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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr seid ein auserwählter Stamm,
ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk,
ein Volk, das Gott erworben hat,
um seine Wunder zu verkünden.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der zweite Brief an die Korinther 8,1-15

Brüder, wir wollen euch jetzt von der Gnade erzählen, die Gott den Gemeinden Mazedoniens erwiesen hat.

Während sie durch große Not geprüft wurden, verwandelten sich ihre übergroße Freude und ihre tiefe Armut in den Reichtum ihres selbstlosen Gebens.

Ich bezeuge, daß sie nach Kräften und sogar über ihre Kräfte spendeten, ganz von sich aus,

indem sie sich geradezu aufdrängten und uns um die Gunst baten, zur Hilfeleistung für die Heiligen beitragen zu dürfen.

Und über unsere Erwartung hinaus haben sie sich eingesetzt, zunächst für den Herrn, aber auch für uns, wie es Gottes Wille war.

Daraufhin ermutigten wir Titus, dieses Liebeswerk, das er früher bei euch begonnen hatte, nun auch zu vollenden.

Wie ihr aber an allem reich seid, an Glauben, Rede und Erkenntnis, an jedem Eifer und an der Liebe, die wir in euch begründet haben, so sollt ihr euch auch an diesem Liebeswerk mit reichlichen Spenden beteiligen.

Ich meine das nicht als strenge Weisung, aber ich gebe euch Gelegenheit, angesichts des Eifers anderer auch eure Liebe als echt zu erweisen.

Denn ihr wißt, was Jesus Christus, unser Herr, in seiner Liebe getan hat: Er, der reich war, wurde euretwegen arm, um euch durch seine Armut reich zu machen.

Ich gebe euch nur einen Rat, der euch helfen soll; ihr habt ja schon voriges Jahr angefangen, etwas zu unternehmen, und zwar aus eigenem Entschluß.

Jetzt sollt ihr das Begonnene zu Ende führen, damit das Ergebnis dem guten Willen entspricht - je nach eurem Besitz.

Wenn nämlich der gute Wille da ist, dann ist jeder willkommen mit dem, was er hat, und man fragt nicht nach dem, was er nicht hat.

Denn es geht nicht darum, daß ihr in Not geratet, indem ihr anderen helft; es geht um einen Ausgleich.

Im Augenblick soll euer Überfluß ihrem Mangel abhelfen, damit auch ihr Überfluß einmal eurem Mangel abhilft. So soll ein Ausgleich entstehen,

wie es in der Schrift heißt: Wer viel gesammelt hatte, hatte nicht zu viel, und wer wenig, hatte nicht zu wenig.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr werdet heilig sein,
weil ich heilig bin, spricht der Herr.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Paulus fühlte sich in der Schuld gegenüber der „Mutter“-Gemeinde von Jerusalem, die einen besonders schwierigen Moment durchlebte. Wir könnten sagen, dass wir noch heute die Dringlichkeit dieser Verpflich-tung spüren angesichts des Dramas, von dem das ganze Land Jesu ergriffen ist. Paulus hatte aus diesem Grunde eine Kollekte in den von ihm gegründeten Gemeinden organisiert. Damit bezeugte er nicht nur die Solidarität der anderen Gemeinden mit der Kirche von Jerusalem, sondern auch die Kommunion mit den anderen Aposteln. Die christli-che Geschwisterlichkeit besteht auch aus konkreter Hilfe, wie schon in den „Sammelberichten“ der Apostelgeschichte deutlich wird, die das Leben der Gemeinschaft beschreiben. Die Teilnahme an der Kollekte, wie es bei den Gemeinden von Mazedonien geschieht, ist eine Gnade, denn sie bereichert sowohl den, der sie durchführt, als auch den, der sie empfängt. Paulus selbst überliefert die bekannte Aussage Jesu an die Ältesten von Ephesus: „Geben ist seliger als nehmen“ (Apg 20,35). Die Mazedonier hatten den Sinn der Liebe des Evangeliums verstan-den und gaben nicht nur ihre Kollekte. Paulus schreibt: „Über unsere Erwartung hinaus haben sie sich eingesetzt, zunächst für den Herrn, aber auch für uns, wie es Gottes Wille war“ (V. 5). Der Apostel stellt sie uns als Vorbild der Solidarität vor Augen. Zugleich bittet er die Korin-ther: „Wie ihr aber an allem reich seid, an Glauben, Rede und Erkennt-nis, an jedem Eifer und an der Liebe, die wir in euch begründet haben, so sollt ihr euch auch an diesem Liebeswerk mit reichlichen Spenden beteiligen“. Für die Christen hat das Liebesgebot seinen Ursprung im Beispiel Jesu und uns allen gilt, was Paulus schreibt: „Er, der reich war, wurde euretwegen arm, um euch durch seine Armut reich zu ma-chen“. Die Jünger sollen auf den Herrn blicken, damit dieser Austausch an Gaben Wirklichkeit wird und niemand dem Elend überlassen bleibt. Hierin besteht der Kern der christlichen Geschwisterlichkeit: Sie ist eine Gemeinschaft im Glauben, die zur konkreten Hilfe und zur gegenseiti-gen Unterstützung wird. Wie das Übermaß der Predigt, die von der Kirche in Jerusalem ausging, die Korinther und die anderen Gemein-den reich gemacht hat, so kam das Übermaß an materiellen Gütern dieser Gemeinschaften den Bedürfnissen der Gemeinde von Jerusa-lem entgegen, sodass niemandem das Nötige fehlte und ein Ausgleich an Gaben in der Gnade des Herrn herrschte.


17/04/2013
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