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Das tägliche Gebet


 
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Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom

Gedenken an die Terroranschläge von 2001 in den USA. Gedenken an die Opfer von Terrorismus und Gewalt und Gebet für den Frieden.


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr seid ein auserwählter Stamm,
ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk,
ein Volk, das Gott erworben hat,
um seine Wunder zu verkünden.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Buch Jeremia 31,1-14

In jener Zeit - Spruch des Herrn - werde ich der Gott aller Stämme Israels sein, und sie werden mein Volk sein.

So spricht der Herr: Gnade fand in der Wüste das Volk, das vom Schwert verschont blieb; Israel zieht zum Ort seiner Ruhe.

Aus der Ferne ist ihm der Herr erschienen: Mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt, darum habe ich dir so lange die Treue bewahrt.

Ich baue dich wieder auf, du sollst neu gebaut werden, Jungfrau Israel. Du sollst dich wieder schmücken mit deinen Pauken, sollst ausziehen im Reigen der Fröhlichen.

Wieder sollst du Weingärten pflanzen auf Samarias Bergen. Wer Pflanzungen anlegt, darf ihre Früchte genießen.

Denn es kommt der Tag, da rufen die Wächter auf Efraims Bergland: Auf, laßt uns hinaufpilgern nach Zion zum Herrn, unserem Gott.

Ja, so spricht der Herr: Jubelt Jakob voll Freude zu, und jauchzt über das Haupt der Völker! Verkündet, lobsingt und sagt: Der Herr hat sein Volk gerettet, den Rest Israels.

Seht, ich bringe sie heim aus dem Nordland und sammle sie von den Enden der Erde, darunter Blinde und Lahme, Schwangere und Wöchnerinnen; als große Gemeinde kehren sie hierher zurück.

Weinend kommen sie, und tröstend geleite ich sie. Ich führe sie an wasserführende Bäche, auf einen ebenen Weg, wo sie nicht straucheln. Denn ich bin Israels Vater, und Efraim ist mein erstgeborener Sohn.

Hört, ihr Völker, das Wort des Herrn, verkündet es auf den fernsten Inseln und sagt: Er, der Israel zerstreut hat, wird es auch sammeln und hüten wie ein Hirt seine Herde.

Denn der Herr wird Jakob erlösen und ihn befreien aus der Hand des Stärkeren.

Sie kommen und jubeln auf Zions Höhe, sie strahlen vor Freude über die Gaben des Herrn, über Korn, Wein und Öl, über Lämmer und Rinder. Sie werden wie ein bewässerter Garten sein und nie mehr verschmachten.

Dann freut sich das Mädchen beim Reigentanz, jung und alt sind fröhlich. Ich verwandle ihre Trauer in Jubel, tröste und erfreue sie nach ihrem Kummer.

Ich labe die Priester mit Opferfett, und mein Volk wird satt an meinen Gaben - Spruch des Herrn.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr werdet heilig sein,
weil ich heilig bin, spricht der Herr.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Die Sprache der Liebe kann die Beziehung zwischen dem Herrn und seinem Volk am besten beschreiben: „Mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt, darum habe ich dir so lange die Treue bewahrt. Ich baue dich wieder auf, du sollst neu gebaut werden, Jungfrau Israel.“ Die Liebe Gottes zu Israel ist „ewig“ und beständig. Sie besteht, was auch ge-schehen mag. Ihren Anfang nimmt sie im Exodus, als Gott nach der Befreiung seines Volkes aus der Knechtschaft Ägyptens den Bund zwischen ihm und seinem Volk in der Wüste Bestand verleiht. Die Wüste wurde somit zum Zeugen der Zuneigung, mit der sich Gott als Bräutigam um seine Braut sorgt. Dort lernte Israel die Liebe zum Herrn, und der Herr besiegelte den Bund der Treue zu seinem Volk auf der Grundlage dieser ewigen Liebe (V. 3). Auch der Prophet Hosea ver-wendet das Bild der Ehe. Er nimmt Bezug auf Gott, der die ursprüngli-che Liebe zu Israel wiederherstellen möchte. Dazu wählt er den Ort, wo diese Liebe begann: „Ich will sie in die Wüste hinausführen und sie umwerben“ (Hos 2,16). Die Wüste ist kein mythischer Ort, sondern die Stätte, an der die Liebe unaufhörlich und mit Hingabe aufgebaut wird und der Gläubige die Macht der Leidenschaft und die Notwendigkeit der Treue zum Herrn und seinem Bund versteht. Die Wüste wird zum Weg der Hoffnung hin zu einem „Ort seiner Ruhe“ (V. 2). Doch ähnelt die Wüste heute nicht auch unseren Städten, die oft ohne Leben und Liebe und daher wie eine Wüste sind? In dieser heutigen Wüste müs-sen die Gläubigen den Bund mit Gott wiederfinden und erneuern. Mit-ten im Herzen unserer Städte liegt der Schmelztiegel der Liebe und der Leidenschaft für eine neue Stadt als Ort der Freude und des Friedens für alle. Der Weg aus der Wüste nach Jerusalem ist nicht unbekannt und dem Leben der Menschen fremd. Dieser Weg verläuft mitten durch die Stadt und berührt das Zusammenleben der Menschen. Wir sollen unsere Städte, die oft Wüsten voller Gewalt und Einsamkeit ähneln, in Orte der Liebe und des Friedens verwandeln. So werden unsere Städ-te Jerusalem ähnlich, das als „Ort der Ruhe“ gilt, wo der Herr auf dem heiligen Berg wohnt und ein Licht für die ganze Erde ausstrahlt. Dieser Weg führt nach oben und befreit von der Ichbezogenheit, die uns stän-dig nach unten zieht. Der Prophetenspruch weist den Weg von einer Stadt der Wüste hin zu einer Stadt des Friedens, wo die Dürre beseitigt ist und Güter im Überfluss vorhanden sind, wo Freudentänze Jung und Alt vereinen. Diese prophetischen Worte beziehen sich auf die vor dem Herrn versammelte Gemeinschaft der Gläubigen, die Anteil erhält an seinem Plan der Liebe für die Welt. Zu ihr gehören Arme und Kranke, „Blinde und Lahme“ (V. 8), Frauen und Kinder und alle, die sich vom Evangelium der Freundschaft und der Freude angesprochen fühlen. Niemand ist ausgeschlossen. Der Herr sagt: „Denn ich bin Israels Va-ter, und Efraim ist mein erstgeborener Sohn.“


11/09/2013
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