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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom

Gedenken an den heiligen Priester und Märtyrer der Liebe Maximilian Kolbe. Im Konzentrationslager Auschwitz nahm er den Tod auf sich, um einem anderen Mann das Leben zu retten.


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Geist des Herren ruht auf dir,
der von dir geboren wird, wird heilig sein.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der erste Brief des Johannes 3,11-18

Denn das ist die Botschaft, die ihr von Anfang an gehört habt: Wir sollen einander lieben

und nicht wie Kain handeln, der von dem Bösen stammte und seinen Bruder erschlug. Warum hat er ihn erschlagen? Weil seine Taten böse, die Taten seines Bruders aber gerecht waren.

Wundert euch nicht, meine Brüder, wenn die Welt euch haßt.

Wir wissen, daß wir aus dem Tod in das Leben hinübergegangen sind, weil wir die Brüder lieben. Wer nicht liebt, bleibt im Tod.

Jeder, der seinen Bruder haßt, ist ein Mörder, und ihr wißt: Kein Mörder hat ewiges Leben, das in ihm bleibt.

Daran haben wir die Liebe erkannt, daß Er sein Leben für uns hingegeben hat. So müssen auch wir für die Brüder das Leben hingeben.

Wenn jemand Vermögen hat und sein Herz vor dem Bruder verschließt, den er in Not sieht, wie kann die Gottesliebe in ihm bleiben?

Meine Kinder, wir wollen nicht mit Wort und Zunge lieben, sondern in Tat und Wahrheit.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Hier sind, Herr, deine Diener,
uns geschehe nach deinem Wort.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Apostel nimmt Bezug auf die kurz vorher gemachten Aussagen über die geschwisterliche Liebe, deren Primat er nun bekräftigt. Er erinnert daran, dass die Christen als erstes die Worte gehört haben, die auch er von Anfang an verkündet hat: „Wir sollen einander lieben“. Nur in der geschwisterlichen Liebe finden die Menschen Rettung vor der mörderischen Gewalt. Das Beispiel des Kain („der vom Bösen stammte“) beweist eindrucksvoll die mörderische Macht, die in Egoismus und Stolz verborgen liegt. Der Christ ist deshalb das genaue Gegenteil von Kain. Nicht nur, dass er den anderen nicht hasst, nein, er soll ihn lieben. Jesus sagt es in der Bergpredigt: „Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst nicht töten; wer aber jemand tötet, soll dem Gericht verfallen sein. Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder auch nur zürnt, soll dem Gericht verfallen sein; und wer zu seinem Bruder sagt: Du Dummkopf!, soll dem Spruch des Hohen Rates verfallen sein; wer aber zu ihm sagt: Du (gottloser) Narr!, soll dem Feuer der Hölle verfallen sein“ (Mt 5,21–22). Die Liebe wird zum bestimmenden Lebensprinzip des Jüngers Jesu. Die Feindesliebe ist schließlich der letzte Beweis für eine universale Liebe, die alle Vorstellungen und sogar menschliches Verstehen übersteigt. Aus diesem Grund stammt sie von Gott und bleibt für das normale menschliche Empfinden ein unverständliches Paradox. Wer nicht liebt, gerät in die Fänge des Teufels, der zur Gleichgültigkeit verführt und dann in den Abgrund der Komplizenschaft mit dem Bösen stürzt. Zwischen Liebe und Hass gibt es keine vermittelnden Worte, entweder man entscheidet sich für die eine oder wird Sklave des anderen. Gerade diese radikale Unvereinbarkeit ruft den Widerspruch der Welt gegen die Christen hervor; so wird die Liebe gewaltsam von denen behindert, die fern von ihr sind und die sie aus dem Leben verbannen wollen. Das ist die Geschichte Jesu, die sich bei seinen Jüngern immer dann wiederholt, wenn sie das Liebesgebot bezeugen. Doch wer die Geschwister liebt, ist schon im Leben, der Tod hat keine Macht mehr über ihn. Der Christ ist gerufen, die Liebe nicht mit Worten sondern mit Taten zu bezeugen, also im konkreten Dienst an den Armen und in der täglichen Entscheidung für die Versöhnung und Gemeinschaft mit allen. Darin zeigt sich die Liebe des Herrn.


14/08/2012
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