dir, oh Herr,
König der ewigen Herrlichkeit.

Ihr werdet heilig sein,
weil ich heilig bin, spricht der Herr.

Lob sei dir, Lob sei dir, oh Herr,
König der ewigen Herrlichkeit.

Paulus möchte "schon bald" nach Ephesus kommen, um Timotheus zu begegnen. Er weiß jedoch, dass seine Reise auch verschoben werden kann. In der Zwischenzeit übermittelt er ihm genaue Anweisungen, damit er das "Hauswesen Gottes", das heißt die "Kirche des lebendigen Gottes, die die Säule und das Fundament der Wahrheit ist", in Würde organisiert. Die Sorge um die Gemeinden ist ein ständiger Gedanke des Apostels. Er lässt ihn nicht los, auch wenn er physisch von ihnen entfernt ist. Während er an Timotheus schreibt, denkt Paulus auch an die vielen Gemeinden in Kleinasien. Er sorgt sich, ob sie wohl standhaft sind und nicht Gefahr laufen, von der weltlichen Mentalität aufgesaugt zu werden. Er schreibt deshalb, dass die Kirche "die Säule und das Fundament der Wahrheit" ist. Sie ist von Gott als Fundament in diese Welt gestellt worden, auf dem für alle Menschen sichtbar die Offenbarung Gottes ruht. Das Zentrum dieser offenbarten Wahrheit bildet das "Geheimnis des Glaubens", die Person Jesu Christi selbst, der barmherzig, sanftmütig und von Herzen demütig ist. Paulus besingt in sechs kurzen Versen dieses Geheimnis des Glaubens. Vielleicht bilden sie einen Hymnus, der in der Liturgie der damaligen Kirche gesungen wurde. Das Geheimnis Christi wird in drei Gegensatzpaaren dargestellt. Das erste, "Fleisch" und "Geist", stellt die menschliche und gleichzeitig göttliche Natur Christi dar. Der Offenbarung Jesu im "Fleisch" wird die Rechtfertigung "durch den Geist" gegenübergestellt, seine Auferstehung, die den Tod besiegt hat. Durch das Wirken des "Geistes" verkündet der Vater vor allen, dass Jesus, der wie ein Verbrecher am Kreuz hingerichtet wurde, der "Heilige und Gerechte" (Apg 3,14) ist. Das zweite Wortpaar - "geschaut von den Engeln" und "verkündet unter den Heiden" - bezieht sich auf den Triumph Christi, der in den Himmel auffuhr und Herrscher über die Geschichte ist. Somit ist es nicht möglich, ihn in den Raum einer geschichtlichen Epoche oder eines Volkes einzuordnen. Deshalb kann sein Evangelium auch den "Heiden" verkündet werden. Mit dem dritten Gegensatzpaar "geglaubt in der Welt" und "aufgenommen in die Herrlichkeit" besingt Paulus den Sieg Christi, der zur Rechten des Vaters erhöht und verherrlicht wurde. Der Apostel sagt: "Wahrhaftig, das Geheimnis unseres Glaubens ist groß" - das Geheimnis der pietas (Güte, Barmherzigkeit), das Jesus den Händen der Kirche und jedes Gläubigen anvertraut hat. Dieses Geheimnis des als pietas verstandenen Glaubens muss die Kirche vor allem in unserer Zeit der wachsenden Gewalt und Unterdrückung leben und bezeugen.


14/03/2012
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