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Das tägliche Gebet


 
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Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom

Gedenken an Maria, die Frau des Kleopas, die mit den anderen Frauen beim Kreuz des Herrn stand. Gebet für alle Frauen, die auf der ganzen Welt mit Mut und in Schwierigkeiten dem Herrn folgen. Gedenken an Dietrich Bonhoeffer, der von den Nationalsozialisten im Konzentrationslager Flossenbürg hingerichtet wurde.


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr seid ein auserwählter Stamm,
ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk,
ein Volk, das Gott erworben hat,
um seine Wunder zu verkünden.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Evangelium nach Johannes 8,31-42

Da sagte er zu den Juden, die an ihn glaubten: Wenn ihr in meinem Wort bleibt, seid ihr wirklich meine Jünger.

Dann werdet ihr die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch befreien.

Sie erwiderten ihm: Wir sind Nachkommen Abrahams und sind noch nie Sklaven gewesen. Wie kannst du sagen: Ihr werdet frei werden?

Jesus antwortete ihnen: Amen, amen, das sage ich euch: Wer die Sünde tut, ist Sklave der Sünde.

Der Sklave aber bleibt nicht für immer im Haus; nur der Sohn bleibt für immer im Haus.

Wenn euch also der Sohn befreit, dann seid ihr wirklich frei.

Ich weiß, daß ihr Nachkommen Abrahams seid. Aber ihr wollt mich töten, weil mein Wort in euch keine Aufnahme findet.

Ich sage, was ich beim Vater gesehen habe, und ihr tut, was ihr von eurem Vater gehört habt.

Sie antworteten ihm: Unser Vater ist Abraham. Jesus sagte zu ihnen: Wenn ihr Kinder Abrahams wärt, würdet ihr so handeln wie Abraham.

Jetzt aber wollt ihr mich töten, einen Menschen, der euch die Wahrheit verkündet hat, die Wahrheit, die ich von Gott gehört habe. So hat Abraham nicht gehandelt.

Ihr vollbringt die Werke eures Vaters. Sie entgegneten ihm: Wir stammen nicht aus einem Ehebruch, sondern wir haben nur den einen Vater: Gott.

Jesus sagte zu ihnen: Wenn Gott euer Vater wäre, würdet ihr mich lieben; denn von Gott bin ich ausgegangen und gekommen. Ich bin nicht in meinem eigenen Namen gekommen, sondern er hat mich gesandt.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr werdet heilig sein,
weil ich heilig bin, spricht der Herr.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Dieses Evangelium muss im Zusammenhang mit den Spannungen zwischen der christlichen Gemeinde und dem Judentum verstanden waren. Die ersten Christen wurden durch die Feindseligkeit dieser Juden, die die Befolgung der Tradition des mosaischen Gesetzes verlangten, auf eine harte Probe gestellt. Der Evangelist Johannes fordert die Jünger mit Vollmacht dazu auf, im Wort Jesu zu bleiben. Deshalb sollen sie es nicht nur hören, sondern in ihm wohnen, so wie man im eigenen Haus wohnt, und dieses Wort als das vertrauteste Wort ihres Lebens treu in die Tat umsetzen. Ja, das Wort, das der Christ empfängt und in Treue hört, ist das wahre Haus, in dem er wohnen soll. Sein Leben soll gleichsam vom Evangelium umhüllt sein und von ihm gestützt und durchdrungen werden. Die christliche Freiheit besteht aus nichts anderem als auf das Evangelium zu hören und ihm zu folgen. Es ist das sanfte Joch des Evangeliums, das uns von den schweren Ketten unserer Selbstliebe befreit. Die Freiheit kommt nämlich nicht durch ein Gesetz oder die Willenskraft und auch nicht durch die Zugehörigkeit zum Stamm Abrahams. Die Freiheit ist das Ergebnis der Zugehörigkeit zu Jesus mit dem ganzen Leben. Durch sie können wir in Fülle und gemeinsam mit allen Jüngern an der Sendung Jesu in der Welt Anteil nehmen. Die christliche Freiheit ist keine Loslösung von allen Bindungen, um das zu tun, was man will. Das ist Egoismus oder auch Sklaverei gegenüber den Moden der Welt und den Verlockungen des Bösen. Die Freiheit besteht darin, von den Ketten der Erde befreit zu werden, um Anteil zu nehmen am großen Vorhaben Gottes, der alle Völker zu Schwestern und Brüdern machen und die Erde dafür bereit machen will, dass sie die vollkommene Königsherrschaft Gottes annimmt. Angesichts dieser Predigt lehnten sich die Juden, die ihm zuhörten, gegen Jesus auf, weil sie dachten, er würde sie zu ihren Sklaven machen, wenn sie sich an ihn binden. Die Anmaßung des Sklaven liegt immer darin, gerade seine Sklaverei zu leugnen, weil das für ihn bequem ist und ihn von der Verantwortung und der Mühe entbindet, immer den Weg zu suchen, auf dem man geht und Teil eines „Wir“ zu sein, nämlich des Volkes, das Jesus auf der Erde sammeln wollte. „Die Wahrheit wird euch frei machen“, sagt Jesus. Das ist die eigentliche Wahrheit Jesu. Wer sich ihm auf Dauer anschließt, den befreit er von jeder irdischen Knechtschaft und schenkt schon jetzt die Freude der Befreiung von der Sünde. Es genügt nicht, sich „Kinder Abrahams“ zu nennen, um auch tatsächlich seine Kinder zu sein, betont Jesu. Die wahre Kindschaft, die uns wirklich zu Verwandten und Freunden Gottes macht, entspringt daraus, dass wir die Werke des Vaters vollbringen. Jesus erwidert: „Wenn ihr Kinder Abrahams wärt, würdet ihr so handeln wie Abraham“. Doch diesen Juden lag es äußerst fern, Abraham nachzufolgen. Sie wollten Jesus töten, woran Abraham nicht einmal gedacht hätte. Abraham vollbrachte das größte Werk eines Gläubigen, denn er war dem Wort des Herrn gehorsam und vertraute ihm sein ganzes Leben an, wie der Hebräerbrief schreibt: „Aufgrund des Glaubens gehorchte Abraham dem Ruf, wegzuziehen in ein Land, das er zum Erbe erhalten sollte; und er zog weg, ohne zu wissen, wohin er kommen würde“ (11,8).


09/04/2014
Gedenken an die Heiligen und die Propheten


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