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Das tägliche Gebet


 
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Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Geist des Herren ruht auf dir,
der von dir geboren wird, wird heilig sein.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Buch Jeremia 21,1-14

Das Wort, das vom Herrn an Jeremia erging, als König Zidkija den Paschhur, den Sohn Malkijas, und den Priester Zefanja, den Sohn Maasejas, zu ihm sandte mit dem Auftrag:

Befrag doch den Herrn für uns! Denn Nebukadnezzar, der König von Babel, führt gegen uns Krieg; vielleicht handelt der Herr an uns wie bei all seinen früheren Wundern, so daß Nebukadnezzar von uns abziehen muß.

Jeremia aber antwortete ihnen: Meldet Zidkija folgendes:

So spricht der Herr, der Gott Israels: Fürwahr, ich drehe in eurer Hand die Waffen um, mit denen ihr vor der Mauer gegen den König von Babel und die Chaldäer, die euch belagern, kämpft, und hole sie ins Innere dieser Stadt.

Ich selbst kämpfe gegen euch mit hoch erhobener Hand und starkem Arm, mit Zorn, Grimm und großem Groll.

Ich schlage die Einwohner dieser Stadt, Mensch und Vieh; an schwerer Pest sollen sie sterben.

Und danach - Spruch des Herrn - liefere ich Zidkija, den König von Juda, seine Diener und das Volk, das in dieser Stadt der Pest, dem Schwert und dem Hunger entronnen ist, der Hand Nebukadnezzars, des Königs von Babel, aus, der Hand ihrer Feinde und der Hand derer, die ihnen nach dem Leben trachten. Er wird sie mit scharfem Schwert erschlagen, ohne Mitleid, ohne Schonung, ohne Erbarmen. e

Zu diesem Volk aber sollst du sagen: So spricht der Herr: Seht, den Weg des Lebens und den Weg des Todes stelle ich euch zur Wahl.

Wer in dieser Stadt bleibt, der stirbt durch Schwert, Hunger und Pest. Wer aber hinausgeht und sich den Chaldäern, die euch belagern, ergibt, der wird überleben und sein Leben wie ein Beutestück gewinnen.

Denn ich habe mein Angesicht gegen diese Stadt gerichtet zu ihrem Unheil, nicht zu ihrem Heil - Spruch des Herrn. Der Hand des Königs von Babel wird sie ausgeliefert, und er wird sie mit Feuer verbrennen.

An das Haus des Königs von Juda: Hört das Wort des Herrn, Haus David!

So spricht der Herr: Haltet jeden Morgen gerechtes Gericht! Rettet den Ausgeplünderten aus der Hand des Gewalttäters! Sonst bricht mein Zorn wie Feuer los; er brennt, und niemand kann löschen.

Nun gehe ich gegen dich vor, du Stadt, die du in der Mulde des Felsengebirges über der Ebene wohnst - Spruch des Herrn. Ihr freilich sagt: Wer kann über uns kommen und eindringen in unsere Bauten?

Ich zahle euch heim, wie es eure Taten verdienen - Spruch des Herrn. Ich lege Feuer an den Wald dieser Stadt, das ringsum alles verzehrt.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Hier sind, Herr, deine Diener,
uns geschehe nach deinem Wort.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der König sendet Boten zu Jeremia und bittet ihn, den Herrn zu befra-gen, wie die Zukunft seines Volkes sei. Wir stehen in einer schwierigen Situation: Nebukadnezzar, der König von Babel, der aufstrebenden Weltmacht, will Jerusalem erobern. Was soll man da tun? Sich dem Eindringling ergeben oder Widerstand leisten und Krieg führen? Die Antwort des Jeremia ist klar. Mehr als einmal sagt er dem König und dem Volk, es ist besser, sich den Babyloniern auszuliefern und so ei-nen Krieg zu vermeiden, den sie doch nicht gewinnen können. Das ist nicht die Haltung eines wankelmütigen Menschen, der vor der Gewalt eines starken und skrupellosen Feindes, wie es die Babylonier waren, zurückweicht. Jeremia weiß, dass es keinen Zweck hat, Widerstand zu leisten, im Gegenteil, dies würde nur die tragischen Konsequenzen eines Krieges vermehren. Wie aus anderen Texten hervorgeht, wurde seine Meinung nicht von anderen geteilt. Daher werden ihm immer wieder Hindernisse in den Weg gelegt. Aber auch in dieser schwierigen Situation gilt das Interesse des Propheten nicht nur der politischen Zu-kunft seines Volkes. Er erhebt seine Stimme, um die Gerechtigkeit zu verteidigen: „An das Haus des Königs von Juda: Hört das Wort des Herrn, Haus David! So spricht der Herr: Haltet jeden Morgen gerechtes Gericht! Rettet den Ausgeplünderten aus der Hand des Gewalttäters!“ Gerechtigkeit, besonders den Armen gegenüber, gehört wesentlich zu den fordernden Worten der Propheten, von Amos bis zu Maleachi. Friede und Gerechtigkeit sind die beiden Realitäten, die das persönli-che und das öffentliche Leben bestimmen müssen, wie der Psalmist betont: „Es begegnen einander Huld und Treue; Gerechtigkeit und Friede küssen sich. Treue sprosst aus der Erde hervor; Gerechtigkeit blickt vom Himmel hernieder“ (Ps 85,11–12). Zu oft meint man, Friede und Gerechtigkeit stehen im Widerspruch. Die Christen sind gerufen, Frieden und Gerechtigkeit zu leben, wo immer sie sind, ohne jedwede Ideologie, immer bereit zu lernen, was es heißt, „Frieden zu stiften“, wie Jesus es in den Seligpreisungen sagt. Die Sehnsucht nach Frieden hilft, jene Gerechtigkeit zu verwirklichen, die mit der Liebe einhergeht. Wo sie verwirklicht wird, entsteht Wahrheit. In einer Welt, die den Krieg als einen Weg, Gerechtigkeit zu schaffen, toleriert, ja sogar rechtfertigt, ermahnt uns Gottes Wort, dass unser Wirken für Gerechtigkeit nie ge-trennt sein darf von unserem Einsatz für den Frieden.


20/08/2013
Gedenken an die Heiligen und die Propheten


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