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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom

Gedenken an den heiligen Antonius von den Kiewer Höhlen († 1073). Mit dem heiligen Theodosius ist er der Vater des russischen Mönchtums und gilt als Gründer des Höhlenklosters.


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr seid ein auserwählter Stamm,
ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk,
ein Volk, das Gott erworben hat,
um seine Wunder zu verkünden.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Evangelium nach Matthäus 13,1-9

An jenem Tag verließ Jesus das Haus und setzte sich an das Ufer des Sees.

Da versammelte sich eine große Menschenmenge um ihn. Er stieg deshalb in ein Boot und setzte sich; die Leute aber standen am Ufer.

Und er sprach lange zu ihnen in Form von Gleichnissen. Er sagte: Ein Sämann ging aufs Feld, um zu säen.

Als er säte, fiel ein Teil der Körner auf den Weg, und die Vögel kamen und fraßen sie.

Ein anderer Teil fiel auf felsigen Boden, wo es nur wenig Erde gab, und ging sofort auf, weil das Erdreich nicht tief war;

als aber die Sonne hochstieg, wurde die Saat versengt und verdorrte, weil sie keine Wurzeln hatte.

Wieder ein anderer Teil fiel in die Dornen, und die Dornen wuchsen und erstickten die Saat.

Ein anderer Teil schließlich fiel auf guten Boden und brachte Frucht, teils hundertfach, teils sechzigfach, teils dreißigfach.

Wer Ohren hat, der höre!

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr werdet heilig sein,
weil ich heilig bin, spricht der Herr.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Evangelium schildert uns Jesus am Ufer des Sees von Galiläa. Da sich eine große Menschenmenge versammelt hatte, stieg er in ein Boot. Er erzählt ein Gleichnis von großer Bedeutung und, was im Evangelium selten vorkommt, er erklärt es selbst. Der tiefere Sinn des Gleichnisses ist klar: Man soll aus dem Hören des Evangeliums leben und nicht aus seinem Stolz. Der Sämann geht hinaus, um zu säen, und streut den Samen großzügig aus. Er scheint nicht auf die Güte des Bodens zu achten, denn ein großer Teil des Samens geht verloren. Nur der Teil, der auf guten Boden fällt, bringt Frucht. Auch wenn Jesus es nicht sagt, vergleicht er sich mit dem Sämann. Die großzügige Aussaat ist typisch für ihn, sicherlich nicht für uns. Dieser Sämann ist kein kleinlicher Rechner. Er scheint auch dem Boden Vertrauen entgegenzubringen, der mehr einem Weg oder einem Steinhaufen gleicht als einem gepflügten und bereiteten Boden. Trotzdem sät der Sämann den Samen auch dort aus in der Hoffnung, dass er Wurzeln treibt. Für den Sämann ist jeder Boden wichtig. Es gibt keinen Bereich dieser Erde, den er nicht seiner Aufmerksamkeit für würdig hält. Kein Stück Boden wird verworfen. Das Erdreich ist die Welt, auch der Teil der Welt, der wir alle sind. In den verschiedenen Böden können wir ohne Schwierigkeiten die Vielfalt der Situationen der Welt und eines jeden von uns erkennen. Jesus will die Männer und Frauen nicht in zwei Kategorien einteilen, die einen, die gutes Erdreich, und die anderen, die schlechtes Erdreich darstellen.
In jedem von uns stecken die verschiedenen Böden, von denen das Evangelium spricht. Manche Tage sind vielleicht etwas steiniger, andere weniger. Einmal nehmen wir das Evangelium auf, lassen uns dann aber von den Versuchungen überraschen. Ein andermal hören wir zu und bringen Frucht. Doch eines gilt für alle: Der Sämann muss das Erdreich betreten, den Boden umpflügen, die Steine beseitigen, das Unkraut ausreißen und den Samen großzügig ausstreuen. Der Boden, sei er steinig oder gut, muss den Samen, das Wort Gottes, aufnehmen. Das Wort Gottes ist immer ein Geschenk. Auch wenn es von außen kommt, dringt es tief in den Boden ein und wird eins mit ihm. Unsere Hände, die es vielleicht gewohnt sind, Dinge zu berühren, denen wir großen Wert zuschreiben, achten diesen Samen gering. Wie oft haben wir unsere Traditionen und Überzeugungen für wichtiger gehalten als das schwache und zerbrechliche Wort des Evangeliums! Doch wie im kleinen Samen die ganze Kraft enthalten ist, die später zu einer Pflanze wird, so enthält das Wort des Evangeliums die Energie, die unsere Zukunft und die Zukunft der Welt hervorbringt. Wichtig ist, sich ihm nicht zu widersetzen.


23/07/2014
Gedenken an die Heiligen und die Propheten


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