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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom

Gedenken an Unsere Liebe Frau von Guadalupe in Mexiko


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ich bin der gute Hirte,
meine Schafe hören auf meine Stimme,
und sie werden
eine einzige Herde sein.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Evangelium nach Matthäus 11,11-15

Amen, das sage ich euch: Unter allen Menschen hat es keinen größeren gegeben als Johannes den Täufer; doch der Kleinste im Himmelreich ist größer als er.

Seit den Tagen Johannes' des Täufers bis heute wird dem Himmelreich Gewalt angetan; die Gewalttätigen reißen es an sich.

Denn bis hin zu Johannes haben alle Propheten und das Gesetz (über diese Dinge) geweissagt.

Und wenn ihr es gelten lassen wollt: Ja, er ist Elija, der wiederkommen soll.

Wer Ohren hat, der höre!

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ein neues Gebot gebe ich euch:
Liebet einander!

Halleluja, halleluja, halleluja.

In dieser Adventszeit stellt uns die Kirche mehrmals Johannes den Täufer als denjenigen vor Augen, der dem Herrn den Weg bereitet. Über keine andere Person hat Jesus so ausführlich gesprochen wie über Johannes den Täufer. In den vorausgehenden Versen stellt Jesus uns diesen Mann als denjenigen vor, der es versteht, auf den Herrn zu warten. Damit macht Jesus ihn zum Vorbild für die Gläubigen aller Zeiten (V.2–10). Tatsächlich bereitete sich der Täufer mit seinem enthaltsamen Leben in erster Linie selbst auf die Begegnung mit Gott vor. Er verschanzte sich nicht hinter einem oberflächlichen Stolz oder einer unkritischen Selbstzufriedenheit, wie es uns selbst leicht geschieht. Man könnte sagen, dass er sich selbst züchtigte, um in seinem Herzen jenen religiösen Menschen wachsen zu lassen, der es versteht, den Gesandten Gottes zu erwarten. Er wurde ein spiritueller Mensch mit einer starken Innerlichkeit. Dies erforderte von ihm einen Kampf gegen sich selbst, der aus Disziplin, Einsatz, Beständigkeit im Gebet, Abkehr vom Reichtum, Gehorsam gegenüber dem Herrn und Bindung seines Herzens an Gott bestand. Diese „Gewalt“ gegen sich selbst ist ein Prozess, der den inneren Menschen aufbaut. Johannes, der sich durch innere Disziplin formte, war in der Lage, Jesus zu erkennen, sobald dieser sich ihm am Jordan näherte. Durch seine Predigt versuchte er, einen Weg in den Herzen der Menschen seiner Generation zu eröffnen, damit sie den Messias erkannten und aufnahmen, der unter ihnen war. Aus diesem Grunde sagte Jesus über ihn, dass es „unter allen Menschen ... keinen größeren gegeben (hat)“. Er ist ein einzigartiger Bruder, der zu uns gesandt wurde, damit wir unser Herz bereiten, um Jesus als den Retter aufzunehmen. Wenn Jesus sagt, dass der Kleinste im Himmelreich größer ist als Johannes, möchte er die Jünger auffordern, die Größe der Berufung zu erkennen, die uns geschenkt wurde und die auch wir immer wieder aus Faulheit und Engherzigkeit mit Füßen treten. Der Herr setzte ein unglaublich großes Vertrauen in seine Jünger, sodass er zu ihnen sagte: „Wer an mich glaubt, wird die Werke, die ich vollbringe, auch vollbringen, und er wird noch größere vollbringen“ (Joh 14,12). Wir können nicht umhin, uns nachdenklich zu fragen: Wie gehen wir mit dem Vertrauen um, das der Herr in jeden von uns setzt? Es ist eine Frage, die wir uns in dieser Vorbereitungszeit auf die Geburt Jesu wieder mehr stellen müssen.


12/12/2013
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