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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom

Gedenken an den Märtyrertod Johannes des Täufers, der dem Herrn auf seinem Weg voranging.


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ich bin der gute Hirte,
meine Schafe hören auf meine Stimme,
und sie werden
eine einzige Herde sein.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Evangelium nach Markus 6,17-39

Herodes hatte nämlich Johannes festnehmen und ins Gefängnis werfen lassen. Schuld daran war Herodias, die Frau seines Bruders Philippus, die er geheiratet hatte.

Denn Johannes hatte zu Herodes gesagt: Du hattest nicht das Recht, die Frau deines Bruders zur Frau zu nehmen.

Herodias verzieh ihm das nicht und wollte ihn töten lassen. Sie konnte ihren Plan aber nicht durchsetzen,

denn Herodes fürchtete sich vor Johannes, weil er wußte, daß dieser ein gerechter und heiliger Mann war. Darum schützte er ihn. Sooft er mit ihm sprach, wurde er unruhig und ratlos, und doch hörte er ihm gern zu.

Eines Tages ergab sich für Herodias eine günstige Gelegenheit. An seinem Geburtstag lud Herodes seine Hofbeamten und Offiziere zusammen mit den vornehmsten Bürgern von Galiläa zu einem Festmahl ein.

Da kam die Tochter der Herodias und tanzte, und sie gefiel dem Herodes und seinen Gästen so sehr, daß der König zu ihr sagte: Wünsch dir, was du willst; ich werde es dir geben.

Er schwor ihr sogar: Was du auch von mir verlangst, ich will es dir geben, und wenn es die Hälfte meines Reiches wäre.

Sie ging hinaus und fragte ihre Mutter: Was soll ich mir wünschen? Herodias antwortete: Den Kopf des Täufers Johannes.

Da lief das Mädchen zum König hinein und sagte: Ich will, daß du mir sofort auf einer Schale den Kopf des Täufers Johannes bringen läßt.

Da wurde der König sehr traurig, aber weil er vor allen Gästen einen Schwur geleistet hatte, wollte er ihren Wunsch nicht ablehnen.

Deshalb befahl er einem Scharfrichter, sofort ins Gefängnis zu gehen und den Kopf des Täufers herzubringen. Der Scharfrichter ging und enthauptete Johannes.

Dann brachte er den Kopf auf einer Schale, gab ihn dem Mädchen, und das Mädchen gab ihn seiner Mutter.

Als die Jünger des Johannes das hörten, kamen sie, holten seinen Leichnam und legten ihn in ein Grab.

Die Apostel versammelten sich wieder bei Jesus und berichteten ihm alles, was sie getan und gelehrt hatten.

Da sagte er zu ihnen: Kommt mit an einen einsamen Ort, wo wir allein sind, und ruht ein wenig aus. Denn sie fanden nicht einmal Zeit zum Essen, so zahlreich waren die Leute, die kamen und gingen.

Sie fuhren also mit dem Boot in eine einsame Gegend, um allein zu sein.

Aber man sah sie abfahren, und viele erfuhren davon; sie liefen zu Fuß aus allen Städten dorthin und kamen noch vor ihnen an.

Als er ausstieg und die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. Und er lehrte sie lange.

Gegen Abend kamen seine Jünger zu ihm und sagten: Der Ort ist abgelegen, und es ist schon spät.

Schick sie weg, damit sie in die umliegenden Gehöfte und Dörfer gehen und sich etwas zu essen kaufen können.

Er erwiderte: Gebt ihr ihnen zu essen! Sie sagten zu ihm: Sollen wir weggehen, für zweihundert Denare Brot kaufen und es ihnen geben, damit sie zu essen haben?

Er sagte zu ihnen: Wie viele Brote habt ihr? Geht und seht nach! Sie sahen nach und berichteten: Fünf Brote, und außerdem zwei Fische.

Dann befahl er ihnen, den Leuten zu sagen, sie sollten sich in Gruppen ins grüne Gras setzen.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ein neues Gebot gebe ich euch:
Liebet einander!

Halleluja, halleluja, halleluja.

Die Kirche feiert schon seit alter Zeit nicht nur die Geburt Johannes des Täufers, sondern auch das Gedenken an seinen Tod durch die Hand des Herodes. Dieser wollte lieber der Laune einer Frau mit einem bösen Herzen folgen, als auf die harten, aber wahren Worte des Pro-pheten zu hören. Der Täufer hatte Gerechtigkeit und die Umkehr der Herzen verkündigt und auch das Herz des Königs beeindruckt. Herodi-as dagegen lehnte die Predigt des Propheten strikt ab; sie hasste ihn. Leider wollte Herodes nicht mehr weiter auf die Worte des Propheten hören. Er spürte deutlich die Zurechtweisung für das, was er getan hatte, und seine Angst trieb ihn dazu, nicht mehr auf jene Worte zu hören, die zu seiner Bekehrung geführt hätten. Das ist eine bittere Er-fahrung: Die Ablehnung der Predigt führt unweigerlich zur Verhärtung des Herzens und macht es am Ende böse. Wenn auch schweren Her-zens lässt sich Herodes von den Ereignissen mitreißen, die nur einer Laune entspringen, und wird zum Mörder. Jede Priorität wird auf den Kopf gestellt, sodass das gegebene Wort wichtiger ist als das Leben des Propheten. Herodes lässt Johannes den Täufer enthaupten. Aus seinem auf das Böse ausgerichteten Herzen entsprangen der Mord und der Versuch, das Böse über das Gute triumphieren zu lassen. Ganz anders verhielten sich die Menschen, die zum Jordan geeilt wa-ren, um Johannes den Täufer zu hören: Sie strömten herbei, weil sie erkannt hatten, dass sie Sünder waren und Vergebung, Veränderung und Heil benötigten. Das Zeugnis Johannes des Täufers und so auch die immer neue Verkündigung des Evangeliums bereiten das Herz der Menschen darauf vor, den Herrn aufzunehmen. So geschah es auch bei einigen Jüngern des Johannes. Sie hörten, was er über Jesus sag-te, und folgten diesem nach. Wer nicht auf die Stimme des Propheten hört und seine mahnenden und zurechtweisenden Worte nicht beach-tet, enthauptet seine Botschaft und verhindert, dass seine dringliche Einladung, den Herrn aufzunehmen, angenommen wird.


29/08/2013
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