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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das ist das Evangelium der Armen,
die Befreiung der Gefangenen,
das Augenlicht der Blinden,
die Freiheit der Unterdrückten.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Brief an die Galater 2,11-14

Als Kephas aber nach Antiochia gekommen war, bin ich ihm offen entgegengetreten, weil er sich ins Unrecht gesetzt hatte.

Bevor nämlich Leute aus dem Kreis um Jakobus eintrafen, pflegte er zusammen mit den Heiden zu essen. Nach ihrer Ankunft aber zog er sich von den Heiden zurück und trennte sich von ihnen, weil er die Beschnittenen fürchtete.

Ebenso unaufrichtig wie er verhielten sich die anderen Juden, so daß auch Barnabas durch ihre Heuchelei verführt wurde.

Als ich aber sah, daß sie von der Wahrheit des Evangeliums abwichen, sagte ich zu Kephas in Gegenwart aller: Wenn du als Jude nach Art der Heiden und nicht nach Art der Juden lebst, wie kannst du dann die Heiden zwingen, wie Juden zu leben?

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Menschensohn
ist gekommen, um zu dienen,
wer groß sein will,
mache sich zum Diener aller.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Stück beginnt mit einem Tadel des Paulus an die Adresse des Petrus, der sich in Antiochia „ins Unrecht gesetzt hatte.“ Sein Verhalten war nämlich nicht konsequent: Einerseits pflegte er mit den Heidenchristen „zu essen“ – damit ist auch das eucharistische Mahl gemeint –, und andererseits nahm er nicht mehr an ihren Versammlungen teil, nachdem die Judenchristen aus Jerusalem gekommen waren. Paulus wusste, dass Petrus sich nicht aus Überzeugung, sondern aus Furcht so verhielt. Doch diese Haltung führte dadurch, dass sie den Judenchristen den Vorrang einräumte, in der antiochenischen Gemeinde zu einer tiefen Spaltung. Tatsächlich hat sich sogar Barnabas davon beeinflussen lassen, der doch an den Umgang mit den Heidenchristen gewöhnt war. Bitter merkt Paulus an, dass auch er „durch ihre Heuchelei verführt wurde“. Der Apostel, der fürchtet, dass sich die Geschehnisse von Antiochia auch in den Gemeinden Galatiens wiederholen könnten, schreitet mit großer Entschlossenheit ein. Während es jedoch in Antiochia genügt hatte, die mangelnde Konsequenz des Petrus anzuprangern, musste in Galatien mit aller Deutlichkeit gezeigt werden, dass ein solches Verhalten die Fundamente des Glaubens selbst erschütterte. Ein so ambivalentes Verhalten wie das des Petrus machte das Werk Jesu selbst nutzlos, der die Mauern zwischen Juden und Heiden eingerissen hatte. Denn Christus „vereinigte die beiden Teile (Juden und Heiden) und riss durch sein Sterben die trennende Wand der Feindschaft nieder. Er hob das Gesetz samt seinen Geboten und Forderungen auf“ (Eph 2,14f.). Die christliche Gemeinde ist nicht mehr aufgrund des Gesetzes gespalten. Die eine Kirche Gottes besteht aus Juden und Heiden. In der Nachfolge Christi werden die Menschen, die Völker und die Kulturen von der Wurzel her miteinander versöhnt. Deshalb macht Paulus dem Petrus klar, dass sein zwiespältiges Verhalten für alle verheerende Folgen haben würde: „Wenn du als Jude nach Art der Heiden und nicht nach Art der Juden lebst, wie kannst du dann die Heiden zwingen, wie Juden zu leben?“ Man darf den Christen heidnischer Abkunft keine unnötigen Lasten auf die Schultern legen und damit überdies das Risiko eingehen, andere am Eintritt in die christliche Gemeinschaft zu hindern. Christus ist der Friede und stiftet deshalb Frieden unter den Menschen.


30/04/2012
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