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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Geist des Herren ruht auf dir,
der von dir geboren wird, wird heilig sein.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Brief an die Hebräer 12,18-29

Denn ihr seid nicht zu einem sichtbaren, lodernden Feuer hingetreten, zu dunklen Wolken, zu Finsternis und Sturmwind,

zum Klang der Posaunen und zum Schall der Worte, bei denen die Hörer flehten, diese Stimme solle nicht weiter zu ihnen reden;

denn sie ertrugen nicht den Befehl: Sogar ein Tier, das den Berg berührt, soll gesteinigt werden.

Ja, so furchtbar war die Erscheinung, daß Mose rief: Ich bin voll Angst und Schrecken.

Ihr seid vielmehr zum Berg Zion hingetreten, zur Stadt des lebendigen Gottes, dem himmlischen Jerusalem, zu Tausenden von Engeln, zu einer festlichen Versammlung

und zur Gemeinschaft der Erstgeborenen, die im Himmel verzeichnet sind; zu Gott, dem Richter aller, zu den Geistern der schon vollendeten Gerechten,

zum Mittler eines neuen Bundes, Jesus, und zum Blut der Besprengung, das mächtiger ruft als das Blut Abels.

Gebt acht, daß ihr den nicht ablehnt, der redet. Jene haben ihn abgelehnt, als er auf Erden seine Gebote verkündete, und sind (dem Gericht) nicht entronnen; wieviel weniger dann wir, wenn wir uns von dem abwenden, der jetzt vom Himmel her spricht.

Seine Stimme hat damals die Erde erschüttert, jetzt aber hat er verheißen: Noch einmal lasse ich es beben, aber nicht nur die Erde erschüttere ich, sondern auch den Himmel.

Dieses Noch einmal weist auf die Umwandlung dessen hin, das, weil es erschaffen ist, erschüttert wird, damit das Unerschütterliche bleibt.

Darum wollen wir dankbar sein, weil wir ein unerschütterliches Reich empfangen, und wollen Gott so dienen, wie es ihm gefällt, in ehrfürchtiger Scheu;

denn unser Gott ist verzehrendes Feuer.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Hier sind, Herr, deine Diener,
uns geschehe nach deinem Wort.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Brief warnt die Christen, weil sie ihren Glauben in Gefahr bringen. Ihre Strafe wird schlimmer sein als bei den treulosen Israeliten in der Wüste. Jene haben nämlich eine Offenbarung voller Furcht und Schre-cken erhalten, im Gegensatz zur hohen und freudigen Offenbarung an die Christen. Dadurch sind sie eher entschuldigt. Die Offenbarung am Sinai ereignete sich unter den erschütternden Zeichen von Feuer, Wol-ken, Sturmwind und Klang der Posaunen. Es war ein so furchtbares Schauspiel, dass sogar Mose rief: „Ich bin voll Angst und Schrecken.“ Bewusst wird die Offenbarung am Sinai hier mit eindrucksvollen und strengen Worten beschrieben. Nicht einmal Gott wird erwähnt, und auch die hohe Ethik des Dekalogs wird ausgelassen. Selbst von der Nähe Gottes, derer sich Mose erfreuen konnte, ist nicht die Rede. Der Brief möchte die Andersartigkeit der christlichen Offenbarung im Ver-gleich zur Botschaft vom Berg Zion hervorheben und beschreibt sie auf ganz andere Weise: „Ihr seid vielmehr zum Berg Zion hingetreten, zur Stadt des lebendigen Gottes, dem himmlischen Jerusalem, zu Tau-senden von Engeln, zu einer festlichen Versammlung und zur Gemein-schaft der Erstgeborenen, die im Himmel verzeichnet sind“. In diesem festlichen und friedlichen Geschehen wird der neue Bund Wirklichkeit durch eine Stimme, die vom Himmel kommt. Es ist die Stimme Gottes, der beim Endgericht Himmel und Erde erschüttern wird, um dem uner-schütterlichen Reich Platz zu machen, das der sichtbaren und dann vergangenen Schöpfung folgen wird. Deshalb müssen die Gläubigen achtgeben, „dass ihr den nicht ablehnt, der redet“. Ihre Strafe wäre viel schlimmer als bei den Israeliten. Der neue Bund ist zwar noch nicht vollständig verwirklicht, doch er ist schon gegenwärtig, wenn die Gläu-bigen „Gott so dienen, wie es ihm gefällt“. In der heiligen Liturgie wird das Reich gegenwärtig, das wir am Tag des Endgerichts erwarten. Wer im Glauben hinzutritt, lebt schon in dieser Wirklichkeit. Wer sich dage-gen entfernt, dem ist eine endgültige Strafe bereitet. Für die Gläubigen hat die große eschatologische Verwandlung schon stattgefunden. Da-her sollen sie sich davor hüten, sich abzuwenden und auf vergängliche Dinge zu blicken. Sonst besteht die Gefahr, dass auch wir mit den ver-gänglichen Dingen vergehen.


25/06/2013
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