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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom

Gedenken an Josef von Arimathäa, ein Jünger Jesu, der „auf das Reich Gottes wartete“


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das ist das Evangelium der Armen,
die Befreiung der Gefangenen,
das Augenlicht der Blinden,
die Freiheit der Unterdrückten.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Evangelium nach Lukas 6,36-38

Seid barmherzig, wie es auch euer Vater ist!

Richtet nicht, dann werdet auch ihr nicht gerichtet werden. Verurteilt nicht, dann werdet auch ihr nicht verurteilt werden. Erlaßt einander die Schuld, dann wird auch euch die Schuld erlassen werden.

Gebt, dann wird auch euch gegeben werden. In reichem, vollem, gehäuftem, überfließendem Maß wird man euch beschenken; denn nach dem Maß, mit dem ihr meßt und zuteilt, wird auch euch zugeteilt werden.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Menschensohn
ist gekommen, um zu dienen,
wer groß sein will,
mache sich zum Diener aller.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der heutige Abschnitt des Evangeliums ist der Bergpredigt nach dem Bericht des Lukas entnommen. Jesus hatte gerade von der Notwendigkeit gesprochen, die Feinde zu lieben, was die Kultur der Egozentrik dieser Welt, deren Kinder wir alle sind, von Grund auf erschüttert. Jesus mahnt die Jünger mit aufrüttelnden Worten: „Seid barmherzig, wie es auch euer Vater ist.“ Es genügt nicht, einfach nur barmherzig zu sein, wenngleich dies schon etwas Großes wäre, weil in unserem Herzen doch im Allgemeinen Groll und Neid, schlechte Gedanken über andere, Gleichgültigkeit und gewalttätige Gefühle wohnen. Jesus legt eine hohe Messlatte an die Barmherzigkeit an, das Maß des Vaters selbst. Ja, die Jünger Jesu sollen so barmherzig sein wie Gott es ist. Dieses Ideal ist so hoch wie der Himmel, und doch verlangt der Herr dies von uns als seinen Jüngern. Das ist keine moralische Ermahnung, die uns dazu einlädt, einige gute Werke der Barmherzigkeit zu tun. Freilich ist dies auch gemeint, aber vor allem ist das, was der Herr uns zeigt, ein Lebensstil, den wir annehmen sollen. Barmherzig wie Gott zu sein, bedeutet ein Herz wie seines zu haben, eine Aufmerksamkeit, die seiner entspricht, eine Liebe wie seine Liebe. Es ist Barmherzigkeit in dieser Welt nötig. Es gibt zuviel Härte, Kälte, ein Übermaß an Individualismus und an Gleichgültigkeit gegenüber den Mitmenschen, vor allem gegenüber den Armen. Die Barmherzigkeit verwandelt die Herzen und die Geschichte, so wie auch Jesus sie verwandelt hat, als er mit Barmherzigkeit durch die Dörfer und Städte seiner Zeit zog.
Deshalb kann er auch dazu ermahnen, nicht zu richten, sondern zu vergeben. Unser Urteil über die anderen ist immer zweideutig: Im Allgemeinen sind wir wohlwollend mit uns selbst und missgünstig den anderen gegenüber. Dazu sagt das Evangelium in einer anderen Perikope: Wir sind sehr schnell darin, den Splitter im Auge des anderen zu sehen, den Balken im eigenen Auge dagegen sehen wir nicht. Das Evangelium ermahnt weiterhin jeden Menschen, sein Herz zu öffnen. Jesus sagt: „Gebt, so wird euch gegeben werden, vergebt, so wird euch vergeben werden.“ Mit diesen Worten gibt uns der Herr eine große Weisheit des Evangeliums, die auch sehr menschlich ist. Nehmen wir sie in unserem Herzen auf und setzen wir sie im Leben


17/03/2014
Gebet für den Frieden


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