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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom

Gedenken an den heiligen Bischof und Märtyrer Polykarp, einen Jün-ger des Apostels Johannes († 155).


Lesung des Wortes Gottes

Lob sei dir, Lob sei dir, oh Herr,
König der ewigen Herrlichkeit.

Jeder, der lebt und an mich glaubt,
wird in Ewigkeit nicht sterben.

Lob sei dir, Lob sei dir, oh Herr,
König der ewigen Herrlichkeit.

Der erste Brief an die Korinther 5,1-5

Übrigens hört man von Unzucht unter euch, und zwar von Unzucht, wie sie nicht einmal unter den Heiden vorkommt, daß nämlich einer mit der Frau seines Vaters lebt.

Und da macht ihr euch noch wichtig, statt traurig zu werden und den aus eurer Mitte zu stoßen, der so etwas getan hat.

Was mich angeht, so habe ich - leiblich zwar abwesend, geistig aber anwesend - mein Urteil über den, der sich so vergangen hat, schon jetzt gefällt, als ob ich persönlich anwesend wäre:

Im Namen Jesu, unseres Herrn, wollen wir uns versammeln, ihr und mein Geist, und zusammen mit der Kraft Jesu, unseres Herrn,

diesen Menschen dem Satan übergeben zum Verderben seines Fleisches, damit sein Geist am Tag des Herrn gerettet wird.

 

Lob sei dir, Lob sei dir, oh Herr,
König der ewigen Herrlichkeit.

Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen,
so spricht der Herr.

Lob sei dir, Lob sei dir, oh Herr,
König der ewigen Herrlichkeit.

Nach den ersten vier Kapiteln, die eine Art lange Einleitung des Briefes darstellen, antwortet Paulus jetzt auf einige Fragen in Bezug auf das Leben der Gemeinde. Aus den Worten des Apostels wird ersichtlich, wie stark seine Beziehung zur Gemeinde von Korinth war. Entschieden spricht er einen Fall von Inzest an, der in der Gemeinde vorgefallen war und der gelöst werden muss. Es ist eine Stelle, die uns dazu bringt, die Verantwortung der geschwisterlichen Zurechtweisung wie-der zu entdecken. Sie wird oft vernachlässigt – sei es aus Faulheit oder aus Gleichgültigkeit. Um jemanden zurechtzuweisen, muss man die Verantwortung übernehmen, Bruder oder Schwester zu sein. Es erfor-dert eine lange und geduldige „Arbeit“, die auch Härte nicht aus-schließt, um den Versuch zu unternehmen, das Herz dessen zu än-dern, der einen Fehler begangen hat, und um das Wachsen der Ge-meinde zu schützen. Die Schwere der Sünde – wie in diesem Fall – erfordert eine ebenso schwerwiegende Entscheidung, um die Gefahr an den Wurzeln zu beseitigen. Aber all das ist nicht möglich ohne Lie-be, ohne väterliche Liebe. Leider lassen wir uns oft durch Kälte oder – noch schlimmer – durch Gleichgültigkeit leiten, und dies führt dazu, dass uns die Brüder und Schwestern egal sind. Der Apostel Paulus aber lehrt uns, auch an das Heil derer zu denken, die sich mit schwerer Schuld befleckt haben. Die harte Entscheidung, die gegen den Sünder getroffen wird, soll dazu führen, dass „sein Geist am Tag des Herrn gerettet wird“ (V. 5). Seine ersten Worte tadeln, dass dieses Unkraut nicht sofort und mit Kraft ausgerissen wurde, sondern dass man sich auf einige Worte der Rüge beschränkte. Der Apostel sagt, dass die Gemeinde für die Heiligkeit aller ihrer Mitglieder mitverantwortlich ist. Somit ist es die Pflicht der Gemeinde und eines jeden Mitgliedes, die Brüder und Schwestern geschwisterlich zurechtzuweisen, damit das Böse ausgetrieben wird und ein einziger Leib des Herrn nach dem Geist des Evangeliums aufgebaut wird. Dies ist der Sinn der brüderli-chen Zurechtweisung, von der auch im Evangelium die Rede ist. Sie zeigt die wirksame Solidarität unter den Mitgliedern dieser einen Fami-lie Gottes.


23/02/2013
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