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Das tägliche Gebet


 
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Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr seid ein auserwählter Stamm,
ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk,
ein Volk, das Gott erworben hat,
um seine Wunder zu verkünden.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der erste Brief an die Thessalonicher 4,1-12

Im übrigen, Brüder, bitten und ermahnen wir euch im Namen Jesu, des Herrn: Ihr habt von uns gelernt, wie ihr leben müßt, um Gott zu gefallen, und ihr lebt auch so; werdet darin noch vollkommener!

Ihr wißt ja, welche Ermahnungen wir euch im Auftrag Jesu, des Herrn, gegeben haben.

Das ist es, was Gott will: eure Heiligung. Das bedeutet, daß ihr die Unzucht meidet,

daß jeder von euch lernt, mit seiner Frau in heiliger und achtungsvoller Weise zu verkehren,

nicht in leidenschaftlicher Begierde wie die Heiden, die Gott nicht kennen,

und daß keiner seine Rechte überschreitet und seinen Bruder bei Geschäften betrügt, denn all das rächt der Herr, wie wir euch schon früher gesagt und bezeugt haben.

Denn Gott hat uns nicht dazu berufen, unrein zu leben, sondern heilig zu sein.

Wer das verwirft, der verwirft also nicht Menschen, sondern Gott, der euch seinen Heiligen Geist schenkt.

Über die Bruderliebe brauche ich euch nicht zu schreiben; Gott selbst hat euch schon gelehrt, einander zu lieben;

und danach handelt ihr auch an allen Brüdern in ganz Mazedonien. Wir ermuntern euch aber, Brüder, darin noch vollkommener zu werden.

Setzt eure Ehre darein, ruhig zu leben, euch um die eigenen Aufgaben zu kümmern und mit euren Händen zu arbeiten, wie wir euch aufgetragen haben.

So sollt ihr vor denen, die nicht zu euch gehören, ein rechtschaffenes Leben führen und auf niemand angewiesen sein.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr werdet heilig sein,
weil ich heilig bin, spricht der Herr.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Paulus beginnt diesen Teil des Briefes, indem er sich auf die Vollmacht Jesu beruft. In seinem Namen zeigt er auf, was sie tun müssen, "um Gott zu gefallen", und was "Gott will". Er gestaltet die Ermahnung wie ein Gebet, so sehr empfindet er sie als entscheidend. Den Thessalonichern ist bereits bekannt, wie sie sich zu verhalten haben, um Gott zu gefallen. Der Apostel selbst hat es ihnen gezeigt, als er bei ihnen war - sowohl durch sein Beispiel als auch durch seine Lehre. Diesen Weg sollen sie weiter verfolgen, sie sind sogar gerufen, sich noch mehr dabei hervorzutun, indem sie ihn bis zur Heiligkeit gehen. Der Wille Gottes ist, dass wir heilig werden, das heißt in allem zu Gott gehören und somit von der Welt fern und von deren Fesseln befreit sind. Gott forderte bereits im Ersten Testament zur Heiligkeit auf: "Erweist euch als heilig und seid heilig, weil ich heilig bin. ... Denn ich bin der Herr, der euch aus Ägypten herausgeführt hat, um euer Gott zu sein. Ihr sollt daher heilig sein, weil ich heilig bin" (Lev 11,44f).
Nie zuvor wurde in deutlicherer Weise das formuliert, was Gott von uns will. Im Neuen Testament hingegen besteht die Heiligkeit nicht mehr in der Darbringung von Opfern und in der Beachtung der Gesetze, wie die Juden dachten, sondern in der Aufnahme des Heiligen Geistes im eigenen Herzen. Die Gläubigen sind auf diese Weise zu neuen Geschöpfen verwandelt, die nach dem Geist leben und ihr Verhalten nach ihm ausrichten. Paulus ermahnt die Thessalonicher zu einem Verhalten, das sowohl die Würde des Körpers als auch die Heiligkeit der Ehe respektiert. Es kommt darauf an, die Fesseln einer beinahe heidnischen Mentalität zu lösen, die die Menschen zu Sklaven ihrer selbst und der eigenen Instinkte macht. Sodann ruft er dazu auf, sich vor Profitsucht und Begierde in Acht zu nehmen, die dazu führen, die anderen zu übervorteilen und zu demütigen. Der Apostel schreibt weiter, dass Gott "uns nicht dazu berufen hat, unrein zu leben, sondern heilig zu sein", das heißt egozentrische und gewaltsame Verhaltensweisen hinter uns zu lassen, um uns auf Gott hin auszurichten. Wer solche Gebote missachtet, verachtet also Gott selbst. Wer hingegen in der "Heiligung" bleibt, wohnt in der Liebe. Deshalb schreibt der Apostel: "Über die Bruderliebe brauche ich euch nicht zu schreiben; Gott selbst hat euch schon gelehrt, einander zu lieben; und danach handelt ihr auch an allen Brüdern in ganz Mazedonien. Wir ermuntern euch aber, Brüder, darin noch vollkommener zu werden." Wenn die Liebe der Geist ist, den Gott in die Herzen der Gläubigen ausgegossen hat, dann ist der Geist selbst der innere Meister, der jeden Jünger führt. Denn die geschwisterliche Liebe ist keine Vorschrift von Menschen, sondern das neue Gebot, das Jesus den Jüngern aller Zeiten gegeben und zum Kennzeichen ihrer Bindung an ihn gemacht hat. Es ist zugleich ein Geschenk, das auf immer umfassendere Art gelebt werden muss. Niemand kann sich auf der bereits bestehenden Liebe ausruhen, denn sie selbst drängt danach, zu wachsen und sich zu vergrößern. Schließlich fordert der Apostel die Thessalonicher dazu auf, ein ruhiges, das heißt dem Willen Gottes anheimgegebenes, Leben zu führen und sich durch ein "rechtschaffenes" Leben von den Fremden zu unterscheiden. Hier fühlt man sich an die Aussage der Apostelgeschichte erinnert, wonach die ersten Christen von Jerusalem "beim ganzen Volk beliebt" waren (Apg 2,47). Anführen ließe sich an dieser Stelle auch jene andere Empfehlung des Paulus an die Korinther: "Gebt weder Juden noch Griechen noch der Kirche Gottes Anlass zu einem Vorwurf! Auch ich suche allen in allem entgegenzukommen; ich suche nicht meinen Nutzen, sondern den Nutzen aller, damit sie gerettet werden" (1Kor 10,32f).


06/06/2012
Gedenken an die Heiligen und die Propheten


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