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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom

Dienstag der Karwoche
Gedenken an die Missionare, die den Märtyrertod starben. Die Juden feiern den Beginn der Zeit des Paschafestes (Pesah).


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr seid ein auserwählter Stamm,
ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk,
ein Volk, das Gott erworben hat,
um seine Wunder zu verkünden.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Evangelium nach Johannes 13,21-22.36-38

Nach diesen Worten war Jesus im Innersten erschüttert und bekräftigte: Amen, amen, das sage ich euch: Einer von euch wird mich verraten.

Die Jünger blickten sich ratlos an, weil sie nicht wußten, wen er meinte.

Simon Petrus sagte zu ihm: Herr, wohin willst du gehen? Jesus antwortete: Wohin ich gehe, dorthin kannst du mir jetzt nicht folgen. Du wirst mir aber später folgen.

Petrus sagte zu ihm: Herr, warum kann ich dir jetzt nicht folgen? Mein Leben will ich für dich hingeben.

Jesus entgegnete: Du willst für mich dein Leben hingeben? Amen, amen, das sage ich dir: Noch bevor der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr werdet heilig sein,
weil ich heilig bin, spricht der Herr.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Jesus weiß inzwischen genau, dass sich seine Stunde nähert und der Tod nicht mehr weit ist. Sein Herz ist randvoll auch von widersprüchlichen Gefühlen. Er will nicht sterben, aber auch nicht fliehen. Auf jeden Fall ist die Stunde gekommen, in der er diese Welt verlassen und zum Vater gehen wird. Er ist sich dessen bewusst und möchte ihr ins Auge sehen, ohne zu wanken. Doch sein Geist wird durch die Reaktion der Jünger betrübt. Er ist auf dem Weg, diese Welt zu verlassen, doch wird diese kleine Jüngergruppe, die er versammelt, begleitet, geliebt und unterwiesen hat, weiter zusammenhalten? Sofort taucht das erste schwerwiegende Problem auf: Judas ist dabei, den Verrat zu begehen. Diesen Jünger interessiert nicht, dass Jesus sich vor ihm niedergebeugt und ihm die Füße gewaschen hat. Mit diesen Füßen, die Jesus gewaschen, berührt und vielleicht sogar geküsst hatte, macht sich Judas auf den Weg, um den Meister zu verraten. Mit unfassbarer Traurigkeit im Herzen sagt Jesus zu den Zwölf: „Einer von euch wird mich verraten.“ Alle sind erschüttert. Der Verräter ist unter ihnen, unter den vertrautesten und engsten Freunden Jesu. Diese Worte Jesu sind beunruhigend. Offensichtlich kommt es in der Nachfolge Jesu nicht auf physische Nähe, sondern auf die Nähe des Herzens an, auf Anteilnahme an seinen Gefühlen und seinem Plan der Liebe. Wir können bei ihm sein, wir können ihm auch mit frommer Hingabe, mit Riten und religiösen Gewohnheiten nachfolgen, doch wenn unser Herz nicht am Wort des Herrn hängt, wenn unsere Liebe zu den Ärmsten nicht praktisch und konkret gelebt wird, wenn wir keine konkrete Gemeinschaft mit den Schwestern und Brüdern pflegen, wenn wir seinem Plan für eine Welt in Gerechtigkeit und Frieden nicht zustimmen, entfernen wir unser Herz Schritt für Schritt, dann trübt sich unser Geist und wir begreifen den Traum der Liebe des Herrn nicht mehr. Während das Antlitz Jesu im Nebel verschwindet, wird unser Ich, unsere Gier und unsere Ichbezogenheit immer größer. Die Liebe zu Jesus verwandelt sich in einen Kult um das eigene Ich und unseren Besitz. So wird es fast schon natürlich, immer mehr in den Verrat abzugleiten. Im Herzen tragen wir den Kampf zwischen Gut und Böse, zwischen Liebe und Misstrauen aus. Dabei sind keine Kompromisse möglich. In diesen Tagen fordert Jesus weniger dazu auf, ihm zu dienen, vielmehr bittet er uns, bei ihm zu sein, ihn zu begleiten und nicht allein zu lassen. Allenfalls ermahnt er uns, aufmerksam zu sein und nicht banal zu werden. Wenn wir banal sind, können wir die Menschen in unserer Nähe nicht sehen und auch nicht das Böse wahrnehmen, das sich bei den Menschen einschleicht. Das möchte Jesus den Jüngern erklären. Doch sie verstehen ihn nicht, allen voran Petrus. Sie sind zu sehr mit sich beschäftigt und lassen ihr Herz durch die Worte Jesu nicht betreffen. Aus einem Herzen, das nicht zuhört, entspringt der Verrat. Wenn die Worte des Evangeliums beiseitegelegt werden, herrschen nur unsere Worte, unsere Gedanken, unsere Gefühle. Wir werden dann sogar fähig, Jesus zu verkaufen. Wir alle müssen wachsam sein. Auch Petrus und die anderen Jünger, die an diesem Abend zwar bei ihm bleiben und ihre Treue bis zum Tod bekennen. Doch es reichen wenige Tage, bis auch sie ihn verraten. Wir dürfen nicht auf uns selbst vertrauen, sondern müssen uns täglich der Liebe und dem Schutz des Herrn anvertrauen


15/04/2014
Dienstag der Karwoche


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