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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom

Gedenken an den heiligen Irenäus, Bischof von Lyon, der als Märtyrer starb (130–202). Aus Anatolien kam er nach Frankreich, um das Evan-gelium zu predigen.


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das ist das Evangelium der Armen,
die Befreiung der Gefangenen,
das Augenlicht der Blinden,
die Freiheit der Unterdrückten.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Brief an die Hebräer 13,18-25

Betet für uns! Zwar sind wir überzeugt, ein gutes Gewissen zu haben, weil wir in allem recht zu leben suchen;

um so dringender aber bitte ich um euer Gebet, damit ich euch recht bald zurückgegeben werde.

Der Gott des Friedens aber, der Jesus, unseren Herrn, den erhabenen Hirten seiner Schafe, von den Toten heraufgeführt hat durch das Blut eines ewigen Bundes,

er mache euch tüchtig in allem Guten, damit ihr seinen Willen tut. Er bewirke in uns, was ihm gefällt, durch Jesus Christus, dem die Ehre sei in alle Ewigkeit. Amen.

Schließlich bitte ich euch, Brüder, nehmt diese Mahnrede bereitwillig an; ich habe euch ja nur kurz geschrieben.

Wißt, daß unser Bruder Timotheus freigelassen worden ist; sobald er kommt, werde ich mit ihm zusammen euch besuchen.

Grüßt alle eure Vorsteher und alle Heiligen! Es grüßen euch die Brüder aus Italien.

Die Gnade sei mit euch allen!

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Menschensohn
ist gekommen, um zu dienen,
wer groß sein will
mache sich zum Diener aller.

Halleluja, halleluja, halleluja.

In diesen abschließenden Versen des Briefes verlässt der Verfasser ein wenig die Anonymität, auch wenn seine Hinweise nicht ausreichen, um ein Licht auf die Gründe und Umstände zu werfen, die ihn zu dieser Schrift veranlasst haben. Es ist dabei beachtenswert, dass er zuerst zum Gebet aufruft: „Betet für uns!“ Vielleicht befindet er sich in einer schwierigen Lage, in der sein Glaube angefochten wird, oder er fühlt sich für die Gemeinde verantwortlich und bittet vor allem um die Hilfe des Gebetes. Dann möchte er die Adressaten des Briefes bald wieder-sehen und auch hierfür bittet er um ihre Hilfe im Gebet. Auf jeden Fall wird deutlich, wie zentral die Gemeinschaft im Gebet für das Leben der christlichen Gemeinden ist. In den Schriften des Neuen Testaments wird immer wieder dazu aufgerufen, füreinander zu beten. Nach dieser Bitte bringt der Verfasser des Briefes einen weitreichenden Wunsch zum Ausdruck, der gewissermaßen einen theologischen Schlusspunkt im Brief setzt. Er formuliert ein feierliches Segensgebet für die Ge-meinde und erinnert noch einmal an das Heilswerk, das Gott vollbracht hat, um den Tod zu vernichten. Er erwähnt, dass der Gott des Friedens „den erhabenen Hirten seiner Schafe von den Toten heraufgeführt hat“ (vgl. Jes 63,11–13) und fasst in diesen Worten den priesterlichen Dienst Christi als Gründer und Wegbereiter zusammen. An dieser Stel-le wird zum ersten und einzigen Mal im Brief über die Auferstehung Jesu gesprochen. Der nun folgende Segen trägt typisch paulinische Züge. Gott möge in uns das gute und ihm gefällige Werk vollbringen. Wir können den Willen Gottes nur vollbringen, wenn er uns dazu bereit macht (vgl. Hebr 10,7.9.36). In der letzten Ermahnung bittet der Ver-fasser die Leser: „Nehmt diese Mahnrede bereitwillig an.“ Er entschul-digt sich gleichsam, dass er die schwierigen Gedanken nur kurz be-schrieben hat, und bittet um Geduld und ein ernstes Bemühen, seine Botschaft anzunehmen. Das gilt eigentlich für jeden Abschnitt der Schrift. Immer sollen wir die Schrift aufnehmen, über sie nachdenken und sie im Herzen bewahren, wie es die Mutter Jesu tat, die „alles, was geschehen war, in ihrem Herzen“ bewahrte (Lk 2,51). Das sagt auch Gregor der Große mit dem Wort: „Die Heilige Schrift wächst mit dem, der sie liest.“


28/06/2013
Gedenken an den gekreuzigten Jesus


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