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Das tägliche Gebet


 
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Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr seid ein auserwählter Stamm,
ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk,
ein Volk, das Gott erworben hat,
um seine Wunder zu verkünden.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das zweite Buch der Chronik 24,1-27

Joasch war sieben Jahre alt, als er König wurde, und regierte vierzig Jahre in Jerusalem. Seine Mutter hieß Zibja und stammte aus Beerscheba.

Joasch tat, was dem Herrn gefiel, solange der Priester Jojada lebte.

Jojada warb für ihn zwei Frauen, und er zeugte Söhne und Töchter.

Danach faßte Joasch den Entschluß, das Haus des Herrn zu erneuern.

Er ließ die Priester und die Leviten zusammenkommen und sagte zu ihnen: Geht in die Städte Judas, und sammelt Geld von ganz Israel, um Jahr für Jahr Ausbesserungen am Haus eures Gottes vornehmen zu können. Beeilt euch dabei! Als sich aber die Leviten nicht beeilten,

rief Joasch den Oberpriester Jojada zu sich und hielt ihm vor: Warum hast du die Leviten nicht angehalten, von Juda und Jerusalem die Abgabe zu erheben, die Mose, der Knecht des Herrn, und die Versammlung Israels für das Zelt der Bundesurkunde vorgeschrieben haben?

Die ruchlose Atalja und ihre Bauleute haben das Haus Gottes verfallen lassen und sogar die Weihegaben des Hauses des Herrn für die Baale verwendet.

Der König ließ nun einen Kasten anfertigen und außen am Tor des Hauses des Herrn aufstellen.

Dann rief man in Juda und Jerusalem aus, man solle die Abgabe für den Herrn entrichten, die Mose, der Knecht Gottes, den Israeliten in der Wüste befohlen hat.

Alle führenden Männer und das ganze Volk waren darüber erfreut. Sie brachten ihre Beiträge und warfen sie in den Kasten, bis er voll war.

Zu bestimmten Zeiten ließ man den Kasten durch Leviten zur Überprüfung zum König bringen. Wenn man sah, daß viel Geld darin war, kamen der Schreiber des Königs und der Beauftragte des Oberpriesters, leerten den Kasten und trugen ihn wieder an seinen Platz zurück. Das taten sie Tag für Tag und brachten viel Geld zusammen.

Der König und Jojada übergaben es den Werkmeistern, die am Haus des Herrn tätig waren, und diese bestellten Maurer und Zimmerleute sowie Eisen- und Bronzeschmiede, die das Haus des Herrn erneuern und seine Schäden beseitigen sollten.

Die Werkmeister griffen zu, und unter ihrer Leitung gingen die Ausbesserungsarbeiten gut voran. Sie stellten das Haus Gottes nach seinen Plänen wieder her und erhöhten seine Festigkeit.

Als sie fertig waren, brachten sie den Rest des Geldes vor den König und vor Jojada, und dieser ließ dafür Geräte für das Haus des Herrn, Kult- und Opfergeräte, Schalen und sonstige Gefäße aus Gold und Silber anfertigen. Solange Jojada lebte, wurden ständig im Haus des Herrn Opfer dargebracht.

Jojada aber wurde alt und satt an Lebenstagen; er war hundertdreißig Jahre alt, als er starb.

Man begrub ihn bei den Königen in der Davidstadt; denn er hatte an Israel, für Gott und sein Haus, Gutes getan.

Nach dem Tod Jojadas kamen die führenden Männer Judas zum König und warfen sich vor ihm nieder. Dieser hörte damals auf sie,

so daß sie den Bund des Herrn, des Gottes ihrer Väter, verließen und die Kultpfähle und Götzenbilder verehrten. Wegen dieser Schuld kam ein Zorngericht über Juda und Jerusalem.

Der Herr schickte Propheten zu ihnen, um sie zur Umkehr zum Herrn zu bewegen, aber man hörte nicht auf ihre Warnung.

Da kam der Geist Gottes über Secharja, den Sohn des Priesters Jojada. Er trat vor das Volk und hielt ihm vor: So spricht Gott: Warum übertretet ihr die Gebote des Herrn? So könnt ihr kein Glück mehr haben. Weil ihr den Herrn verlassen habt, wird er euch verlassen.

Sie aber taten sich gegen ihn zusammen und steinigten ihn auf Befehl des Königs im Hof des Hauses des Herrn.

König Joasch dachte nicht mehr an die Treue, mit der ihm Jojada, der Vater Secharjas, gedient hatte, sondern ließ dessen Sohn töten. Dieser aber rief sterbend aus: Der Herr möge es sehen und vergelten.

Um die Jahreswende zog das Heer der Aramäer gegen Joasch. Sie drangen nach Juda und Jerusalem vor und machten alle führenden Männer des Volkes nieder. Ihre gesamte Beute brachte man zum König von Damaskus.

Mit nur wenig Kriegern war das Heer der Aramäer gekommen; aber der Herr gab ein sehr großes Heer in ihre Gewalt, weil die Israeliten den Herrn, den Gott ihrer Väter, verlassen hatten. So vollzogen die Aramäer an Joasch das Strafgericht.

Als sie abzogen und ihn schwerkrank zurückließen, verschworen sich seine Diener gegen ihn wegen der Blutschuld am Sohn des Priesters Jojada und erschlugen ihn auf seinem Bett. Man begrub ihn in der Davidstadt, aber nicht in den Gräbern der Könige.

Die Verschwörer waren Sabad, der Sohn der Ammoniterin Schimat, und Josabad, der Sohn der Moabiterin Schomer.

