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Das tägliche Gebet


 
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Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ich bin der gute Hirte,
meine Schafe hören auf meine Stimme,
und sie werden
eine einzige Herde sein.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das zweite Buch der Chronik 20,1-37

Danach zogen die Moabiter und Ammoniter mit einer Anzahl von Mëunitern zum Krieg gegen Joschafat heran.

Boten kamen und meldeten Joschafat: Ein großer Heerhaufen zieht von jenseits des Meeres, von Edom, gegen dich. Sie stehen schon in Hazezon-Tamar, das ist En-Gedi.

Joschafat geriet in Furcht; er beschloß, den Herrn zu befragen, und ließ in ganz Juda ein Fasten ausrufen.

Die Judäer versammelten sich, um vom Herrn (Hilfe) zu erbitten. Auch aus allen Städten Judas kamen sie herbei, um den Herrn zu bitten.

Joschafat aber trat im Haus des Herrn, im neuen Vorhof, vor die Versammlung Judas und Jerusalems

und betete: Herr, Gott unserer Väter, bist nicht du Gott im Himmel und Herrscher über alle Reiche der Völker? In deiner Hand liegen Kraft und Stärke; niemand kann dir widerstehen.

Hast nicht du, unser Gott, die Bewohner dieses Landes vor deinem Volk Israel vertrieben und für alle Zeiten ihr Gebiet den Nachkommen Abrahams, deines Freundes, gegeben?

Sie ließen sich darin nieder, bauten deinem Namen ein Heiligtum und sagten:

Wenn Unglück, Schwert, Überschwemmung, Pest oder Hunger über uns kommen, wollen wir vor dieses Haus und vor dein Angesicht hintreten; denn dein Name ist gegenwärtig in diesem Haus. Wir wollen in unserer Not zu dir rufen, und du wirst uns dann hören und wirst helfen.

Da stehen nun die Ammoniter, Moabiter und die Bewohner des Berglands Seïr (an unseren Grenzen). Du hast den Israeliten bei ihrem Auszug aus Ägypten nicht erlaubt, ihr Gebiet zu betreten. Sie haben sich von ihnen ferngehalten und sie nicht ausgerottet.

Dafür erweisen sie uns nun Böses; sie kommen, um uns aus deinem Besitz zu vertreiben, den du uns verliehen hast.

Wirst du, unser Gott, nicht über sie Gericht halten? Wir sind machtlos vor dieser gewaltigen Menge, die gegen uns zieht, und wissen nicht, was wir tun sollen. Nur auf dich sind unsere Augen gerichtet.

Während ganz Juda, mit Kindern, Frauen und Söhnen, vor dem Herrn stand,

kam mitten in der Versammlung der Geist des Herrn über Jahasiël, den Sohn Secharjas, des Sohnes Benajas, des Sohnes Jëiëls, des Sohnes Mattanjas, einen Leviten von den Söhnen Asafs.

Er rief: Ihr Judäer alle, ihr Einwohner Jerusalems und du, König Joschafat, merkt auf! So spricht der Herr zu euch: Fürchtet euch nicht, und erschreckt nicht vor diesem großen Heerhaufen; denn nicht eure, sondern Gottes Sache ist der Krieg.

Zieht morgen gegen sie hinab! Sie werden die Steige von Ziz heraufkommen, und ihr werdet am Ausgang des Tals vor der Wüste Jeruël auf sie stoßen.

Doch werdet ihr nicht kämpfen müssen. Tretet an, bleibt aber stehen, und seht zu, wie der Herr euch Rettung verschafft. Juda und Jerusalem, fürchtet euch nicht, und habt keine Angst! Morgen sollt ihr vor ihren Augen ausrücken, und der Herr wird mit euch sein.

Da verneigte sich Joschafat mit dem Gesicht zur Erde. Auch alle Judäer und die Einwohner Jerusalems fielen vor dem Herrn nieder und beteten ihn an.

