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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom

Gedenken an den Patriarchen Abraham. Gläubig zog er in ein ihm unbekanntes Land, das Gott ihm verheißen hatte. Aufgrund dieses Glaubens wird er von Juden, Christen und Muslimen „Vater der Gläubigen“ genannt.


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ich bin der gute Hirte,
meine Schafe hören auf meine Stimme,
und sie werden
eine einzige Herde sein.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Evangelium nach Lukas 11,5-13

Dann sagte er zu ihnen: Wenn einer von euch einen Freund hat und um Mitternacht zu ihm geht und sagt: Freund, leih mir drei Brote;

denn einer meiner Freunde, der auf Reisen ist, ist zu mir gekommen, und ich habe ihm nichts anzubieten!,

wird dann etwa der Mann drinnen antworten: Laß mich in Ruhe, die Tür ist schon verschlossen, und meine Kinder schlafen bei mir; ich kann nicht aufstehen und dir etwas geben?

Ich sage euch: Wenn er schon nicht deswegen aufsteht und ihm seine Bitte erfüllt, weil er sein Freund ist, so wird er doch wegen seiner Zudringlichkeit aufstehen und ihm geben, was er braucht.

Darum sage ich euch: Bittet, dann wird euch gegeben; sucht, dann werdet ihr finden; klopft an, dann wird euch geöffnet.

Denn wer bittet, der empfängt; wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird geöffnet.

Oder ist unter euch ein Vater, der seinem Sohn eine Schlange gibt, wenn er um einen Fisch bittet,

oder einen Skorpion, wenn er um ein Ei bittet?

Wenn nun schon ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gebt, was gut ist, wieviel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist denen geben, die ihn bitten.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ein neues Gebot gebe ich euch:
Liebet einander!

Halleluja, halleluja, halleluja.

Im gestrigen Evangelium hat Jesus uns das Gebet des Vaterunsers geschenkt. Es ist ein kostbarer Schatz, der seit zwanzig Jahrhunderten zum täglichen Begleiter des Gebetes der Christen geworden ist. Doch Jesus kennt die Zweifel der Jünger an der Nützlichkeit des Betens. Er kennt auch die Gefahr, dass das Vaterunser nur auf die Worte beschränkt bleibt. Daher möchte er die im Herzen der Jünger aufkommenden Zweifel beseitigen. Zudem gibt es kein Heil ohne Gebet. Deshalb muss das Gebet mit der Sicherheit verrichtet werden, dass uns der Vater im Himmel hört und erhört. Jesus weist darauf hin, dass die Jünger unbedingt mit Glauben und Inständigkeit beten sollen. Aus diesem Grund erzählt er zwei Gleichnisse. Das erste Gleichnis spricht von einem aufdringlichen Freund und ist gleichsam ein Kommentar zur vierten Bitte aus dem Vaterunser „gib uns täglich das Brot, das wir brauchen“. Damit scheint Jesus auch die Jünger auffordern zu wollen, bei der Bitte an den Vater aufdringlich zu sein. Die Jünger sollen wirklich inständig bitten: „Darum sage ich euch: Bittet, dann wird euch gegeben; sucht, dann werdet ihr finden; klopft an, dann wird euch geöffnet“, sagt er zu den Jüngern. Er verspricht ihnen, dass sie dieselbe Erfahrung machen werden wie im Gleichnis. Ein inständiges Gebet zwingt Gott gewissermaßen dazu, aufzustehen und unsere Bitte zu erfüllen. Im zweiten Gleichnis sagt Jesus, dass Gott nicht nur antwortet, sondern seinen Kindern immer Gutes gibt. Er erhört die Menschen immer, wenn sie sich vertrauensvoll an ihn wenden. Das Gebet eines Kindes, das sich vollkommen dem Vater anvertraut, hat wirklich eine unglaubliche Macht und bewirkt, dass Gott uns antworten muss. In der gesamten Tradition der Kirche gehört daher das inständige Gebet zum unverzichtbaren Grundpfeiler des spirituellen Lebens. Auch durch die entfremdenden Rhythmen des heutigen Lebens tun wir uns leider schwer mit dem Beten und sind besonders beim gemeinsamen Gebet nicht ausdauernd. Nicht selten ist unser Vertrauen wirklich begrenzt. Lassen wir unser Herz von diesem Evangelium berühren, dann werden wir die Kraft und die Wirksamkeit des Gebetes in unserem Leben und im Leben derer entdecken, für die wir beten. Das Gebet rettet das Leben. Daher ist es entscheidend, dass wir täglich die Zeit finden, uns an Gott zu wenden und uns selbst und die Welt zu ihm zu bringen, damit er eingreift und alle vom Bösen errettet. Das Gedenken an Abraham erinnert uns an seine Fürbitte, die Sodom vor der Vernichtung bewahren sollte. Durch seine Inständigkeit konnte er den Zorn Gottes über die Stadt abwenden (Gen 18,17–33). Sein Beispiel erinnert uns daran, wie wichtig das Gebet der Gläubigen nicht nur für sie selbst, sondern auch für die Welt ist, damit alle vom Bösen erlöst werden.


09/10/2014
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