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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom

Gedenken an die Heiligen Addai und Mari, die Gründer der chaldäischen Kirche. Gebet für die Christen im Irak.


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr seid ein auserwählter Stamm,
ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk,
ein Volk, das Gott erworben hat,
um seine Wunder zu verkünden.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Evangelium nach Johannes 16,12-15

Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen.

Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in die ganze Wahrheit führen. Denn er wird nicht aus sich selbst heraus reden, sondern er wird sagen, was er hört, und euch verkünden, was kommen wird.

Er wird mich verherrlichen; denn er wird von dem, was mein ist, nehmen und es euch verkünden.

Alles, was der Vater hat, ist mein; darum habe ich gesagt: Er nimmt von dem, was mein ist, und wird es euch verkünden.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr werdet heilig sein,
weil ich heilig bin, spricht der Herr.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Es scheint, als wolle Jesus gar nicht aufhören, zu den Jüngern zu sprechen. Doch nun ist das Mahl zu Ende und Jesus sagt: „Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen.“ Es liegt kein Tadel in diesen Worten. Er hatte sie ja selbst ausgewählt, er kannte ihre Grenzen gut und verbirgt das auch nicht. Er hält sie noch nicht für fähig, die ganze Last des Evangeliums zu tragen. Sicher braucht das Evangelium keine Weisen, und Jesus macht sich auch nicht auf die Suche nach Mächtigen und Starken, denen er seinen Auftrag anvertrauen könnte. Vielmehr scheint er gerade das Gegenteil zu tun. Denn sein Wort ist keine hochtrabende Doktrin oder eine komplexe Ideologie, die nur wenige verstehen und durchdringen können. Nein, von seiner Lehre geht eine einfache und starke Energie aus, die das Herz erfüllt und das Leben verwandelt, und alle können diese Energie aufnehmen und aus ihr leben. Es ist die Energie der Liebe. Die Jünger werden nur gebeten, sie wirken zu lassen, sie nicht zu bremsen, ihr keine Hindernisse in den Weg zu stellen. Der Heilige Geist wird „euch in die ganze Wahrheit führen“, sagt Jesus. Dabei wird er uns entdecken lassen, wie begrenzt und banal die Sichtweisen sind, in denen wir uns oft verschließen. Der Geist wird uns aus unserer Engherzigkeit und Kleinlichkeit befreien und uns eintauchen lassen in einen Kreislauf der Liebe, der uns viele Brüder und Schwestern umarmen und bei den Armen stehen bleiben lässt, denen wir begegnen, der uns Worte finden lassen wird, die das Herz derer berühren, die Freundschaft und Verständnis suchen, und der uns hilft, jene Logik zu überwinden, die uns dazu drängt, etwas besonders sein und uns durchsetzen zu wollen. Lassen wir uns vom Geist leiten, und wir werden das Zukünftige entdecken, wir werden von einem anderen Morgen träumen. Der Geist, der Quelle des Lebens und der Inspiration ist, möge uns helfen, mit ihm diese Zukunft zu bauen, die eine gemeinsame Zukunft für alle Völker, und somit auch für uns ist. In diesem Sinne gibt es ein Wachstum im Verständnis des Evangeliums. Pater Alexander Men, ein Priester, der Anfang der neunziger Jahre in Moskau getötet wurde, sagte, dass wir gerade erst begonnen haben, das Evangelium zu verstehen, und viele Worte noch in ihrer ganzen Tiefe verstehen müssen. Schon vor ihm sagte der heiligeJohannes XXIII. kurz vor seinem Tod: „Nicht das Evangelium verändert sich, sondern wir verstehen es besser.“ So wirkt der Geist auch heute und durch alle Generationen.


28/05/2014
Gedenken an die Heiligen und die Propheten


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