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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom


Lesung des Wortes Gottes

Lob sei dir, Lob sei dir, oh Herr,
König der ewigen Herrlichkeit.

Ihr seid ein auserwählter Stamm,
ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk,
ein Volk, das Gott erworben hat,
um seine Wunder zu verkünden.

Lob sei dir, Lob sei dir, oh Herr,
König der ewigen Herrlichkeit.

Der erste Brief an die Korinther 9,19-27

Da ich also von niemand abhängig war, habe ich mich für alle zum Sklaven gemacht, um möglichst viele zu gewinnen.

Den Juden bin ich ein Jude geworden, um Juden zu gewinnen; denen, die unter dem Gesetz stehen, bin ich, obgleich ich nicht unter dem Gesetz stehe, einer unter dem Gesetz geworden, um die zu gewinnen, die unter dem Gesetz stehen.

Den Gesetzlosen war ich sozusagen ein Gesetzloser - nicht als ein Gesetzloser vor Gott, sondern gebunden an das Gesetz Christi -, um die Gesetzlosen zu gewinnen.

Den Schwachen wurde ich ein Schwacher, um die Schwachen zu gewinnen. Allen bin ich alles geworden, um auf jeden Fall einige zu retten.

Alles aber tue ich um des Evangeliums willen, um an seiner Verheißung teilzuhaben.

Wißt ihr nicht, daß die Läufer im Stadion zwar alle laufen, aber daß nur einer den Siegespreis gewinnt? Lauft so, daß ihr ihn gewinnt.

Jeder Wettkämpfer lebt aber völlig enthaltsam; jene tun dies, um einen vergänglichen, wir aber, um einen unvergänglichen Siegeskranz zu gewinnen.

Darum laufe ich nicht wie einer, der ziellos läuft, und kämpfe mit der Faust nicht wie einer, der in die Luft schlägt;

vielmehr züchtige und unterwerfe ich meinen Leib, damit ich nicht anderen predige und selbst verworfen werde.

 

Lob sei dir, Lob sei dir, oh Herr,
König der ewigen Herrlichkeit.

Ihr werdet heilig sein,
weil ich heilig bin, spricht der Herr.

Lob sei dir, Lob sei dir, oh Herr,
König der ewigen Herrlichkeit.

Die wahre Freiheit, die Paulus bezeugt und uns verkündet, besteht darin, „sich für alle zum Sklaven zu machen“, um das Evangelium weiterzugeben. Mit dieser Kraft, die aus seinem Lebenszeugnis er-wächst, vereint der Apostel zwei Aussagen: „(…) von niemand ab-hängig (…), habe ich mich für alle zum Sklaven gemacht“. Hier klin-gen die Worte Jesu mit: „Bei euch aber soll es nicht so sein, son-dern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein“ (Mk 10,43). Hier handelt es sich aber nicht um eine asketische Übung zur Vervollkommnung der Seele. Der Apostel hat sich zum Sklaven gemacht, um möglichst viele für Christus zu gewinnen. Über wenige Zeilen hinweg wiederholt er fünfmal das Verb „gewinnen“ und bringt es eng mit dem anderen Verb „retten“ in Verbindung. Das Herz des Apostels schlägt nicht nur für sich selbst, sondern es wird weit und umarmt die ganze Welt: „Allen bin ich alles geworden, um auf jeden Fall einige zu retten.“ Er möchte nicht nur niemanden ausschließen (sei er Jude oder Heide), sondern gibt sich auch solange nicht zu-frieden, wie das Evangelium nicht möglichst viele Menschen erreicht hat. Das ist sein Wettkampf, sein Lauf, das ganze Leben lang. Die-ses Zeugnis müsste unter den Christen am Beginn des neuen Jahr-hunderts in besonderer Weise aufgegriffen werden. Paulus kehrt in unsere Mitte zurück als einer, der die Universalität der Predigt Jesu aufzugreifen weiß und sie ganz zu seinem Lebensinhalt macht. Wir können sagen, dass er die Globalisierung der Liebe als Erster ver-wirklicht, indem er jede Verschlossenheit und Trennung, alle ethni-schen oder religiösen Hindernisse überwindet. Der Apostel möchte die ganze Welt erreichen: Er denkt an Rom, die Hauptstadt des Rei-ches, und möchte bis nach Spanien, ans äußerste Ende, gehen. Noch heute ist Paulus für alle christlichen Gemeinschaften ein Bei-spiel für die Weitergabe des Evangeliums bis an die Grenzen der Erde. Aufs Neue zeigt sich, dass es hier nicht um etwas Äußerliches geht. Wir haben keine absolut eindeutigen Belege dafür, dass Pau-lus bis nach Spanien gelangt ist. Es geht um die Universalität des Herzens, denn hier, in unserem Herzen, werden Grenzen und Hin-dernisse überwunden. Denn Letztere bestehen weniger außerhalb, sondern vielmehr innerhalb des Herzens und in den Gedanken der Menschen.


06/03/2013
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