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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom

Gedenken an den heiligen Kirchenvater Hieronymus, der 420 in Betlehem starb. Er übersetzte die Bibel ins Lateinische. Beten wir dafür, dass die Stimme der Schrift in jeder Sprache gehört werde.


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Geist des Herren ruht auf dir,
der von dir geboren wird, wird heilig sein.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Evangelium nach Lukas 9,51-56

Als die Zeit herankam, in der er (in den Himmel) aufgenommen werden sollte, entschloß sich Jesus, nach Jerusalem zu gehen.

Und er schickte Boten vor sich her. Diese kamen in ein samaritisches Dorf und wollten eine Unterkunft für ihn besorgen.

Aber man nahm ihn nicht auf, weil er auf dem Weg nach Jerusalem war.

Als die Jünger Jakobus und Johannes das sahen, sagten sie: Herr, sollen wir befehlen, daß Feuer vom Himmel fällt und sie vernichtet?

Da wandte er sich um und wies sie zurecht.

Und sie gingen zusammen in ein anderes Dorf.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Hier sind, Herr, deine Diener,
uns geschehe nach deinem Wort.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Mit diesem Abschnitt leitet Lukas den zentralen Teil seines Evangeliums ein, den Weg Jesu mit seinen Jüngern nach Jerusalem, der mit seiner Himmelfahrt und seiner Rückkehr zum Vater endet. Bisher hatte sich Jesus ausschließlich in Galiläa aufgehalten. Aber er wusste, dass das Evangelium auch in Jerusalem, am zentralen Ort des Volkes Israel, verkündet werden musste, auch um den Preis seines Lebens. Die Jünger wollten ihn aufhalten, aber Jesus „entschloss sich“, in die Heilige Stadt zu ziehen. Der Evangelist will damit den entschiedenen Willen des Meisters unterstreichen. Er blieb nicht an den für ihn gewohnten und sicheren Orten, die Schutz vor der Gewalt der Feinde boten. Damit erlag er nicht der Versuchung, Ruhe in der eigenen gewohnten Umgebung zu suchen, wie dagegen viele von uns, während wir uns mit der Ausrede verteidigen, dass wir unsere Grenzen, unsere Diözese, unsere Pfarrei, unser Stadtviertel oder Ähnliches haben. Das Evangelium duldet keine Grenzen und kein provinzielles Denken, auch wenn es dadurch zu Schwierigkeiten und Auseinandersetzungen kommen kann. Papst Franziskus sagt wiederholt, dass das Evangelium auf den Straßen unterwegs sein und die menschlichen und existenziellen Ränder erreichen soll. Dorthin ist es gesandt, denn an diese Orte müssen Befreiung und Ermutigung gebracht werden. Schon zu Beginn seiner Predigt, ja sogar bereits vom Beginn seines Lebens an – man denke an die mörderische Gewalt des Herodes – stößt Jesus auf Feindschaft und Ablehnung. Doch nichts kann ihn aufhalten. Der Gehorsam gegenüber dem Vater und die Dringlichkeit der Verkündigung des Evangeliums der Liebe stellen den absoluten Primat in seinem Leben dar. Deshalb macht sich Jesus mit Entschiedenheit, indem er freiwillig und radikal Gott gehorcht, auf den Weg nach Jerusalem. Der Evangelist berichtet, dass er einige Jünger vorausschickt, um sein Kommen vorzubereiten. Die erste Etappe war ein Dorf in Samarien. Als die Jünger in das Dorf kommen, stoßen sie jedoch auf ausdrückliche Ablehnung der Samariter in diesem Ort. Sie wollten nicht, dass Jesus nach Jerusalem geht, so weit ging die Feindschaft zur jüdischen Hauptstadt. Jakobus und Johannes sind zu Recht verärgert und wollen das ganze Dorf vernichten. Jesus antwortete dagegen mit Liebe auf diese abweisende Haltung derer, die ihn nicht aufnehmen wollen. Nach den Worten des Evangelisten Lukas weist er den gewalttätigen Eifer der beiden Jünger streng zurecht. Wiederum wird in aller Klarheit der Blick des Evangeliums auf das Leben sichtbar, das Jesus uns vorschlägt. Für ihn gibt es keine Feinde, die zu bekämpfen oder zu vernichten wären, sondern nur Menschen, die geliebt und zu Schwestern und Brüdern werden sollen. Die Jünger sind gerufen, ihre Sendung fortzusetzen und die Herzen der Menschen vorzubereiten, damit sie den Herrn im Bewusstsein aufnehmen, dass er nicht den Tod des Sünders will, sondern seine Bekehrung und sein Leben.


30/09/2014
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