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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr seid ein auserwählter Stamm,
ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk,
ein Volk, das Gott erworben hat,
um seine Wunder zu verkünden.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Brief an die Hebräer 13,1-6

Die Bruderliebe soll bleiben.

Vergeßt die Gastfreundschaft nicht; denn durch sie haben einige, ohne es zu ahnen, Engel beherbergt.

Denkt an die Gefangenen, als wäret ihr mitgefangen; denkt an die Mißhandelten, denn auch ihr lebt noch in eurem irdischen Leib.

Die Ehe soll von allen in Ehren gehalten werden, und das Ehebett bleibe unbefleckt; denn Unzüchtige und Ehebrecher wird Gott richten.

Euer Leben sei frei von Habgier; seid zufrieden mit dem, was ihr habt; denn Gott hat versprochen: Ich lasse dich nicht fallen und verlasse dich nicht.

Darum dürfen wir zuversichtlich sagen: Der Herr ist mein Helfer, ich fürchte mich nicht. Was können Menschen mir antun?

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr werdet heilig sein,
weil ich heilig bin, spricht der Herr.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das letzte Kapitel des Briefes beginnt mit einem Aufruf zur Liebe: „Die Bruderliebe soll bleiben.“ Die Christen sollen nicht nur wie früher an Werken der Liebe erkennbar sein (vgl. 6,10; 10,33), sie sollen auch in der Liebe bleiben. Auch Jesus sagt: „Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid: wenn ihr einander liebt“ (Joh 13,35). Die gegenseitige Liebe ist kennzeichnend für die christliche Gemeinde und macht sie zu einer glaubwürdigen Zeugin für das Evangelium. Grund-legender Bestandteil dieser Geschwisterlichkeit ist die Gastfreund-schaft. Der rote Faden der Gastfreundschaft durchzieht die ganze bib-lische Tradition. Der Verfasser sagt, dass einige durch sie, „ohne es zu ahnen, Engel beherbergt“ haben. Diese Worte beziehen sich offen-sichtlich auf Abraham, der bei den Eichen von Mamre drei Pilger auf-nahm. Auch die gesamte Geschichte des Christentums ist gleichsam vom Streben nach Gastfreundschaft geprägt. Bei Matthäus sagt Jesus beim Endgericht: „Ich war fremd … und ihr habt mich aufgenommen“ (Mt 25,35). Die geschwisterliche Liebe ist nicht auf den Kreis der eige-nen Gemeinde beschränkt, sie weitet sich zwangsläufig auf die ande-ren aus, auf Gefangene und Leidende und alle, die Hilfe brauchen. Auch die Ehe wird im Hinblick auf diese Liebe verstanden. Der Verfas-ser möchte sie vor dem Verrat bewahren, der durch die Befriedigung eigener Instinkte und Begierden verursacht wird. Denn die Ehe ist mehr als nur sexuelle Vereinigung, sie strebt danach, eine Familie auf-zubauen, die der Gesellschaft und auch der Kirche ein harmonisches Dasein in allen Lebensphasen und unter allen Lebensumständen er-möglicht. Die Christen sollen sich um einen schlichten Lebensstil be-mühen und sich nicht einem mühsamen Wettlauf nach persönlichem Wohlstand unterwerfen, der das Leben aller anderen unberücksichtigt lässt. Deshalb warnt der Brief vor allem vor der Habgier und vor dem Anhäufen von Reichtum für sich, während die Verantwortung für die Armen und Schwachen außer Acht gelassen wird. Die Aufforderung, mit dem zufrieden zu sein, was man hat, ist kein Aufruf zur Resignati-on, sondern eine Mahnung, auf die Barmherzigkeit Gottes zu vertrau-en, der uns nie verlässt. Diese Lebensweise des Evangeliums hat Je-sus selbst vorgelebt und seinen Jüngern vermittelt.


26/06/2013
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