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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom

Gedenken an den heiligen Athanasius (295–373), Bischof von Alexandria in Ägypten und Kirchenlehrer.


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das ist das Evangelium der Armen,
die Befreiung der Gefangenen,
das Augenlicht der Blinden,
die Freiheit der Unterdrückten.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Evangelium nach Johannes 6,1-15

Danach ging Jesus an das andere Ufer des Sees von Galiläa, der auch See von Tiberias heißt.

Eine große Menschenmenge folgte ihm, weil sie die Zeichen sahen, die er an den Kranken tat.

Jesus stieg auf den Berg und setzte sich dort mit seinen Jüngern nieder.

Das Pascha, das Fest der Juden, war nahe.

Als Jesus aufblickte und sah, daß so viele Menschen zu ihm kamen, fragte er Philippus: Wo sollen wir Brot kaufen, damit diese Leute zu essen haben?

Das sagte er aber nur, um ihn auf die Probe zu stellen; denn er selbst wußte, was er tun wollte.

Philippus antwortete ihm: Brot für zweihundert Denare reicht nicht aus, wenn jeder von ihnen auch nur ein kleines Stück bekommen soll.

Einer seiner Jünger, Andreas, der Bruder des Simon Petrus, sagte zu ihm:

Hier ist ein kleiner Junge, der hat fünf Gerstenbrote und zwei Fische; doch was ist das für so viele!

Jesus sagte: Laßt die Leute sich setzen! Es gab dort nämlich viel Gras. Da setzten sie sich; es waren etwa fünftausend Männer.

Dann nahm Jesus die Brote, sprach das Dankgebet und teilte an die Leute aus, soviel sie wollten; ebenso machte er es mit den Fischen.

Als die Menge satt war, sagte er zu seinen Jüngern: Sammelt die übriggebliebenen Brotstücke, damit nichts verdirbt.

Sie sammelten und füllten zwölf Körbe mit den Stücken, die von den fünf Gerstenbroten nach dem Essen übrig waren.

Als die Menschen das Zeichen sahen, das er getan hatte, sagten sie: Das ist wirklich der Prophet, der in die Welt kommen soll.

Da erkannte Jesus, daß sie kommen würden, um ihn in ihre Gewalt zu bringen und zum König zu machen. Daher zog er sich wieder auf den Berg zurück, er allein.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Menschensohn
ist gekommen, um zu dienen,
wer groß sein will
mache sich zum Diener aller.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Dieser Abschnitt aus dem Johannesevangelium berichtet vom Wunder der Brotvermehrung. Der Evangelist merkt an, dass eine große Menschenmenge Jesus folgte, weil sie die Zeichen gesehen hatte, die er an den Kranken gewirkt hatte. Die Menschen spürten, dass er ein guter und starker Mann war, der denen half, die ihre Gesundheit und die Hoffnung verloren hatten, und sie heilte. Jesus wiederum spürte diesen Hunger der Menschen nach Liebe. Der Evangelist schreibt, dass Jesus „aufblickte und sah, dass so viele Menschen zu ihm kamen“, um damit seine Barmherzigkeit zu betonen. Jesus ist nicht wie wir. Wir richten im Allgemeinen den Blick auf uns selbst und unsere Angelegenheiten. Jesus bittet aber darum, dass wir, gemeinsam mit ihm, von uns selbst aufblicken, um auf diejenigen aufmerksam werden zu können, die leiden und unsere Hilfe brauchen. Nicht die Jünger, sondern Jesus bemerkt die Bedürftigen und fragt Philippus, wo man Brot kaufen könne, um all diesen Menschen zu essen zu geben. Der Apostel weiß nichts Besseres, als festzustellen, dass es unmöglich sei, Brot für diese Menschenmenge zu besorgen. Er sieht das ganz Offensichtliche und zeigt damit eine sehr resignierte Haltung. Andreas, der das Gespräch hörte, tritt vor und sagt, dass es nur fünf Gerstenbrote und zwei Fische gibt, also so gut wie nichts. Für die Apostel ist die Sache damit erledigt. Sie hatten noch nicht verstanden, dass das, was bei den Menschen unmöglich ist, für Gott möglich ist. Auch wir sollten uns oft an diese Worte erinnern, anstatt angesichts der Schwierigkeiten im Stillen zu resignieren. Doch Jesus, der sich von der leidenschaftlichen Liebe zu diesen Menschen leiten lässt, resigniert nicht. Er fordert die Jünger auf, die Menschen dazu zu veranlassen, sich hinzusetzen. Was folgt, ist die Szene von einem großartigen Festmahl, bei dem alle kostenlos satt werden.
Der Evangelist erinnert hier mit der Geste und den Worten Jesu an die Feier der Eucharistie. Die Brote, die in die Hände des barmherzigen Jesus gelegt werden, reichen für alle. Im Unterschied zu den synoptischen Evangelien lässt der Evangelist Jesus hier allein handeln. Er nimmt die Brote, vermehrt sie und teilt sie aus. Johannes will damit betonen, dass es eine unmittelbare Beziehung zwischen den Schafen und dem Hirten gibt. Schön sind in diesem Zusammenhang die Worte von Papst Franziskus an die Priester, die wir aber auch auf uns alle beziehen können: „Wir müssen hinausgehen in die ‚Randgebiete‘, wo Leiden herrscht, Blutvergießen, Blindheit, die sich danach sehnt zu sehen, wo es Gefangene so vieler schlechter Herren gibt ... Wer nicht aus sich herausgeht, wird, statt Mittler zu sein, allmählich ein Zwischenhändler, ein Verwalter ... das erbitte ich von euch: Seid Hirten mit dem ‚Geruch der Schafe‘“.
Wir müssen uns in die Randgebiete aufmachen und zu den Menschen gehen, die auf Liebe, Gerech-tigkeit und Frieden warten. Legen wir unsere wenigen Brote in die Hände Jesu, und das Wunder geschieht. Jesus vervielfacht und teilt aus. Seine Hände behalten nichts für sich, sie sind es ge-wohnt, sich zu öffnen und großzügig zu sein. Er macht viel aus unserer Schwachheit. Das Wunder geschieht immer dann, wenn wir die Engherzigkeit der Jünger hinter uns lassen und wie jener Junge die armseligen Gerstenbrote, die wir haben, in die Hände des Herrn legen. Das Volk wollte Jesus zum König machen, er aber floh allein auf den Berg. Jesus will das Bedürfnis nach Brot nicht ge-ring achten. Aber er möchte betonen, dass man sich von einem ewigen Brot ernähren muss: der Freundschaft mit ihm.


02/05/2014
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