Darauf erhoben sich von den Leviten die Nachkommen Kehats, und zwar die Nachkommen Korachs, um den Herrn, den Gott Israels, mit lauter und mächtiger Stimme zu preisen.

Früh am nächsten Morgen zogen sie in die Wüste von Tekoa. Beim Aufbruch trat Joschafat hin und rief: Hört mir zu, Juda und ihr Einwohner Jerusalems! Vertraut auf den Herrn, euren Gott, dann werdet ihr bestehen. Vertraut auf seine Propheten, dann werdet ihr Erfolg haben.

Nachdem er sich mit dem Volk beraten hatte, stellte er Sänger für den Herrn auf, die in heiligem Schmuck dem kampfbereiten Heer voranzogen, Loblieder sangen und riefen: Dankt dem Herrn; denn seine Huld währt ewig.

Während sie den Jubelruf und Lobpreis anstimmten, führte der Herr Feinde aus dem Hinterhalt gegen die Ammoniter, Moabiter und die Bewohner des Berglands Seïr, die gegen Juda gezogen waren, so daß sie geschlagen wurden.

Darauf stellten sich die Ammoniter und Moabiter gegen die Bewohner des Berglands Seïr, weihten sie dem Untergang und vernichteten sie. Nachdem sie die Bewohner Seïrs vollends aufgerieben hatten, gerieten sie selbst gegeneinander zu ihrem eigenen Verderben.

Als daher die Judäer an die Stelle kamen, von der aus man die Wüste überschauen konnte, und ihren Blick auf die feindlichen Scharen richteten, sahen sie nur Leichen am Boden liegen; keiner war entkommen.

Da rückte Joschafat mit seinen Leuten an, um die Beute zu sammeln. Sie fanden bei ihnen eine Menge Waren, Kleider, kostbare Geräte und nahmen so viel an sich, daß sie es nicht mehr tragen konnten. Drei Tage plünderten sie; denn die Beute war reichlich.

Am vierten Tag sammelten sie sich im Tal Beracha und priesen dort den Herrn. Darum nennt man diese Gegend Tal Beracha (Preistal) bis zum heutigen Tag.

Darauf wandten sich alle Männer Judas und Jerusalems mit Joschafat an ihrer Spitze voller Freude zur Heimkehr nach Jerusalem; denn der Herr hatte ihnen Freude über ihre Feinde verliehen.

Unter dem Spiel der Harfen, Zithern und Trompeten kamen sie nach Jerusalem zum Haus des Herrn.

Der Schrecken Gottes aber erfaßte alle Reiche der Länder, als sie hörten, daß der Herr gegen die Feinde Israels gekämpft habe.

So hatte das Reich Joschafats Frieden, und sein Gott verschaffte ihm ringsum Ruhe.

Joschafat war König von Juda. Er war fünfunddreißig Jahre alt, als er König wurde, und regierte fünfundzwanzig Jahre in Jerusalem. Seine Mutter hieß Asuba und war eine Tochter Schilhis.

Er folgte den Wegen seines Vaters Asa, ohne von ihnen abzuweichen, und tat, was dem Herrn gefiel.

Nur die Kulthöhen verschwanden nicht. Das Volk hatte seinen Sinn noch nicht auf den Gott seiner Väter gerichtet.

Die übrige Geschichte Joschafats, die frühere und die spätere, ist aufgezeichnet in der Geschichte Jehus, des Sohnes Hananis, die in das Buch der Könige von Israel aufgenommen wurde.

Zuletzt verbündete sich Joschafat, der König von Juda, mit Ahasja, dem König von Israel, dessen Tun frevelhaft war.

Joschafat schloß mit ihm ein Abkommen, um Schiffe zu bauen, die nach Tarschisch fahren sollten. Sie bauten die Schiffe in Ezjon-Geber.

Doch Eliëser, der Sohn Dodawas aus Marescha, weissagte gegen Joschafat: Weil du dich mit Ahasja verbündet hast, wird der Herr dein Werk zerstören. So zerschellten denn die Schiffe und konnten nicht nach Tarschisch fahren.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ein neues Gebot gebe ich euch:
Liebet einander!

