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Das tägliche Gebet


 
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Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Geist des Herren ruht auf dir,
der von dir geboren wird, wird heilig sein.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Buch Jeremia 30,12-24

Ja, so spricht der Herr: Arg ist dein Schaden, unheilbar deine Wunde.

[Niemand verschafft dir Recht.] Für das Geschwür gibt es keine Heilung, keine Genesung gibt es für dich.

Alle deine Freunde haben dich vergessen, sie kümmern sich nicht mehr um dich. Denn wie ein Feind schlägt, so habe ich dich geschlagen mit harter Züchtigung [wegen deiner vielfachen Schuld und deiner zahlreichen Sünden].

Was schreist du über deinen Schaden und dein arges Leiden? Wegen deiner vielfachen Schuld und deiner zahlreichen Sünden habe ich dir das getan.

Doch alle, die dich fraßen, werden gefressen, alle deine Bedränger ziehen als Gefangene fort; wer dich ausplünderte, wird ausgeplündert, wer dich beraubte, den gebe ich dem Raub preis.

Denn ich lasse dich genesen und heile dich von deinen Wunden - Spruch des Herrn -, weil man dich [das ist Zion] die Verstoßene genannt hat, nach der niemand fragt.

So spricht der Herr: Seht, ich wende das Geschick der Zelte Jakobs, seiner Wohnstätten erbarme ich mich. Die Stadt soll auf ihrem Schutthügel aufgebaut werden, die Burg auf ihrem alten Platz stehen.

Lobgesang wird dort erschallen, die Stimme fröhlicher Menschen. Ich will ihre Zahl vermehren, sie sollen nicht weniger werden; ich will ihnen Ehre verschaffen, sie sollen nicht verachtet werden.

Die Söhne Jakobs werden sein wie ehedem, seine Gemeinde wird vor mir bestehen bleiben, doch alle seine Unterdrücker ziehe ich zur Rechenschaft.

Sein Machthaber wird ihm selbst entstammen, sein Herrscher aus seiner Mitte hervorgehen. Ich gewähre ihm Zutritt, so daß er mir nahen kann; denn wer sonst dürfte sein Leben wagen, um mir zu nahen? - Spruch des Herrn.

Ihr werdet mein Volk sein, und ich werde euer Gott sein.

Hört, der Sturm des Herrn [sein Grimm] bricht los. Ein Wirbelsturm braust hinweg über die Köpfe der Frevler.

Der glühende Zorn des Herrn hört nicht auf, bis er die Pläne seines Herzens ausgeführt und vollbracht hat. Am Ende der Tage werdet ihr es klar erkennen.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Hier sind, Herr, deine Diener,
uns geschehe nach deinem Wort.

Halleluja, halleluja, halleluja.

In diesem Spruch wird erst vom Leid des Volkes und anschließend von seinem Heil gesprochen. Zunächst scheinen die Wunden Israels unheil-bar, sodass es keine Heilung für das Volk gibt, weil es zu viel Böses ge-tan hat. Seit Jahren muss es darunter leiden, ohne noch einen Ausweg finden zu können. Die Frevel Israels sind so groß und seine Sünden so schwer, dass sie alles Maß übersteigen. Denn das Volk hat seinen Gott verlassen und anderen Schutz gesucht, der sich jeweils als Trugschluss erwies. Die Gottheiten anderer Völker wurden zu Götzen, da Israel sie an die Stelle dessen gestellt hat, der immer sein Retter war. Israel hätte die Verehrung der einheimischen Gottheiten bei den anderen Völkern akzep-tieren können, doch es hätte niemals diese Götter als dem Herrn des Weltalls und dem Schöpfer des Himmels und der Erde ebenbürtige Gott-heiten ansehen dürfen. Ebenfalls bei Jeremia heißt es: „Die Propheten traten im Dienst des Baal auf und liefen unnützen Götzen nach“ (2,8). Die Wunde ist schlimm, denn die Sünde Israels bezieht sich auf das erste Gebot: „Jahwe, unser Gott, Jahwe ist einzig“ (Dtn 6,4). Deshalb kann nur der Herr selbst die Geschichte verändern und seinem Volk Heilung schenken, indem er es aus der Verbannung zurückkehren lässt und den Wiederaufbau der Städte und ihrer Wohnungen herbeiführt. Der Herr allein konnte Mitleid mit dem Volk haben und diese Wunde heilen, die wegen ihrer Größe unheilbar erschien. Das Mitleid des Herrn war das große Heilmittel, das die Wunde des Treuebruchs geheilt hat. Der Herr hat „einen starken Retter erweckt im Hause seines Knechtes David“ (Lk 1,69). Die Prophezeiung des Jeremia erfüllt sich in Jesus, dem Mes-sias und König, der aus seinem Volk hervorging, nämlich aus dem Stamm Juda und der Familie Davids (V. 21). Die Jünger Jesu bilden das Volk, das dem Herrn durch den Bund der Liebe gehört: „Ihr werdet mein Volk sein, und ich werde euer Gott sein“ (V. 22). Der Bund mit dem Herrn ist die Medizin, um die Wunde der Einsamkeit zu heilen, das treue Hören auf sein Wort ist der tägliche Balsam zur Stärkung auf dem Weg.


10/09/2013
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