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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom

Gedenken an den Völkermord in Ruanda 1994. Die Juden feiern den Beginn des Pessach.


Lesung des Wortes Gottes

Lob sei dir, Lob sei dir, oh Herr,
König der ewigen Herrlichkeit.

Jeder, der lebt und an mich glaubt,
wird in Ewigkeit nicht sterben.

Lob sei dir, Lob sei dir, oh Herr,
König der ewigen Herrlichkeit.

Das Evangelium nach Lukas 23,50-56

Damals gehörte zu den Mitgliedern des Hohen Rates ein Mann namens Josef, der aus der jüdischen Stadt Arimathäa stammte. Er wartete auf das Reich Gottes und hatte dem, was die anderen beschlossen und taten, nicht zugestimmt, weil er gut und gerecht war.

Er ging zu Pilatus und bat um den Leichnam Jesu.

Und er nahm ihn vom Kreuz, hüllte ihn in ein Leinentuch und legte ihn in ein Felsengrab, in dem noch niemand bestattet worden war.

Das war am Rüsttag, kurz bevor der Sabbat anbrach.

Die Frauen, die mit Jesus aus Galiläa gekommen waren, gaben ihm das Geleit und sahen zu, wie der Leichnam in das Grab gelegt wurde.

Dann kehrten sie heim und bereiteten wohlriechende Öle und Salben zu. Am Sabbat aber hielten sie die vom Gesetz vorgeschriebene Ruhe ein.

 

Lob sei dir, Lob sei dir, oh Herr,
König der ewigen Herrlichkeit.

Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen,
so spricht der Herr.

Lob sei dir, Lob sei dir, oh Herr,
König der ewigen Herrlichkeit.

Ein guter und gerechter Mensch hatte sich der Entscheidung, Jesus zu töten, nicht angeschlossen. Aus dieser Distanzierung erwuchs eine Geste des Erbarmens gegenüber jenem Toten. Es ist Josef von Arimathäa. Ein weiterer Josef tritt so am Ende in das Leben Jesu ein, nimmt ihn vom Kreuz, hüllt ihn in ein Leinentuch und legt ihn in ein neues Grab. Ihm schließen sich auch die Frauen an, die Jesus gefolgt waren. Vor dem Grab, vor dem Schmerz dieser Welt, vor dem Tod, vor dem Schlaf der Jünger und vor dem Leid bleibt nur der Glaube an die Worte Jesu, der sich dem Vater anvertraut hat. Lukas schreibt: „Das war am Rüsttag, kurz bevor der Sabbat anbrach.“ Vielleicht brach hier nicht nur in einer erwachenden Stadt der Morgen an. Vielleicht war dies eine neue Stunde, der Anbruch eines neuen Tages für jenen Mann und für die Welt. Wer sich angesichts von so viel Schmerz nicht der Entscheidung anschließt, den Menschen zu töten und zu unterdrücken, ist nicht nur zum Weinen berufen: Er ist berufen zu glauben, zu beten und auf eine andere Stunde zu hoffen. Gestützt auf die Schriftstellen, die von Jesu Abstieg zur „Hölle“ sprechen, will es die Tradition der Kirche so, dass Jesus an diesem Tag hinabgestiegen ist in das Reich des Todes, die Wohnstätte der Toten, um sie, angefangen bei Adam und Eva, mitzunehmen und ins Paradies zu geleiten. Das zeigt die Osterikone, die in der orthodoxen Tradition verehrt wird. Von hier aus beginnt die Auferstehung. Jesus steigt auch heute noch hinab in die „Höllen“ dieser Welt, um all jene den Händen des Todes zu entreißen, die vom Bösen vergewaltigt wurden, und sie mit sich in den Himmel zu nehmen. Nach wie vor sagt er auch zu ihnen: „Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein“.


07/04/2012
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