Weitere Nachrichten über seine Söhne, über die vielen Prophetensprüche gegen ihn und über die Wiederherstellung des Hauses Gottes sind aufgezeichnet in den Erläuterungen zum Buch der Könige. Sein Sohn Amazja wurde König an seiner Stelle.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr werdet heilig sein,
weil ich heilig bin, spricht der Herr.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das lange 24. Kapitel wird mit der Aussage über die gute Regierung des Joasch eingeleitet. Als Kind von gerade einmal sieben Jahren bestieg er den Thron und regierte vierzig Jahre. Im Gehorsam gegenüber seinem geistlichen Lehrer, dem Oberpriester Jojada, regierte der König voller Weisheit. Doch nach dem Tod des Oberpriesters und ohne geistliche Begleitung folgte er nicht mehr den Wegen des Herrn. Der Chronist sagt zu Beginn: "Joasch tat, was dem Herrn gefiel, solange der Priester Jojada lebte". Deutlich ist hierin der Hinweis zu erkennen, dass es hilfreich und geradezu notwendig ist, eine Begleitung zu haben, um den Willen Gottes zu erkennen und nicht dem eigenen Willen untertan zu sein. Die Tradition eines "geistlichen Vaters" zur Begleitung, der hilft, dem Kreislauf eines egozentrischen Lebens zu entkommen, findet sich schon auf diesen Seiten der Schrift. Zufrieden weist der Chronist auf die Tempelrestaurierung des Joasch in Übereinstimmung mit Jojada hin. Beide Personen stehen beim Volk in hohem Ansehen. Der Tempel musste restauriert werden, weil er durch die ruchlose Atalja und ihr Gefolge dem Verfall überlassen und entweiht worden war. Sie hatten nämlich die heiligen Gegenstände des Gotteshauses für den Kult fremder Götter verwendet. Wie schon Mose festgelegt hatte, mussten sich alle daran beteiligen (Ex 30,12-16). Nach dem Willen des Joasch musste das ganze Volk nach Jerusalem kommen und Geld in einen besonderen Kasten werfen, um dadurch ihren Willen unter Beweis zu stellen, dem Ort der Gegenwart Gottes wieder Glanz zu verleihen. Die ganze Gemeinde sollte daran und damit auch an der Erneuerung des Bundes mit dem Herrn beteiligt werden. Ähnlich wie zur Zeit Davids (1Chr 29,9) brachte nun die ganze Gemeinde ihren Beitrag für den Herrn. Wie schon in der Vergangenheit beim Zelt in der Wüste (Ex 36,4-7) gab das Volk eine großzügige Antwort. Immer wenn der Kasten angefüllt war, wurde er geleert und wieder aufgestellt. Diese verantwortungsvolle Tätigkeit folgte einem genau festgelegtem Ablauf: Die mit der Sammlung beauftragten Leviten brachten den Kasten zur Überprüfung zum König, der ihn durch einen Schreiber und einen Beauftragten des Oberpriesters leeren ließ. Die beiden Gesalbten, der König und der Oberpriester, teilten sich die Verantwortung für die Überprüfung. Hier zeigt sich eine beeindruckende Übereinstimmung zwischen den beim Bau des Tempels unter David und Salomo angeordneten Arbeiten und den Arbeiten zu seiner Ausbesserung. Der ursprüngliche Zustand des Tempels wurde so wiederhergestellt. Das Lob des Priesters Jojada weist auf sein Ansehen beim König und beim Volk hin. Der Herr schenkt ihm ein höheres Alter als Aaron (123 Jahre, vgl. Num 33,39), Mose (120 Jahre, vgl. Dtn 34,7) und Josua (110 Jahre, vgl. Jos 24,29). Insbesondere werden zwei Aspekte seines Wirkens hervorgehoben: Er hat das "wahre Israel" zur Wiederherstellung des Bundes mit dem Herrn geführt und die Restaurierung des Tempels organisiert. Er wird in den Königsgräbern bestattet. Ohne die Hilfe des Oberpriesters Jojada geschah es leider, dass der König und das Volk "den Bund des Herrn, des Gottes ihrer Väter, verließen und die Kultpfähle und Götzenbilder verehrten" (V.18). Der Herr sandte Propheten zu ihnen, um sie zur Umkehr zu bewegen, "aber man hörte nicht auf ihre Warnung" (V.19). Diese Geschichte wiederholt sich häufig. Selbstzufriedenheit stumpft das Denken ab und macht das Herz blind. Man hört nicht mehr auf mit Vollmacht gesprochene Worte und entfernt sich von Gott. Doch der Herr resigniert nicht angesichts unserer Taubheit und sendet eine noch machtvollere Stimme, wie in diesem Fall den Propheten Secharja, dessen Vorhaltungen noch eindringlicher sind. Doch ihn steinigten sie im Tempel. Hier erkennt man schon die Geschichte Jesu und aller Märtyrer, die ihr Zeugnis für das Evangelium mit dem Blut bezahlt haben. Die Tötung des Propheten und die gewaltsame Ablehnung des Wortes Gottes liefern das Volk Juda den Händen des Feindes aus. "Weil ihr den Herrn verlassen habt, wird er euch verlassen" (V.20). Das Heer der Aramäer fällt in das Gebiet von Juda bis nach Jerusalem ein. Die ersten Opfer sind die führenden Männer, die den König schlecht beraten hatten. Doch das Unheil trifft auch das große Heer von Juda, das durch den Ungehorsam des Volkes in die Gewalt weniger feindlicher Soldaten gerät.


14/11/2012
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