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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom

Gedenken an die Terroranschläge von 2001 in den USA. Gedenken an die Opfer von Terrorismus und Gewalt und Gebet für den Frieden.


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ich bin der gute Hirte,
meine Schafe hören auf meine Stimme,
und sie werden
eine einzige Herde sein.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Evangelium nach Lukas 6,27-38

Euch, die ihr mir zuhört, sage ich: Liebt eure Feinde; tut denen Gutes, die euch hassen.

Segnet die, die euch verfluchen; betet für die, die euch mißhandeln.

Dem, der dich auf die eine Wange schlägt, halt auch die andere hin, und dem, der dir den Mantel wegnimmt, laß auch das Hemd.

Gib jedem, der dich bittet; und wenn dir jemand etwas wegnimmt, verlang es nicht zurück.

Was ihr von anderen erwartet, das tut ebenso auch ihnen.

Wenn ihr nur die liebt, die euch lieben, welchen Dank erwartet ihr dafür? Auch die Sünder lieben die, von denen sie geliebt werden.

Und wenn ihr nur denen Gutes tut, die euch Gutes tun, welchen Dank erwartet ihr dafür? Das tun auch die Sünder.

Und wenn ihr nur denen etwas leiht, von denen ihr es zurückzubekommen hofft, welchen Dank erwartet ihr dafür? Auch die Sünder leihen Sündern in der Hoffnung, alles zurückzubekommen.

Ihr aber sollt eure Feinde lieben und sollt Gutes tun und leihen, auch wo ihr nichts dafür erhoffen könnt. Dann wird euer Lohn groß sein, und ihr werdet Söhne des Höchsten sein; denn auch er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen.

Seid barmherzig, wie es auch euer Vater ist!

Richtet nicht, dann werdet auch ihr nicht gerichtet werden. Verurteilt nicht, dann werdet auch ihr nicht verurteilt werden. Erlaßt einander die Schuld, dann wird auch euch die Schuld erlassen werden.

Gebt, dann wird auch euch gegeben werden. In reichem, vollem, gehäuftem, überfließendem Maß wird man euch beschenken; denn nach dem Maß, mit dem ihr meßt und zuteilt, wird auch euch zugeteilt werden.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ein neues Gebot gebe ich euch:
Liebet einander!

Halleluja, halleluja, halleluja.

Dieser Abschnitt enthält den zweiten Teil der Rede Jesu, die der Evangelist Lukas in der Ebene ansiedelt statt auf dem Berg wie bei Matthäus. Sprach Jesus im ersten Teil direkt zu den Jüngern, so wendet er sich jetzt an alle, „euch, die ihr mir zuhört“, und somit an die Menschenmenge der Armen und Kranken aus allen Gegenden (Lk 6,17–19). Niemand wird vom Evangelium und damit vom Weg des Heils und des Glücks ausgeschlossen, wie Jesus ihn verheißt. Alle verweist Jesus auf ein hohes und anspruchsvolles Ideal, das manchem vielleicht sogar unrealistisch erscheint. Er fordert eine Liebe, die alle Berechnungen und jede angebliche Vernunft übersteigt. Solche Worte wurden noch niemals ausgesprochen: „Liebt eure Feinde; tut denen Gutes, die euch hassen.“ Dieser Aufruf ist der Kultur dieser Welt wirklich fremd, und deshalb macht man sich auch oft darüber lustig. Es wird behauptet, dass die Worte zwar schön, aber unrealistisch seien. Doch nur in diesen Worten kann die Welt Heil finden. Nur durch sie entsteht die Motivation, Kriege zu beenden, und nur so erwachsen Initiativen zum Aufbau eines dauerhaften Friedens und Zusammenlebens unter den Menschen und Völkern. Für Jesus gibt es keine Feinde mehr, die zu hassen und zu bekämpfen wären. Für ihn und daher auch für jeden Jünger gibt es nur Schwestern und Brüder, die geliebt werden müssen, die vielleicht auch einmal Zurechtweisung benötigen, jedoch immer Anspruch auf Hilfe auf dem Weg zum Heil haben. Der eigentliche Grund für die Worte Jesu ist das einzigartige Vorbild Gottes, der an erster Stelle barmherzig und gütig zu allen ist, auch „gegen die Undankbaren und Bösen“. Das Ideal, das Jesus seinen Zuhörern vorschlägt, ist so hoch wie der Himmel, sodass er sagt: „Seid barmherzig, wie es auch euer Vater ist!“ Hier handelt es sich nicht um einen moralischen Aufruf, sondern um einen Lebensstil, der über unser Heil bestimmt. Mit diesem Aufruf verbindet er die sogenannte „Goldene Regel“: „Was ihr von anderen erwartet, das tut ebenso auch ihnen.“ Diese Regel existiert in allen Religionen und kann wirklich als roter Faden betrachtet werden, der die Beziehungen der Menschen und Völker eng miteinander verbindet. Je mehr dieses Bewusstsein vorhanden ist, umso schöner und friedlicher werden die Beziehungen sein. In der hier angestrebten Haltung wird das Gift der Selbstbezogenheit von Grund auf ausgemerzt, das zu Konflikten führt. Sie bewirkt die Bekehrung der Herzen und dadurch auch des Verhaltens und des ganzen Lebens. Neue Herzen bringen für alle neues Leben hervor. Deshalb fordert Jesus auf, nicht zu richten und nicht zu verurteilen, sondern zu vergeben und in „reichem, vollem, gehäuftem, überfließendem Maß“ zu geben. Wer sich so verhält, wird auch in demselben Maß empfangen.


11/09/2014
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