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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom

Gedenken an den heiligen Sergius von Radonez, den Gründer des Klosters der Heiligen Dreifaltigkeit in der Nähe von Moskau. Gedenken an den evangelischen Pastor Paul Schneider, der am 18. Juli 1939 im Konzentrationslager Buchenwald starb.


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das ist das Evangelium der Armen,
die Befreiung der Gefangenen,
das Augenlicht der Blinden,
die Freiheit der Unterdrückten.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Evangelium nach Matthäus 12,1-8

In jener Zeit ging Jesus an einem Sabbat durch die Kornfelder. Seine Jünger hatten Hunger; sie rissen deshalb Ähren ab und aßen davon.

Die Pharisäer sahen es und sagten zu ihm: Sieh her, deine Jünger tun etwas, das am Sabbat verboten ist.

Da sagte er zu ihnen: Habt ihr nicht gelesen, was David getan hat, als er und seine Begleiter hungrig waren -

wie er in das Haus Gottes ging und wie sie die heiligen Brote aßen, die weder er noch seine Begleiter, sondern nur die Priester essen durften?

Oder habt ihr nicht im Gesetz gelesen, daß am Sabbat die Priester im Tempel den Sabbat entweihen, ohne sich schuldig zu machen?

Ich sage euch: Hier ist einer, der größer ist als der Tempel.

Wenn ihr begriffen hättet, was das heißt: Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer, dann hättet ihr nicht Unschuldige verurteilt;

denn der Menschensohn ist Herr über den Sabbat.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Menschensohn
ist gekommen, um zu dienen,
wer groß sein will
mache sich zum Diener aller.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Die Pharisäer nehmen jede Gelegenheit wahr, um schlecht über Jesus und seine Anhänger zu denken und ihn zu beschuldigen. Man könnte die Haltung der Pharisäer mit der Einstellung von Menschen gleichsetzen, die Angst vor dem Bösen haben, das Böse aber in den anderen suchen und nicht in sich selbst. Der Pharisäer ist davon überzeugt, er rette sich selbst, indem er die anderen anklagt, indem er den Splitter im Auge des anderen sieht, aber unfähig bleibt, den Balken aus dem eigenen Auge herauszuziehen. Er urteilt, liebt aber nicht. Er beobachtet, hilft aber nicht. Es ist kein Zufall, dass der Pharisäer hinsichtlich der Frage nach Vergebung und Heilung des Leidenden gleichgültig bleibt. Die Pharisäer tadeln Jesus, weil er zulässt, dass die Jünger am Sabbat auf dem Weg einige Ähren abreißen. Doch er antwortet mit zwei Beispielen, die ihre Engherzigkeit und Blindheit zeigen. Vor allem betont er mit den Worten Hoseas, wie weit das Herz Gottes ist: „Liebe will ich, nicht Schlachtopfer“ (Hos 6,6). Der Herr möchte nicht, dass die Gläubigen kalt und distanziert die Vorschriften beachten, sondern er will ihr Herz. Es geht nicht darum, die Vorschriften gering zu achten. Doch über jeder Vorschrift steht die Barmherzigkeit als eine Gabe, die man von Gott erbitten muss, denn sie kommt nicht aus unserem Charakter oder unseren Begabungen, sondern von Gott. In Wirklichkeit ist diese Dimension schon immer in der biblischen Offenbarung gegenwärtig. In einigen jüdischen Kommentaren heißt es zum Beispiel: „Der Sabbat wurde euch gegeben und nicht ihr dem Sabbat“. Manche Kommentare offenbaren das Bewusstsein der Rabbiner, dass eine übertriebene Religiosität die Erfüllung des Kerns des Gesetzes in Gefahr bringen kann: „Nach der Thora ist nichts wichtiger, als ein Menschenleben zu retten ... Auch wenn es nur die geringste Wahrscheinlichkeit gibt, dass ein Leben auf dem Spiel steht, kann man jedes Verbot des Gesetzes übertreten.“ Jesus lobt den Geist des Lebens, der dazu führte, dass Gott und der Mensch im Mittelpunkt des Lebens stehen. Er gibt ihm also eine authentische Interpretation. Der Sabbat zeigt die liebevolle Anwesenheit Gottes im Leben des Menschen. Jesus ist das liebevolle Antlitz Gottes. Deshalb wiederholt er, dass er Barmherzigkeit will, nicht Opfer. Warum ziehen auch wir Opfer der Barmherzigkeit vor und machen uns damit den Pharisäern ähnlich? Weil wir glauben, niemandem etwas schuldig zu sein. Barmherzigkeit bedeutet hingegen, den anderen gegenüber immer in der Schuld zu stehen. Jesus hebt das Gesetz nicht auf, sondern bringt es mit der Liebe zu dessen Erfüllung. Jesus gibt keine Regel vor, sondern er schenkt das Wort der Liebe, um das Leben der Menschen zur Fülle zu bringen. Wenn wir das Gesetz von der Liebe entleeren und es nur auf die Opfer reduzieren, dann wird das Gesetz zu einer Vorschrift und schließlich zur Heuchelei der Pharisäer. Gott jedoch interessiert allein das Herz, die Barmherzigkeit.


18/07/2014
Gedenken an den gekreuzigten Jesus


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