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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ich bin der gute Hirte,
meine Schafe hören auf meine Stimme,
und sie werden
eine einzige Herde sein.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Evangelium nach Markus 7,24-30

Jesus brach auf und zog von dort in das Gebiet von Tyrus. Er ging in ein Haus, wollte aber, daß niemand davon erfuhr; doch es konnte nicht verborgen bleiben.

Eine Frau, deren Tochter von einem unreinen Geist besessen war, hörte von ihm; sie kam sogleich herbei und fiel ihm zu Füßen.

Die Frau, von Geburt Syrophönizierin, war eine Heidin. Sie bat ihn, aus ihrer Tochter den Dämon auszutreiben.

Da sagte er zu ihr: Laßt zuerst die Kinder satt werden; denn es ist nicht recht, das Brot den Kindern wegzunehmen und den Hunden vorzuwerfen.

Sie erwiderte ihm: Ja, du hast recht, Herr! Aber auch für die Hunde unter dem Tisch fällt etwas von dem Brot ab, das die Kinder essen.

Er antwortete ihr: Weil du das gesagt hast, sage ich dir: Geh nach Hause, der Dämon hat deine Tochter verlassen.

Und als sie nach Hause kam, fand sie das Kind auf dem Bett liegen und sah, daß der Dämon es verlassen hatte.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ein neues Gebot gebe ich euch:
Liebet einander!

Halleluja, halleluja, halleluja.

Nach dem Streitgespräch Jesu mit den Pharisäern über Waschungen und gesetzliche Reinheit fügt Markus die Episode über die syrophönizische Frau an. Jesus kehrt wieder in heidnisches Gebiet zurück und bleibt dort einige Zeit in der klaren Absicht, den Menschen das Evangelium zu verkünden. In den Kapiteln 7 und 8 seines Evangeliums möchte Markus offensichtlich den folgenden Punkt besonders hervorheben: Jesus überschreitet die üblichen Grenzen des Volkes macht hierdurch deutlich, dass das Evangelium nicht nur auf einige Völker oder Personen beschränkt bleibt. Kein Mensch auf der Welt ist dem Evangelium fremd, niemand steht außerhalb der Barmherzigkeit Gottes. Das Beispiel der syrophönizischen Frau scheint Jesus nach dem Bericht des Evangelisten zu zwingen, die Grenzen seiner Sendung auszuweiten. Das Evangelium drängt gewissermaßen auch Jesus dazu, immer weiter zu gehen und nicht an den bekannten Grenzen haltzumachen, sei es an den Grenzen der Kultur oder der Religion. Sofort nach dem Empfang der Taufe durch Johannes „wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt“ (Mt 4,1). Jene Episode soll gleichsam den Gehorsam Jesu gegenüber dem Vater hervorheben. Im jetzigen Fall wird das Herz Jesu durch das Gebet dieser Frau in Bewegung gesetzt. Beharrlich bittet sie um Heilung ihrer kranken Tochter. Sie ist ein Vorbild im Gebet für alle Gläubigen. Ihr Gebet ist beispielhaft. Zudem hat Jesus selbst immer wieder Ausdauer beim Beten gefordert: „Bittet, dann wird euch gegeben; sucht, dann werdet ihr finden; klopft an, dann wird euch geöffnet. Denn wer bittet, der empfängt; wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird geöffnet“ (Lk 11,9–10). Die Beständigkeit jener armen Frau hilft uns, Gottes Barmherzigkeit und Güte zu verstehen. Dem ehrlichen Gebet seiner Kinder kann der Herr nicht widerstehen, auch dann nicht, wenn es sich um das Gebet eines Menschen handelt, der als dem eigenen Volk fern stehend angesehen wird. Diese Frau hat beharrlich gebetet und Jesus hat sie erhört. Ja, er hat ihr noch viel mehr geschenkt, als sie erbeten hatte: nicht nur das, was vom Tisch herunterfällt, sondern die Fülle des Lebens für ihre Tochter. Das Herz des Herrn ist groß und reich an Erbarmen. Wir müssen uns nur vertrauensvoll an ihn wenden. Am Ende des Gleichnisses über die Kraft des Gebetes sagt Jesus: „Wenn nun schon ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gebt, was gut ist, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist denen geben, die ihn bitten“ (Lk 11,13).


13/02/2014
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