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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom

Gedenken an Maria Salome, die Mutter von Jakobus und Johannes, die dem Herrn bis unter das Kreuz nachfolgte und ihn ins Grab legte. Gedenken an den seligen Johannes Paul II.


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Geist des Herren ruht auf dir,
der von dir geboren wird, wird heilig sein.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Evangelium nach Johannes 21,15-19

Als sie gegessen hatten, sagte Jesus zu Simon Petrus: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich mehr als diese? Er antwortete ihm: Ja, Herr, du weißt, daß ich dich liebe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Lämmer!

Zum zweitenmal fragte er ihn: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich? Er antwortete ihm: Ja, Herr, du weißt, daß ich dich liebe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Schafe!

Zum drittenmal fragte er ihn: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich? Da wurde Petrus traurig, weil Jesus ihn zum drittenmal gefragt hatte: Hast du mich lieb? Er gab ihm zu Antwort: Herr, du weißt alles; du weißt, daß ich dich liebhabe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Schafe!

Amen, amen, das sage ich dir: Als du noch jung warst, hast du dich selbst gegürtet und konntest gehen, wohin du wolltest. Wenn du aber alt geworden bist, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten und dich führen, wohin du nicht willst.

Das sagte Jesus, um anzudeuten, durch welchen Tod er Gott verherrlichen würde. Nach diesen Worten sagte er zu ihm: Folge mir nach!

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Hier sind, Herr, deine Diener,
uns geschehe nach deinem Wort.

Halleluja, halleluja, halleluja.

An diesem Tag gedenkt die Kirche des seligen Johannes Paul II., am Jahrestag des Beginns seines Pontifikats. Er war ein vorbildlicher Gläubiger und Hirte in schwierigen Zeiten. Von Jugend an sah er das Leid und die Armut vieler und antwortete auf den Ruf des Herrn, indem er sein Leben für die Kirche und für die Welt hingab. Er war ein Hirte, der seine Beziehung zu Gott intensiv lebte und aus der Begegnung mit allen Menschen einen Lebensstil machte. Sein Zeugnis lässt uns noch besser den Ruf Jesu an Petrus verstehen, ihm zu folgen. Das Evange-lium führt uns in die Tage nach der Auferstehung. Jesus kehrt noch einmal an das Ufer des Sees von Tiberias zurück, dorthin, wo er drei Jahre vorher Petrus begegnet war und ihn gerufen hatte, ihm nachzu-folgen. Am gleichen Ufer, gleichsam um neu anzufangen, fragt Jesus Petrus nach dem Wichtigsten: der Liebe. Jesus weiß genau, dass das Einzige, was Petrus für immer an ihn binden kann, nicht das Pflichtge-fühl oder die Willenskraft sind, sondern nur der Wunsch, mit seiner Zuneigung die unendliche Liebe zu erwidern, die er empfangen hat. Deshalb fragt Jesus dreimal hintereinander, gleichsam um zu betonen, dass wir uns vor einer grundlegenden Frage befinden, die wir uns je-den Tag stellen müssen. Es ist die Frage, die jedes Wort, das Gott spricht, gleichsam in sich birgt: „Liebst du mich?“ Die Antwort des Pet-rus ist zunächst stolz und schmerzerfüllt, denn er meint, der Herr wür-de ihm nicht vertrauen. Doch die Hartnäckigkeit seines Meisters be-siegt seinen Widerstand und legt seine Schwäche offen. So verspürt er stark das Bedürfnis, sich noch einmal dem Herrn anzuvertrauen, um zu lernen, was es heißt, mit ganzem Herzen zu lieben, mit ganzer Seele und aller Kraft. Die Worte, die Jesus zu Petrus sagt, lassen uns einen Blick auf die Zukunft des Apostels werfen. Petrus wird endlich seine Stärke finden, die nicht in seiner Selbstständigkeit bestand, wie er zu-erst dachte, sondern darin, sich ganz dem Herrn anzuvertrauen und sich von ihm führen zu lassen, um dorthin zu gelangen, wohin er es sich nicht einmal vorstellen konnte, zu gehen. So verwirklicht sich die Prophetie eines Fischers, dem es gelingt, mit den Netzen des Evange-liums eine große Menge Menschen zum Herrn hinzuziehen. Das lange Pontifikat Johannes Pauls II. mit der zahllosen Menge, die er erreichte und dem Herrn näher brachte, ist aus diesem völligen Gehorsam ge-genüber dem Herrn hervorgegangen. Dies ist der Weg, den jeder Jün-ger zu gehen berufen ist. Wir wissen nicht, wohin wir gelangen werden und auch nicht auf welchen Wegen, doch die Gewissheit über die Treue der Liebe des Meisters macht uns fähig, auf seinen Ruf zu ant-worten, den er immer an uns richtet: „Folge mir nach!“


22/10/2013
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