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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom


Lesung des Wortes Gottes

Lob sei dir, Lob sei dir, oh Herr,
König der ewigen Herrlichkeit.

Der Geist des Herren ruht auf dir,
der von dir geboren wird, wird heilig sein.

Lob sei dir, Lob sei dir, oh Herr,
König der ewigen Herrlichkeit.

Der erste Brief an die Korinther 6,1-11

Wagt es einer von euch, der mit einem anderen einen Rechtsstreit hat, vor das Gericht der Ungerechten zu gehen statt zu den Heiligen?

Wißt ihr denn nicht, daß die Heiligen die Welt richten werden? Und wenn durch euch die Welt gerichtet wird, seid ihr dann nicht zuständig, einen Rechtsstreit über Kleinigkeiten zu schlichten?

Wißt ihr nicht, daß wir über Engel richten werden? Also erst recht über Alltägliches.

Wie könnt ihr dann jene, die im Urteil der Gemeinde nichts gelten, als Richter einsetzen, wenn ihr einen Rechtsstreit über Alltägliches auszutragen habt?

Ich sage das, damit ihr euch schämt. Gibt es denn unter euch wirklich keinen, der die Gabe hat, zwischen Brüdern zu schlichten?

Statt dessen zieht ein Bruder den andern vor Gericht, und zwar vor Ungläubige.

Ist es nicht überhaupt schon ein Versagen, daß ihr miteinander Prozesse führt? Warum leidet ihr nicht lieber Unrecht? Warum laßt ihr euch nicht lieber ausrauben?

Nein, ihr selber begeht Unrecht und Raub, und zwar an Brüdern.

Wißt ihr denn nicht, daß Ungerechte das Reich Gottes nicht erben werden? Täuscht euch nicht! Weder Unzüchtige noch Götzendiener, weder Ehebrecher noch Lustknaben, noch Knabenschänder,

noch Diebe, noch Habgierige, keine Trinker, keine Lästerer, keine Räuber werden das Reich Gottes erben.

Und solche gab es unter euch. Aber ihr seid reingewaschen, seid geheiligt, seid gerecht geworden im Namen Jesu Christi, des Herrn, und im Geist unseres Gottes.

 

Lob sei dir, Lob sei dir, oh Herr,
König der ewigen Herrlichkeit.

Hier sind, Herr, deine Diener,
uns geschehe nach deinem Wort.

Lob sei dir, Lob sei dir, oh Herr,
König der ewigen Herrlichkeit.

Der Apostel hat ein so hohes Bild von der christlichen Gemein-schaft, dass er es für schändlich hält, vor ein heidnisches Gericht zu ziehen, um mögliche innere Streitigkeiten zu lösen. Paulus will die heidnischen Gerichte nicht verurteilen, denn er schätzt sie sehr, wie im Römerbrief (13,1–3) deutlich wird. Vielmehr möchte er verhin-dern, dass man sich an äußere Autoritäten wendet, um Streitfälle zu lösen, die innerhalb der Gemeinde entstehen. Es ist schon schlimm genug, dass es Streitigkeiten unter den Gläubigen gibt. Aber wenn sie auftreten, dann soll man ihnen im Geist der Geschwisterlichkeit der Familie Gottes begegnen, und derjenige, der in der christlichen Gemeinde die größte Weisheit besitzt, soll mithelfen. Man darf je-denfalls das nicht vergessen, was der Apostel an anderer Stelle sagt: „Die Sonne soll nicht über eurem Zorn untergehen.“ Damit er-innert er daran, dass es alle nötig haben, jeden Tag neu geboren zu werden. Er drängt darauf, dass sie es verstehen sollen, auch das Unrecht zu ertragen, das sie möglicherweise erleiden. Wie oft herr-schen stattdessen kleinliche Haltungen vor, die dem geschwisterli-chen Leben schaden. Deshalb erinnert Paulus die Christen von Ko-rinth an das traurige Leben, das sie führten, bevor sie in die Ge-meinde eintraten. Er sagt ihnen: „Aber ihr seid reingewaschen, seid geheiligt, seid gerecht geworden …“ und die Korinther sind zu neu-en Geschöpfen geworden. Deshalb können sie nicht mehr nach den gleichen Kriterien und mit denselben Gewohnheiten der Welt leben, vor der sie gerettet worden sind. Denn das würde bedeuten, das Neue dieses Lebens zu verleugnen, das ihnen so großzügig und kostenlos geschenkt wurde.


26/02/2013
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