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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom

Gedenken an den heiligen Benedikt (+ 547), den Vater des abendländischen Mönchtums. Er verfasste die Mönchsregel, die seinen Namen trägt.


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr seid ein auserwählter Stamm,
ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk,
ein Volk, das Gott erworben hat,
um seine Wunder zu verkünden.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der erste Brief des Petrus 1,22-25; 2,1-3

Der Wahrheit gehorsam, habt ihr euer Herz rein gemacht für eine aufrichtige Bruderliebe; darum hört nicht auf, einander von Herzen zu lieben.

Ihr seid neu geboren worden, nicht aus vergänglichem, sondern aus unvergänglichem Samen: aus Gottes Wort, das lebt und das bleibt.

Denn alles Sterbliche ist wie Gras, und all seine Schönheit ist wie die Blume im Gras. Das Gras verdorrt, und die Blume verwelkt;

doch das Wort des Herrn bleibt in Ewigkeit. Dieses Wort ist das Evangelium, das euch verkündet worden ist.

Legt also alle Bosheit ab, alle Falschheit und Heuchelei, allen Neid und alle Verleumdung.

Verlangt, gleichsam als neugeborene Kinder, nach der unverfälschten, geistigen Milch, damit ihr durch sie heranwachst und das Heil erlangt.

Denn ihr habt erfahren, wie gütig der Herr ist.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr werdet heilig sein,
weil ich heilig bin, spricht der Herr.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Mit einer vierten Ermahnung lädt der Apostel Petrus die Jünger ein, der Wahrheit gehorsam zu sein. Er meint einen wahren Gehorsam gegenüber dem Evangelium, ohne diesem Evangelium etwas hinzuzufügen, wie Franz von Assisi sagte. Der Gehorsam wird konkret in der gegenseitigen Liebe, im Entstehen einer Gemeinschaft, die aus Brüdern und Schwestern besteht, die sich gegenseitig lieben. Die geschwisterliche Liebe ist keine Frage des Charakters, sie ist die Frucht des Hörens auf das Evangelium. So wie durch das Gesetz am Sinai das Volk Israel entstand, so entsteht heute aus dem Evangelium ein neues Volk von Jüngern Jesu. Deswegen kann der Apostel sagen: "Ihr seid neu geboren worden, nicht aus vergänglichem, sondern aus unvergänglichem Samen: aus Gottes Wort, das lebt und das bleibt." Das Wort Gottes ist jener unvergängliche Same, der in das Herz der Gläubigen gelegt wird. Er lässt sie zu einem neuen Leben geboren werden und macht aus ihnen eine Gemeinschaft von Brüdern und Schwestern. Wir sind uns der Zerbrechlichkeit unseres menschlichen Daseins bewusst und vertrauen uns seinem Wort an, so wie dem Felsen, auf den wir unser Leben bauen können. Dieses Wort ist wirksam und wird nicht weniger: Es bleibt ewig, so erinnert uns Petrus. Aus ihm entsteht die Kraft, die die Jünger fähig macht, einander zu lieben. Durch diese Kraft erfahren die Jünger die Hilfe und den Schutz einer dauerhaften Geschwisterlichkeit. Der Verfasser stellt das christliche Leben wie eine neue Geburt da, Frucht aus Gottes Wort. Es ist gleichsam die Milch, die uns für unser Wachstum nährt. Von dieser Muttermilch müssen sich alle Christen stets ernähren. Der Apostel vergleicht das neue Volk mit einer Familie und fordert die Jünger auf, wie neu geborene Kinder zu leben, wie Kinder, die sich vertrauensvoll in die Hände ihrer Mutter begeben, der Kirche. Das Leben als Jünger, das unabdingbar an das Evangelium gebunden ist, macht die Christen immer zu Söhnen und Töchtern der Kirche, also sozusagen zu Kindern, die immer diese gute und sorgende Mutter Kirche brauchen. Die geistliche Nahrung macht uns aus Individuen, die wir jetzt sind, zu einem "wir", dem "wir" der Kirche, welches uns von dem in dieser Welt gewohnten Individualismus befreit. Vielleicht hat der heilige Augustinus sich an genau diese Worte des Petrus angelehnt, als er vom Bild des Gläubigen sprach, der die Schrift auf den Knien der Mutter Kirche lesen soll. So können wir wachsen und stärker werden in der Liebe. Aus der Liebe zum Evangelium entspringt die Kraft, jede Art von Bosheit, Neid und Verleumdung abzulegen, die der frevlerischen Mentalität dieser Welt entspringen.


11/07/2012
Gedenken an die Heiligen und die Propheten


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