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Das tägliche Gebet


 
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Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom


Lesung des Wortes Gottes

Lob sei dir, Lob sei dir, oh Herr,
König der ewigen Herrlichkeit.

Ihr seid ein auserwählter Stamm,
ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk,
ein Volk, das Gott erworben hat,
um seine Wunder zu verkünden.

Lob sei dir, Lob sei dir, oh Herr,
König der ewigen Herrlichkeit.

Der erste Brief an Timotheus 6,1-2

Alle, die das Joch der Sklaverei zu tragen haben, sollen ihren Herren alle Ehre erweisen, damit der Name Gottes und die Lehre nicht in Verruf kommen.

(a) Wer aber einen gläubigen Herrn hat, achte ihn nicht deshalb für geringer, weil er sein Bruder ist, sondern diene ihm noch eifriger; denn sein Herr ist gläubig und von Gott geliebt und bemüht sich, Gutes zu tun. (b) So sollst du lehren, dazu sollst du ermahnen.

 

Lob sei dir, Lob sei dir, oh Herr,
König der ewigen Herrlichkeit.

Ihr werdet heilig sein,
weil ich heilig bin, spricht der Herr.

Lob sei dir, Lob sei dir, oh Herr,
König der ewigen Herrlichkeit.

Paulus schließt seine Anweisungen für einen weisen pastoralen Dienst in der Gemeinde mit einigen kurzen Ermahnungen an die Sklaven ab. Neben den Witwen (1Tim 5,3-16) sind sie die ärmsten Mitglieder der christlichen Gemeinde. Es ist bedeutsam, dass der Apostel Timotheus hierzu präzise Anweisungen erteilt. In den Schriften des Neuen Testaments tritt dieser Aspekt der pastoralen Arbeit immer wieder deutlich hervor. Auch im Brief an die Epheser werden den Sklaven zahlreiche Ratschläge bezüglich ihres Lebens und Verhaltens gewidmet (Eph 6,5-8). Paulus ist sich ihrer schwierigen Situation bewusst und erklärt diese mit dem Begriff "ein Joch tragen". Sie sind dem Willen ihrer Herren unterworfen und haben nicht das Recht dazu, frei über ihr eigenes Leben zu verfügen. Hieraus erwächst dem christlichen Sklaven eine außerordentlich schwierige Aufgabe. Ein christlicher Sklave, dessen Herr Heide ist, weiß zwar, dass er die Freiheit Christi besitzt (1Kor 7,22), darf sich jedoch nicht auflehnen und seinem Herrn den Respekt verweigern. Paulus will sicher nicht dafür eintreten, dass die Sklaven sich mit ihrer Situation abfinden oder dass diese Situation für alle Zeiten unveränderlich bleibt. Vielmehr packt der Apostel dadurch, dass er auch einem Sklaven das "gute Bekenntnis" (1Tim 6,13) zum Evangelium zubilligt, die eigentliche Ursache der Sklaverei an der Wurzel. Die radikale Geschwisterlichkeit zwischen den Menschen ist der Beginn einer denkbar tiefen Umwälzung in den Beziehungen zwischen den Personen. Mit seiner Botschaft, dass Gott der Vater aller ist, verpflichtet das Evangelium die Gläubigen, die Welt grundlegend zu verändern und angesichts der Situationen der Ungerechtigkeit, die den Männern und Frauen auferlegt werden oder die sie sich selbst auferlegen, nicht zu resignieren. Die Veränderung wird umso echter und umso tiefer sein, je mehr sie das Herz verwandelt. Denn im Herzen wurzeln und gedeihen alle Ungerechtigkeiten einschließlich der Sklaverei. Die Geschichte lehrt uns, dass der Sauerteig des Evangeliums auch die Kultur durchdringen muss, damit sich tiefe Veränderungen vollziehen können. Auch die heute so genannten "Strukturen der Sünde" - und eine solche war bis vor wenigen Jahrhunderten auch die Sklaverei - können ausgehend von der Veränderung des Herzens, des Denkens und der Kultur, von der eine Gesellschaft durchdrungen ist, verändert werden. Das Evangelium, das Paulus den Herren wie den Sklaven predigt, ist die Quelle für eine neue Menschlichkeit, welche die "sündhafte" Struktur der Sklaverei von innen her aushöhlt. Ist der Herr ebenfalls ein Christ, so fordert Paulus beide dazu auf, im Geist der Geschwisterlichkeit zu leben, den das Evangelium auf Erden begründen will. Der Sklave darf seinen Herrn ebenso wenig verachten wie dieser seinen Sklaven. Beide sollen in der gegenseitigen Achtung und Unterstützung wetteifern, weil sie Brüder in Christus sind. Die Liebe ist der Sauerteig, der das Herz und dadurch die ganze Gesellschaft verwandelt.


21/03/2012
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