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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom

Gedenken an die heilige Klara von Assisi (1193–1253). Sie folgte dem heiligen Franziskus auf dem Weg der Armut und der Einfachheit des Evangeliums.


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das ist das Evangelium der Armen,
die Befreiung der Gefangenen,
das Augenlicht der Blinden,
die Freiheit der Unterdrückten.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Evangelium nach Matthäus 17,21-26

Als sie in Galiläa zusammenwaren, sagte Jesus zu ihnen: Der Menschensohn wird den Menschen ausgeliefert werden,

und sie werden ihn töten; aber am dritten Tag wird er auferstehen. Da wurden sie sehr traurig.

Als Jesus und die Jünger nach Kafarnaum kamen, gingen die Männer, die die Tempelsteuer einzogen, zu Petrus und fragten: Zahlt euer Meister die Doppeldrachme nicht?

Er antwortete: Doch! Als er dann ins Haus hineinging, kam ihm Jesus mit der Frage zuvor: Was meinst du, Simon, von wem erheben die Könige dieser Welt Zölle und Steuern? Von ihren eigenen Söhnen oder von den anderen Leuten?

Als Petrus antwortete: Von den anderen!, sagte Jesus zu ihm: Also sind die Söhne frei.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Menschensohn
ist gekommen, um zu dienen,
wer groß sein will,
mache sich zum Diener aller.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Evangelist merkt an, dass Jesus mit den Jüngern noch immer in Galiläa ist. Vielleicht war er im Begriff, sich auf den Weg nach Jerusalem zu machen, und so sagt er den Jüngern zum zweiten Mal (zum ersten Mal tat er dies in Kapitel 16, Vers 21), was ihn in Jerusalem erwartet: Er wird den Führern des Volkes ausgeliefert und getötet werden, aber dann wird er auferstehen. Wieder sind die Jünger bestürzt. Sie haben wirklich Mühe, den Gedanken eines leidenden Messias anzunehmen, obwohl Jesu Prophezeiung auch die Ankündigung der Auferstehung enthält. Diese Mühe kennen auch wir gut. Wie oft treffen wir beim Zuhören eine Auswahl und hören vielleicht nur auf das, was wir wollen, ohne uns von dem Wort aufnehmen zu lassen, das uns verkündet wird! Doch der Herr geht weiter mit uns, wie er es auch mit den Jüngern von damals tat. Das, woran die Jünger wirklich Anstoß nehmen, ist Jesu Schwäche. Als Jesus und die Jünger nun nach Kafarnaum kommen, gehen einige Steuereintreiber zu Petrus, und fragen ihn, ob Jesus die vorgeschriebene Tempelsteuer bezahlen wird. Es handelt sich nicht um die Abgabe an den Kaiser, sondern um die Abgabe, die jeder Israelit für den Unterhalt des Tempels geben musste. Obwohl Jesus „größer ist als der Tempel“ (12,6), weigert er sich nicht und trägt Petrus auf, eine Angel zu nehmen und aus dem Maul eines gefangenen Fisches eine Silbermünze für den Tempel zu nehmen. Jesus wollte keinen Anstoß erregen, und wie sonst auch beansprucht er keine Rechte und Privilegien, auch wenn sie ihm zugestanden hätten. Er will die Menschen ermutigen und keinen Anstoß erregen. Deshalb handelt er auch nicht so, wie er es eigentlich hätte tun können. Den Korinthern, die ihm entgegenhielten „Alles ist erlaubt“ antwortet Paulus ganz in diesem Sinne „'Alles ist erlaubt' – aber nicht alles baut auf. Denkt dabei nicht an euch selbst, sondern an die anderen“ (1 Kor 10,23–24). Die erste Sorge Jesu ist es, die zu versammeln und zu behüten, die der Vater ihm anvertraut hat. Deshalb achtet er sorgfältig darauf, alles zu beseitigen, was unnötiges Ärgernis hervorrufen kann. Solch eine Weisheit erfordert eine große innere Disziplin, besonders von denen, die pastorale Verantwortung tragen. Man darf nicht dem Instinkt zum impulsiven und unüberlegten Handeln nachgeben. Vielmehr zeigt der Herr uns immer wieder, dass die wahre Weisheit darin besteht, den geistlichen Tempel aufzubauen, der die christliche Gemeinschaft ist.


11/08/2014
Gedenken an die Armen


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