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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom

Gedenken an den heiligen Adalbert, Bischof von Prag. Er erlitt den Märtyrertod in Ostpreußen, wo er das Evangelium verkündet hatte (997). Lange Zeit hielt er sich in Rom auf, wo sein Andenken in der Basilika des heiligen Bartholomäus auf der Tiberinsel verehrt wird.


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Geist des Herren ruht auf dir,
der von dir geboren wird, wird heilig sein.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der zweite Brief an die Korinther 11,1-15

Laßt euch doch ein wenig Unverstand von mir gefallen! Aber das tut ihr ja.

Denn ich liebe euch mit der Eifersucht Gottes; ich habe euch einem einzigen Mann verlobt, um euch als reine Jungfrau zu Christus zu führen.

Ich fürchte aber, wie die Schlange einst durch ihre Falschheit Eva täuschte, könntet auch ihr in euren Gedanken von der aufrichtigen und reinen Hingabe an Christus abkommen.

Ihr nehmt es ja offenbar hin, wenn irgendeiner daherkommt und einen anderen Jesus verkündigt, als wir verkündigt haben, wenn ihr einen anderen Geist empfangt, als ihr empfangen habt, oder ein anderes Evangelium, als ihr angenommen habt.

Ich denke doch, ich stehe den Überaposteln keineswegs nach.

Im Reden mag ich ein Stümper sein, aber nicht in der Erkenntnis; wir haben sie euch in keiner Weise und in keinem Fall vorenthalten.

Oder habe ich einen Fehler gemacht, als ich, um euch zu erhöhen, mich selbst erniedrigte und euch das Evangelium Gottes verkündete, ohne etwas dafür zu nehmen?

Andere Gemeinden habe ich ausgeplündert und Geld von ihnen genommen, um euch dienen zu können.

Aber als ich zu euch kam und in Schwierigkeiten geriet, bin ich niemand zur Last gefallen; was ich zu wenig hatte, ergänzten die Brüder, die aus Mazedonien kamen. Ich habe also darauf Wert gelegt, euch in keiner Weise zur Last zu fallen, und werde auch weiterhin darauf Wert legen.

So gewiß die Wahrheit Christi in mir ist: diesen Ruhm wird mir im Gebiet von Achaia niemand nehmen.

Warum? Liebe ich euch etwa nicht? Gott weiß es.

Was ich aber tue, werde ich auch in Zukunft tun: Ich werde denen die Gelegenheit nehmen, die nur die Gelegenheit suchen, sich Achtung zu verschaffen, um so dazustehen wie wir.

Denn diese Leute sind Lügenapostel, unehrliche Arbeiter; sie tarnen sich freilich als Apostel Christi.

Kein Wunder, denn auch der Satan tarnt sich als Engel des Lichts.

Es ist also nicht erstaunlich, wenn sich auch seine Handlanger als Diener der Gerechtigkeit tarnen. Ihr Ende wird ihren Taten entsprechen.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Hier sind, Herr, deine Diener,
uns geschehe nach deinem Wort.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Wahrscheinlich handelte es sich bei den „Überaposteln“ um Judenchris-ten, die Paulus, seine Apostolizität und das von ihm verkündete Evange-lium in Misskredit bringen wollten. Sie traten selbstsicher auf und be-zeichneten sich als Träger der ursprünglichen Botschaft der Gemeinde von Jerusalem. Vor allem warfen sie Paulus mangelnde Redegewandt-heit vor. In seiner Verteidigung beruft sich der Apostel besonders auf seine Liebe zu den Korinthern, ja auf seine Eifersucht und Leidenschaft. Mit dem Bild der Gemeinde als Braut stellt sich Paulus als ihr Vater vor, der über sie wacht und sie beschützt, um sie dem Bräutigam ohne Makel zuzuführen. Hiermit beschreibt er ausdrucksvoll die große pastorale Ver-antwortung, die er für die Gemeinde empfindet. Aufmerksam achtet er auf sie, denn er sieht die Wiederholung der dramatischen Szene im irdi-schen Paradies vorher, in der sich Eva durch die Schlange verführen ließ. Tatsächlich haben sich manche Mitglieder der Gemeinde durch die Schlange, die „Überapostel“ verführen lassen, wie Paulus ironisch seine Gegner bezeichnet, die ein anderes Evangelium als das von ihm gepre-digte verkünden. Bitter überrascht zeigt sich der Apostel darüber, dass die Gemeinde diese Prediger duldet: „Ihr nehmt es ja offenbar hin“ (V. 4). Vielleicht waren sie sprachgewaltiger als Paulus. Doch der Apostel wehrt sofort ab: „Im Reden mag ich ein Stümper sein, aber nicht in der Er-kenntnis“ (V. 6). Ihm wurde das Evangelium von dem übergeben, der – wie er an die Römer schreiben wird – „die Macht hat, euch Kraft zu ge-ben – gemäß meinem Evangelium und der Botschaft von Jesus Christus, gemäß der Offenbarung jenes Geheimnisses, das seit ewigen Zeiten unausgesprochen war“ (Röm 16,25). Der Apostel setzt kein Vertrauen in dialektische Diskurse. Sein Ziel ist, die Herzen der Zuhörer zu berühren, um sie für Christus zu gewinnen. Dieser Verdienst war sein alleiniger Lohn und das Einzige, worauf er wirklich Wert legte. Daher lehnte er mit großer Entschiedenheit jegliche Vergütung seitens der Korinther ab. Un-terstützung erhielt er von anderen Gemeinden („Andere Gemeinden habe ich ausgeplündert und Geld von ihnen genommen, um euch dienen zu können“). Im Allgemeinen kamen die Gemeinden für den Lebensunterhalt der Apostel und Wandermissionare auf. Auch Paulus kannte diese Regel, doch er wollte sie ausdrücklich niemals in Anspruch nehmen. Für ihn war die Unentgeltlichkeit der Predigt des Evangeliums in Korinth sogar ein Vorzug und eine Stärke, ja ein Erweis seiner Aufmerksamkeit und Liebe gegenüber dieser Gemeinde. In den Worten des Apostels spürt man die große Liebe zum Evangelium und zur Gemeinde von Korinth, für die er sich derart leidenschaftlich eingesetzt hatte. Die völlige Unentgeltlichkeit ist ein deutliches Zeichen für die väterliche Liebe, die ihn erfüllt. Paulus schreibt, dass er dieses Verhalten in keiner Weise ändern wird, weil sei-ne Liebe derart groß ist. Diese leidenschaftliche Liebe ruft auch uns dazu auf, unsere Liebe zum Evangelium zu erneuern, damit die Kirche, ja die Gemeinschaft an oberster Stelle all unserer Sorgen steht. Sie ist ein Schatz, den wir umsonst erhalten haben. Diesen Schatz sollen wir lieben, an seiner Schönheit sollen wir uns erfreuen und ihn umsonst weiter ge-ben an alle, die ihn brauchen.


23/04/2013
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