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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom

Gedenken an Joseph von Arimathäa, einen Jünger des Herrn, der "das Reich Gottes erwartete".


Lesung des Wortes Gottes

Lob sei dir, Lob sei dir, oh Herr,
König der ewigen Herrlichkeit.

Jeder, der lebt und an mich glaubt,
wird in Ewigkeit nicht sterben.

Lob sei dir, Lob sei dir, oh Herr,
König der ewigen Herrlichkeit.

Der erste Brief an Timotheus 5,1-16

Einen älteren Mann sollst du nicht grob behandeln, sondern ihm zureden wie einem Vater. Mit jüngeren Männern rede wie mit Brüdern,

mit älteren Frauen wie mit Müttern, mit jüngeren wie mit Schwestern, in aller Zurückhaltung.

Ehre die Witwen, wenn sie wirklich Witwen sind.

Hat eine Witwe aber Kinder oder Enkel, dann sollen diese lernen, zuerst selbst ihren Angehörigen Ehrfurcht zu erweisen und dankbar für ihre Mutter oder Großmutter zu sorgen; denn das gefällt Gott.

Eine Frau aber, die wirklich eine Witwe ist und allein steht, setzt ihre Hoffnung auf Gott und betet beharrlich und inständig bei Tag und Nacht.

Wenn eine jedoch ein ausschweifendes Leben führt, ist sie schon bei Lebzeiten tot.

Das sollst du ihnen einprägen; dann wird man ihnen nichts vorwerfen können.

Wer aber für seine Verwandten, besonders für die eigenen Hausgenossen, nicht sorgt, der verleugnet damit den Glauben und ist schlimmer als ein Ungläubiger.

Eine Frau soll nur dann in die Liste der Witwen aufgenommen werden, wenn sie mindestens sechzig Jahre alt ist, nur einmal verheiratet war,

wenn bekannt ist, daß sie Gutes getan hat, wenn sie Kinder aufgezogen hat, gastfreundlich gewesen ist und den Heiligen die Füße gewaschen hat, wenn sie denen, die in Not waren, geholfen hat und überhaupt bemüht war, Gutes zu tun.

Jüngere Witwen weise ab; denn wenn die Leidenschaft sie Christus entfremdet, wollen sie heiraten

und ziehen sich den Vorwurf zu, ihrem Versprechen (das sie Christus gegeben haben) untreu geworden zu sein.

Außerdem werden sie faul und gewöhnen sich daran, von Haus zu Haus zu laufen. Aber nicht nur faul werden sie, sondern auch geschwätzig; sie mischen sich in alles und reden über Dinge, die sie nichts angehen.

Deshalb will ich, daß jüngere Witwen heiraten, Kinder zur Welt bringen, den Haushalt versorgen und dem Gegner keinen Anlaß zu übler Nachrede geben.

Einige haben sich schon abgewandt und sind dem Satan gefolgt.

Wenn eine gläubige Frau Witwen in ihrem Haus hat, soll sie für sie sorgen. Die Gemeinde soll nicht belastet werden, damit sie sich um die kümmern kann, die wirklich Witwen sind.

 

Lob sei dir, Lob sei dir, oh Herr,
König der ewigen Herrlichkeit.

Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen,
so spricht der Herr.

Lob sei dir, Lob sei dir, oh Herr,
König der ewigen Herrlichkeit.

Mit einem einzigen Satz zeigt Paulus Timotheus, wie er sich gegenüber den verschiedenen Mitgliedern der Gemeinde verhalten soll. Die Verantwortung der Leitung darf nicht mit kühler Autorität ausgeführt werden, sondern wie ein Dienst in der "Familie Gottes", also im Geist der Geschwisterlichkeit, mit dem sich der Hirte seinen Gläubigen gemäß ihren jeweiligen Bedürfnissen zuwendet. Jesus selbst hatte seine Jünger als "Brüder", "Schwestern" und "Mütter" angesprochen und sie gelehrt, sich als eine echte Familie zu verstehen. Die erste christliche Gemeinde hatte gelernt, als "ein Herz und eine Seele" (Apg 4,32) zu leben und geschwisterlich und achtsam miteinander umzugehen. Wenn es daher nötig ist, einen älteren Mann zurechtzuweisen, dann soll Timotheus dies mit Ehrerbietung tun, wie man sich einem Vater gegenüber verhält, und wenn es sich um eine ältere Frau handelt, soll er mit ihr umgehen wie mit einer Mutter. Entsprechend soll er sich gegenüber den Jüngeren verhalten, sie also als Brüder und Schwestern ansehen. Mit den jüngeren Leuten soll er in jedem Fall einen bedächtigen und zurückhaltenden Umgangston pflegen. Paulus weitet das vierte Gebot aus und fordert dazu auf, die Witwen zu "ehren", wobei er die nie unterbrochene Überlieferung des Ersten Testaments aufnimmt, die die Witwen gemeinsam mit den Waisen und Fremden zu den Bevorzugten Gottes zählt. Ältere Frauen, die Kinder und Enkel haben, sollen von diesen versorgt werden, ansonsten "verleugnen" sie ihren Glauben - wie Paulus betont - das heißt, sie werden dem Gebot der Liebe nicht gerecht. Der Apostel bittet schließlich darum, aufmerksam zu sein und denen zu helfen, die nicht alleine für sich sorgen können, damit sie kein ausschweifendes und sündhaftes Leben führen. Eine besondere Sorge gilt den Witwen, die sich entschieden haben, der Gemeinde zu dienen. Sie werden in einer Art offiziellen Liste erfasst, müssen über sechzig Jahre alt, nur einmal verheiratet und großzügig im Dienst der Liebe - etwa der Erziehung der (Waisen-)Kinder und der gelebten Gastfreundschaft - gewesen sein. Paulus erinnert zudem daran, den "Heiligen die Füße zu waschen". Dabei bezieht er sich auf die Geste, mit der Jesus seinen Jüngern die Notwendigkeit hatte aufzeigen wollen, sich zu erniedrigen und einander zu dienen. Aus den Anweisungen des Apostels tritt der Zusammenhang zwischen dem in der Gemeinde gelebten Geist der Geschwisterlichkeit und dem Dienst der Liebe an den Ärmsten klar zutage.


17/03/2012
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