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Chronist beginnt die Schilderung des Kampfes gegen die Moabiter und Ammoniter, die von Osten und Südosten anrücken. Schon früher hatten die beiden Völker Krieg gegen Israel geführt. Nun treten sie als riesiges Heer auf und sind zahlenmäßig den Truppen Judas weit überlegen. Sie stehen schon in En-Gedi, wenige Kilometer südöstlich von Jerusalem. Als Joschafat diese große Schar erblickt, gerät er in Furcht. Die vorausgehende Erfahrung lehrt ihn jedoch, keine militärischen Gegenmaßnahmen zu ergreifen oder politische Bündnisse zu schließen. Diesmal sucht er zuerst den Herrn und fordert das ganze Volk auf, ihm darin zu folgen, indem er ein Fasten für das ganze Volk ausruft. Aus allen Städten kommt man nach Jerusalem, um den Herrn anzurufen. Offensichtlich zeigt die vorhergehende Religionsreform Früchte. Sie waren wirklich ein Herz und eine Seele in der Hinwendung an den Herrn, während die Gefahr näher rückte. Das Volk ist zum Gebet versammelt und zeigt Reue vor dem Herrn. Joschafat steht mitten unter ihnen und betet zum Herrn im Vertrauen auf seine Macht: „In deiner Hand liegen Kraft und Stärke; niemand kann dir widerstehen“ (V.6). Dann erinnert er den Herrn an die Gestalt des Abraham, „deines Freundes“, dem er Nachkommenschaft verheißen hatte. Schließlich erwähnt er die Rede des Mose vor der Erneuerung des Bundes auf dem Berg Nebo. Die Fürbitte endet mit dem Gebet Salomos bei der Tempelweihe. Abschließend bittet er demütig um die Hilfe des Herrn: „Wir wissen nicht, was wir tun sollen. Nur auf dich sind unsere Augen gerichtet“ (V.12). Wie Joschafat steht das Volk vor dem Herrn und hört seinem Flehen zu, dem es sich im Gebet anschließt. Das Flehen des Königs erfährt eine Erwiderung in den prophetischen Worten Jahasiëls, eines Leviten von den Söhnen Asafs. Denn der Herr erweckt Propheten inmitten seines Volkes, damit es nicht ohne Worte und Orientierung bleibt. Der Spruch beginnt mit einem Aufruf: „Fürchtet euch nicht“. Er endet mit einer Heilsverheißung. Der Herr wird selbst in den Kampf eingreifen: „Erschreckt nicht vor diesem großen Heerhaufen; denn nicht eure, sondern Gottes Sache ist der Krieg“ (V.15). Er wird für sie kämpfen. Am frühen Morgen begleitet das Volk von Juda Joschafat in den Kampf in die Wüste von Tekoa, doch stößt es dort nicht auf ein Kriegsgeschehen. Noch einmal macht der König seinem Volk Mut: „Vertraut auf den Herrn, euren Gott, dann werdet ihr bestehen. Vertraut auf seine Propheten, dann werdet ihr Erfolg haben.“ Statt eines Schlachtrufes stimmt das ganze Volk des Herrn ein Loblied an, das die Feinde in Schrecken versetzt und in die Flucht treibt. Die schwache Kraft des Gebetes besiegt das Böse, denn der Herr kämpft selbst für sein Volk und befreit es vor den Anfeindungen des Bösen. Der Krieg endet, wie er begann, nämlich im Tempel des Herrn mit Lob und Dank für seinen Schutz. Doch obwohl ihm Gott immer wieder seinen Schutz erwiesen hat, schließt Joschafat gegen Ende seiner Herrschaft ein Bündnis mit den Stämmen des Nordens. Das missfällt dem Herrn, der daraufhin sein Werk zerstört. Wieder wird hier auf die Gefahr des Stolzes hingewiesen, der von Gott und seinem Segen entfernt.


08/11/2012
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