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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom

Die West- und Ostkirche erinnern sich heute an die Geburt Johannes des Täufers, des „Größten aller von einer Frau Geborenen“, der dem Herrn den Weg bereitete.


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das ist das Evangelium der Armen,
die Befreiung der Gefangenen,
das Augenlicht der Blinden,
die Freiheit der Unterdrückten.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Evangelium nach Lukas 1,27-66.80

zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria.

Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir.

Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe.

Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden.

Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben.

Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben.

Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen, und seine Herrschaft wird kein Ende haben.

Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne?

Der Engel antwortete ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden.

Auch Elisabet, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar galt, ist sie jetzt schon im sechsten Monat.

Denn für Gott ist nichts unmöglich.

Da sagte Maria: Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast. Danach verließ sie der Engel.

Nach einigen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa.

Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabet.

Als Elisabet den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabet vom Heiligen Geist erfüllt

und rief mit lauter Stimme: Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes.

Wer bin ich, daß die Mutter meines Herrn zu mir kommt?

In dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib.

Selig ist die, die geglaubt hat, daß sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ.

Da sagte Maria: Meine Seele preist die Größe des Herrn,

und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.

Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter.

Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, und sein Name ist heilig.

Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht über alle, die ihn fürchten.

Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;

er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen.

Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und läßt die Reichen leer ausgehen.

Er nimmt sich seines Knechtes Israel an und denkt an sein Erbarmen,

das er unsern Vätern verheißen hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

Und Maria blieb etwa drei Monate bei ihr; dann kehrte sie nach Hause zurück.

Für Elisabet kam die Zeit der Niederkunft, und sie brachte einen Sohn zur Welt.

Ihre Nachbarn und Verwandten hörten, welch großes Erbarmen der Herr ihr erwiesen hatte, und freuten sich mit ihr.

Am achten Tag kamen sie zur Beschneidung des Kindes und wollten ihm den Namen seines Vaters Zacharias geben.

Seine Mutter aber widersprach ihnen und sagte: Nein, er soll Johannes heißen.

Sie antworteten ihr: Es gibt doch niemand in deiner Verwandtschaft, der so heißt.

Da fragten sie seinen Vater durch Zeichen, welchen Namen das Kind haben solle.

Er verlangte ein Schreibtäfelchen und schrieb zum Erstaunen aller darauf: Sein Name ist Johannes.

Im gleichen Augenblick konnte er Mund und Zunge wieder gebrauchen, und er redete und pries Gott.

Und alle, die in jener Gegend wohnten, erschraken, und man sprach von all diesen Dingen im ganzen Bergland von Judäa.

Alle, die davon hörten, machten sich Gedanken darüber und sagten: Was wird wohl aus diesem Kind werden? Denn es war deutlich, daß die Hand des Herrn mit ihm war.

Das Kind wuchs heran, und sein Geist wurde stark. Und Johannes lebte in der Wüste bis zu dem Tag, an dem er den Auftrag erhielt, in Israel aufzutreten.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Menschensohn
ist gekommen, um zu dienen,
wer groß sein will,
mache sich zum Diener aller.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Die Kirche feiert heute die Geburt Johannes des Täufers, des Vorläu-fers Christi. Gemeinsam mit Jesus ist er der Einzige, von dessen Ge-burt im Neuen Testament berichtet wird. Es ist ein sehr altes Fest der Kirche. Johannes wird auf der byzantinischen Ikonostase mit Maria neben der Haupttür dargestellt, die Christus ist. Beide laden die Gläu-bigen ein, ihren Blick Jesus zuzuwenden. Johannes wird geboren, um den Menschen den Weg zu Jesus zu weisen. Er wird auch im Islam verehrt. Seine Reliquien werden in der Omajadenmoschee in Damas-kus aufbewahrt. Als der Tag der Geburt Jesu im vierten Jahrhundert auf Ende Dezember festgelegt wurde, wurde die Geburt des Täufers auf Ende Juni gelegt, um die chronologische Abfolge der Evangelien zu respektieren, nach der Johannes sechs Monate vor Jesus geboren wurde. Als Sohn des Priesters Zacharias und der Elisabet wird er durch eine Verheißung Gottes geboren und verkündet die messiani-schen Zeiten, in denen die Unfruchtbare Mutter von Kindern wird und die Zungen der Stummen in Lob ausbrechen. Das Evangelium berich-tet, dass Zacharias angesichts des Wunders der Geburt des Sohnes, der ihm vom Engel verheißen worden war, in große Freude ausbricht. Nach dem anfänglichen Unglauben hat er erkannt, dass das Wort Got-tes stark und machtvoll ist. Jetzt glaubt er und ist nicht mehr stumm, seine Zunge löst sich und kann sprechen. Sein Herz ist von Freude über den Sohn erfüllt, der ihm durch das Wort Gottes geschenkt wurde. Die Geburt des Johannes ruft nicht nur im Haus des Zacharias sondern auch bei den Nachbarn Staunen hervor, wie es immer geschieht, wenn Menschen das Evangelium finden und danach handeln. Das Evangeli-um schafft immer eine neue Atmosphäre unter den Menschen. Zacha-rias kann seine Freude nicht zurückhalten und stimmt mit dem bekann-ten Benediktus einen Freudengesang auf den kleinen Johannes an, der „dem Herrn vorangehen und ihm den Weg bereiten“ wird. Auch wir können diese Freude des Zacharias empfinden. Sie wird dann spürbar, wenn Männer und Frauen das Evangelium im Herzen aufnehmen. Dann sind die Menschen offen für die Liebe, sie lassen den Schatten des Todes hinter sich und lenken ihre Schritte auf den Weg des Frie-dens.


24/06/2013
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