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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom

Gedenken an den heiligen Stanislaus († 1071), der Bischof von Krakau war und als Märtyrer starb. Er verteidigte die Armen, die Menschenwürde und die Freiheit der Kirche und des Evangeliums.


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das ist das Evangelium der Armen,
die Befreiung der Gefangenen,
das Augenlicht der Blinden,
die Freiheit der Unterdrückten.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Evangelium nach Johannes 10,31-42

Da hoben die Juden wiederum Steine auf, um ihn zu steinigen.

Jesus hielt ihnen entgegen: Viele gute Werke habe ich im Auftrag des Vaters vor euren Augen getan. Für welches dieser Werke wollt ihr mich steinigen?

Die Juden antworteten ihm: Wir steinigen dich nicht wegen eines guten Werkes, sondern wegen Gotteslästerung; denn du bist nur ein Mensch und machst dich selbst zu Gott.

Jesus erwiderte ihnen: Heißt es nicht in eurem Gesetz: Ich habe gesagt: Ihr seid Götter?

Wenn er jene Menschen Götter genannt hat, an die das Wort Gottes ergangen ist, und wenn die Schrift nicht aufgehoben werden kann,

dürft ihr dann von dem, den der Vater geheiligt und in die Welt gesandt hat, sagen: Du lästerst Gott - weil ich gesagt habe: Ich bin Gottes Sohn?

Wenn ich nicht die Werke meines Vaters vollbringe, dann glaubt mir nicht.

Aber wenn ich sie vollbringe, dann glaubt wenigstens den Werken, wenn ihr mir nicht glaubt. Dann werdet ihr erkennen und einsehen, daß in mir der Vater ist und ich im Vater bin.

Wieder wollten sie ihn festnehmen; er aber entzog sich ihrem Zugriff.

Dann ging Jesus wieder weg auf die andere Seite des Jordan, an den Ort, wo Johannes zuerst getauft hatte; und dort blieb er.

Viele kamen zu ihm. Sie sagten: Johannes hat kein Zeichen getan; aber alles, was Johannes über diesen Mann gesagt hat, ist wahr.

Und viele kamen dort zum Glauben an ihn.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Menschensohn
ist gekommen, um zu dienen,
wer groß sein will
mache sich zum Diener aller.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Angesichts der Aussage Jesu: „Ich und der Vater sind eins“ (10,30) kommt der Hass der Juden zum Ausbruch, sodass sie ihn steinigen wollen. Zum zweiten Mal wollen ihn die Juden im Johannesevangelium steinigen (vgl. Joh 8,59). Sie hatten die Bedeutung der von Jesus verkündeten Worte ganz genau begriffen. Sie enthielten in ihren Augen eine Gotteslästerung, deshalb musste Jesus mit der Steinigung bestraft werden. Statt sich ihren Blicken zu entziehen antwortet er dieses Mal mit der Gelassenheit eines Menschen, der genau weiß, dass er den Willen des Vaters erfüllt. Daher sagt er zu ihnen: „Viele gute Werke habe ich im Auftrag des Vaters vor euren Augen getan. Für welches dieser Werke wollt ihr mich steinigen?“ Die Juden erwidern, dass ihre Reaktion nicht durch eine falsche Handlung Jesu hervorgerufen wird, sondern aufgrund der für sie unerträglichen und wahrhaftig gotteslästerlichen Anmaßung, sich Gott gleichzusetzen: „Wir steinigen dich nicht wegen eines guten Werkes, sondern wegen Gotteslästerung; denn du bist nur ein Mensch und machst dich selbst zu Gott“. Ganz anders war die Reaktion der Armen und Schwachen, denen Jesus half. Sie waren glücklich, ihm weiter zuzuhören und nachzufolgen. Sie hatten nämlich verstanden, dass eine so große und starke Liebe nur von Gott stammen konnte. Wenn wir allerdings die von Jesus gewirkten Zeichen und seine Worte stolz und kühl aufnehmen, werden wir die Wirklichkeit nicht erkennen, so wie sie ist. Dann werden die Augen unseres Herzens und unserer Gedanken verschlossen bleiben. Die Pharisäer waren durch diese Liebe Gottes gleichsam blind geworden. Sie verteidigen sich mit einem sehr einleuchtenden Einwand: „Das Heil kann unmöglich von einem Menschen kommen, den wir kennen“. In diesem Sinn ist ihr Vorwurf gegen Jesus zu verstehen: „Du bist nur ein Mensch und machst dich selbst zu Gott“. Der Glaube zeigt uns, dass Jesus sicherlich wahrer Mensch, aber auch wahrer Gott ist. Das Evangelium offenbart uns nämlich das Geheimnis, dass Jesus wahrer Gott und wahrer Mensch ist. Dieses Geheimnis wurde von den Jüngern aller Zeiten von Generation zu Generation bewahrt und überliefert und wird auch auf die Kirche übertragen, die gleichzeitig Werk des Menschen und Werk Gottes ist. Sie selbst ist ein Geheimnis der Liebe. Der Apostel Paulus bezeichnet die Kirche als den Leib Christi. Durch die Kirche, ihre Sakramente und die Predigt des Evangeliums treten wir in direkten Kontakt mit Gott. Daher können wir sagen, dass die Kirche das Werk Christi und sogar sein eigener Leib ist, der in der Zeit weiter lebt. Die christliche Gemeinschaft ist das Sakrament, das Zeichen der Anwesenheit Jesu in der Geschichte. Doch diese Aussagen halten die Juden nicht auf, sondern bewegen sie sogar dazu, Jesus festzunehmen. Er aber entzieht sich ihnen. Der Evangelist Johannes möchte betonen, dass nicht die Feinde Jesus gefangen nehmen, sondern dass sich Jesus selbst ausliefert, als seine Stunde gekommen ist. Das geschieht aus Liebe. Vorerst entfernt er sich und begibt sich an den Ort, an dem Johannes taufte. Viele kamen dort weiterhin zu ihm, hörten auf sein Wort des Heiles und ließen ihr Herz berühren.


11/04/2014
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