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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom


Lesung des Wortes Gottes

Lob sei dir, Lob sei dir, oh Herr,
König der ewigen Herrlichkeit.

Das ist das Evangelium der Armen,
die Befreiung der Gefangenen,
das Augenlicht der Blinden,
die Freiheit der Unterdrückten.

Lob sei dir, Lob sei dir, oh Herr,
König der ewigen Herrlichkeit.

Der erste Brief an die Korinther 11,17-34

Wenn ich schon Anweisungen gebe: Das kann ich nicht loben, daß ihr nicht mehr zu eurem Nutzen, sondern zu eurem Schaden zusammenkommt.

Zunächst höre ich, daß es Spaltungen unter euch gibt, wenn ihr als Gemeinde zusammenkommt; zum Teil glaube ich das auch.

Denn es muß Parteiungen geben unter euch; nur so wird sichtbar, wer unter euch treu und zuverlässig ist.

Was ihr bei euren Zusammenkünften tut, ist keine Feier des Herrenmahls mehr;

denn jeder verzehrt sogleich seine eigenen Speisen, und dann hungert der eine, während der andere schon betrunken ist.

Könnt ihr denn nicht zu Hause essen und trinken? Oder verachtet ihr die Kirche Gottes? Wollt ihr jene demütigen, die nichts haben? Was soll ich dazu sagen? Soll ich euch etwa loben? In diesem Fall kann ich euch nicht loben.

Denn ich habe vom Herrn empfangen, was ich euch dann überliefert habe: Jesus, der Herr, nahm in der Nacht, in der er ausgeliefert wurde, Brot,

sprach das Dankgebet, brach das Brot und sagte: Das ist mein Leib für euch. Tut dies zu meinem Gedächtnis!

Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch und sprach: Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blut. Tut dies, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis!

Denn sooft ihr von diesem Brot eßt und aus dem Kelch trinkt, verkündet ihr den Tod des Herrn, bis er kommt.

Wer also unwürdig von dem Brot ißt und aus dem Kelch des Herrn trinkt, macht sich schuldig am Leib und am Blut des Herrn.

Jeder soll sich selbst prüfen; erst dann soll er von dem Brot essen und aus dem Kelch trinken.

Denn wer davon ißt und trinkt, ohne zu bedenken, daß es der Leib des Herrn ist, der zieht sich das Gericht zu, indem er ißt und trinkt.

Deswegen sind unter euch viele schwach und krank, und nicht wenige sind schon entschlafen.

Gingen wir mit uns selbst ins Gericht, dann würden wir nicht gerichtet.

Doch wenn wir jetzt vom Herrn gerichtet werden, dann ist es eine Zurechtweisung, damit wir nicht zusammen mit der Welt verdammt werden.

Wenn ihr also zum Mahl zusammenkommt, meine Brüder, wartet aufeinander!

Wer Hunger hat, soll zu Hause essen; sonst wird euch die Zusammenkunft zum Gericht. Weitere Anordnungen werde ich treffen, wenn ich komme.

 

Lob sei dir, Lob sei dir, oh Herr,
König der ewigen Herrlichkeit.

Der Menschensohn
ist gekommen, um zu dienen,
wer groß sein will,
mache sich zum Diener aller.

Lob sei dir, Lob sei dir, oh Herr,
König der ewigen Herrlichkeit.

Die zweite Frage betrifft die Ordnung beim eucharistischen Mahl. Auch beim vorhergehenden Abschnitt (in welchem es um die Kleidung der Frauen ging), nahm Paulus Bezug auf die gottesdienstliche Versamm-lung, um sie sozusagen in den Mittelpunkt zu stellen. Die Eucharistie war wirklich die Quelle des neuen Lebens und die Quelle neuer Verhal-tensweisen für die Gläubigen. Sie war der Ursprung und der Höhe-punkt des christlichen Lebens, so wie es zwanzig Jahrhunderte später das II. Vatikanische Konzil formulieren wird. Zur Zeit des Paulus wurde die Eucharistie am Ende eines gemeinsamen Mahles gefeiert, bei dem die Gemeinde versammelt war. Es geschah jedoch häufig, dass einige ihr Essen einnahmen, ohne auf die Ärmeren Rücksicht zu nehmen. So zeigten sie mehr Distanz und Desinteresse als Kommunion und Liebe. Ihr Verhalten bedeutete einen direkten Verrat am Sakrament der Ein-heit. Dem Apostel ist wohl bewusst, dass in der Gemeinde nicht alles angenommen wird, und deshalb ist es gut, dass es Einschnitte und Verbesserungen gibt: „Denn es muss Parteiungen geben unter euch; nur so wird sichtbar, wer unter euch treu und zuverlässig ist“ (Vers 19). Wenn man jedoch um das einzige Brot versammelt ist, muss die Ge-meinde „ein Herz und eine Seele“ (Apg 4,32) sein. Angesichts des Egoismus, der sich während des Herrenmahls breitmacht, empört sich Paulus so sehr, dass er ihn sogar als gotteslästerliche Haltung be-zeichnet. Um den Primat der Kommunion in der Gemeinschaft zu ver-teidigen, erzählt er von der Einsetzung der Eucharistie. Die Einsetzung der Eucharistie stammt, auch in ihrer Formulierung nicht von Paulus. Er hat sie empfangen und gibt sie selbst wiederum weiter. Dies ist der wertvollste Schatz in der Kirche. Für den Apostel ist offensichtlich die Brüderlichkeit in der Gemeinde eng mit der Feier der Eucharistie ver-bunden, dem Gedächtnis Christi. Bei der Feier der Kommunion mit Christus darf man diese nicht gleichzeitig durch egoistisches Verhalten und Verachtung der anderen verleugnen. Der gebrochene Leib und der für die anderen vergossene Wein zeigen, mit welchem Geist man an der Feier der Eucharistie teilnehmen soll. Auch an die Jünger von heu-te wird die Forderung gestellt, nicht für sich, sondern für die anderen zu leben.


11/03/2013
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