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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom

Jahrestag der Amtseinführung von Papst Benedikt XVI.


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ich bin der gute Hirte,
meine Schafe hören auf meine Stimme,
und sie werden
eine einzige Herde sein.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Brief an Titus 1,10-16

Denn es gibt viele Ungehorsame, Schwätzer und Schwindler, besonders unter denen, die aus dem Judentum kommen.

Diese Menschen muß man zum Schweigen bringen, denn aus übler Gewinnsucht zerstören sie ganze Familien mit ihren falschen Lehren.

Einer von ihnen hat als ihr eigener Prophet gesagt: Alle Kreter sind Lügner und faule Bäuche, gefährliche Tiere.

Das ist ein wahres Wort. Darum weise sie streng zurecht, damit ihr Glaube wieder gesund wird

und sie sich nicht mehr an jüdische Fabeleien halten und an Gebote von Menschen, die sich von der Wahrheit abwenden.

Für die Reinen ist alles rein; für die Unreinen und Ungläubigen aber ist nichts rein, sogar ihr Denken und ihr Gewissen sind unrein.

Sie beteuern, Gott zu kennen, durch ihr Tun aber verleugnen sie ihn; es sind abscheuliche und unbelehrbare Menschen, die zu nichts Gutem taugen.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ein neues Gebot gebe ich euch:
Liebet einander!

Halleluja, halleluja, halleluja.

Paulus weiß, dass in der Gemeinde von Kreta einige Mitglieder die Einheit der Gemeinde durch ihre persönlichen Ansichten gefährden. Obwohl sie dazugehören, widersetzen sie sich der Lehre und der festgelegten Ordnung. Der Apostel nennt sie „Schwätzer“, weil ihre Worte leeres Geschwätz sind; dennoch sind sie gefährliche Verführer, denn sie verderben die Gläubigen unter Vorspiegelung eines höheren Wissens und einer asketischeren Lebensführung. Paulus bittet Titus, sie nicht in der Versammlung sprechen zu lassen, weil ihr Ziel nicht der Aufbau der Gemeinde, sondern ihr persönlicher Vorteil ist. Ihr Werk stützt sich im Übrigen auf die schlechte Tradition jener Kreter, die sich durch eine leichtlebige Einstellung zu Falschheit, Grobheit und Faulheit hinreißen lassen. Paulus, der dies selber erfahren hat, warnt Titus, damit er dieser Neigung zum Irrglauben entgegentritt und so dafür sorgt, dass der Glaube der Christen „wieder gesund wird“. Im Übrigen kann nur die gesunde Lehre (1Tim 1,10) ein gutes Leben garantieren. Die „jüdischen Fabeleien“, auf die Paulus sich bezieht, sind vielleicht jene gnostisch angehauchten Lehren, die auch an die jüdischen Vorschriften über die Reinheit und das Essen anknüpfen. Der Apostel greift die Lehre des Evangeliums auf und sagt, dass für die Reinen alles rein ist (vgl. Mk 7,15). Denn wer einen reinen Verstand und ein reines Herz hat, sieht nichts Schlechtes in der Schöpfung: „Alles, was Gott geschaffen hat, ist gut“ (1Tim 4,4). Wenn aber Verstand und Herz durch Stolz und Gewalt verdorben sind, wird das ganze Leben davon angesteckt. Der wahre Weise ist daher der Jünger, der das Wort Gottes hört und versucht, es in die Tat umzusetzen. Wer sich dagegen rühmt, Gott zu kennen, aber nicht auf das Evangelium hört und es mit seinem Tun leugnet, ist fern vom Heil.


19/04/2012
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