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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom

Gedenken an den heiligen Stanislaus († 1071), der Bischof von Krakau war und als Märtyrer starb. Er verteidigte die Armen, die Menschenwürde und die Freiheit der Kirche und des Evangeliums.


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Christus ist von den Toten auferstanden
und er stirbt nicht mehr,
er erwartet uns in Galiläa.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der zweite Brief an Timotheus 2,1-13

Du, mein Sohn, sei stark in der Gnade, die dir in Christus Jesus geschenkt ist.

Was du vor vielen Zeugen von mir gehört hast, das vertrau zuverlässigen Menschen an, die fähig sind, auch andere zu lehren.

Leide mit mir als guter Soldat Christi Jesu.

Keiner, der in den Krieg zieht, läßt sich in Alltagsgeschäfte verwickeln, denn er will, daß sein Heerführer mit ihm zufrieden ist.

Und wer an einem Wettkampf teilnimmt, erhält den Siegeskranz nur, wenn er nach den Regeln kämpft.

Der Bauer, der die ganze Arbeit tut, soll als erster seinen Teil von der Ernte erhalten.

Überleg dir, was ich sage. Dann wird der Herr dir in allem das rechte Verständnis geben.

Denk daran, daß Jesus Christus, der Nachkomme Davids, von den Toten auferstanden ist; so lautet mein Evangelium,

für das ich zu leiden habe und sogar wie ein Verbrecher gefesselt bin; aber das Wort Gottes ist nicht gefesselt.

Das alles erdulde ich um der Auserwählten willen, damit auch sie das Heil in Christus Jesus und die ewige Herrlichkeit erlangen.

Das Wort ist glaubwürdig: Wenn wir mit Christus gestorben sind, werden wir auch mit ihm leben;

wenn wir standhaft bleiben, werden wir auch mit ihm herrschen; wenn wir ihn verleugnen, wird auch er uns verleugnen.

Wenn wir untreu sind, bleibt er doch treu, denn er kann sich selbst nicht verleugnen.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Christus ist von den Toten auferstanden
und er stirbt nicht mehr,
er erwartet uns in Galiläa.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Paulus ermahnt Timotheus, stark zu sein, nicht den Mut zu verlieren, sich nicht der Verzagtheit hinzugeben, zu der er geneigt hatte (vgl. 2Tim 1,6–8.13f.). Die Quelle seiner Kraft ist die „Gnade, die dir in Christus Jesus geschenkt ist.“ Aus der Begegnung mit Jesus muss er kontinuierlich die Inspiration und Kraft für seine Aufgabe schöpfen. Der Apostel rät ihm, das Evangelium, das „du vor vielen Zeugen von mir gehört hast“, weiterzugeben und es seinerseits „zuverlässigen Menschen“ anzuvertrauen, damit sie wiederum andere belehren. Das ist der Sinn der kirchlichen Tradition, die dasselbe Evangelium von Generation zu Generation weitergibt, sodass eine ununterbrochene Kette entsteht, die den Glauben von heute mit der Verkündigung der Apostel und damit mit Jesus selbst verbindet. Es handelt sich nicht um die Weitergabe abstrakter Wahrheiten, sondern des Lebens Jesu selbst, das zum Zeugnis der Liebe in der Geschichte wird. Deshalb erinnert Paulus Timotheus wie schon im vorangegangenen Brief daran, ein „guter Soldat Christi Jesu“ zu sein, wie er selbst, sein Lehrer und Vorbild, es gewesen ist. Er soll auch wissen, dass die Verkündigung des Evangeliums Schmach und Strapazen mit sich bringt. Die Bereitschaft, alles Leid zu akzeptieren, ist ein wesentlicher Bestandteil im Zeugnis des Jüngers. Deshalb muss er sich wie ein Soldat verhalten, der sich ganz dem Dienst am Evangelium verschreibt, ohne sich von anderen Dingen ablenken zu lassen. Oder wie ein Athlet, der sich an die Wettkampfregeln hält, ohne Einzelwettläufe auszutragen, die nicht der Tradition der Gemeinschaft entsprechen. Oder wie ein Bauer, der keine Mühen und Opfer scheut und sein Leben einsetzt, um am Ende die Früchte seiner Arbeit ernten zu können. Vor allem muss der Jünger das Geheimnis Jesu Christi in seinem Herzen aufnehmen, der „von den Toten auferstanden ist“. Die Auferstehung Jesu ist das zentrale Mysterium im christlichen Glauben und mithin zwangsläufig auch im Leben des Jüngers. Dieses Evangelium hat Paulus verkündet, und um seinetwegen leidet er nun „wie ein Verbrecher“ angekettet im Kerker. Doch, so fügt Paulus hinzu, „das Wort Gottes ist nicht gefesselt.“ Es ist stärker als die Ketten, stärker als der Tod selbst, und keine menschliche Macht kann es festhalten (vgl. 2Tim 4,17). Verkündigung und Bekenntnis werden sogar noch stärker durch die Prüfung. Schon während seiner ersten Haft hatte Paulus geschrieben: „Die meisten der Brüder sind durch meine Gefangenschaft zuversichtlich geworden im Glauben an den Herrn und wagen umso kühner, das Wort Gottes furchtlos zu sagen“ (Phil 1,14). Paulus weiß, dass sein Leiden Teil der Apostelberufung und Teil der Berufung der Jünger aller Epochen ist. Es ist der Weg Jesu, dem nachzufolgen die Jünger berufen sind. Das Martyrium zu erleiden, also sein Leben für Jesus hinzugeben, ist wesentlicher Bestandteil des Evangeliums. Deshalb kann Paulus singen: „Wenn wir mit Christus gestorben sind, werden wir auch mit ihm leben; wenn wir standhaft bleiben, werden wir auch mit ihm herrschen.“ Wer sein Leben für Christus hingibt, wird mit ihm gemeinsam Erbe der Herrlichkeit. Tragisch dagegen ist das Geschick dessen, der sich von Christus trennt. Jesus selbst hat es gesagt: „Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, den werde auch ich vor meinem Vater im Himmel verleugnen“ (Mt 10,33). In jedem Fall, so fügt der Apostel hinzu, ist es gut zu wissen, dass Jesus treu bleibt: Er begeht niemals Verrat. Das ist ein väterlicher Rat, den der Apostel den Gläubigen geben will, damit sie wissen, dass Jesus uns erwartet wie jener Vater seinen verlorenen Sohn.


11/04/2012
Gebet an Ostern


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