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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom

Gedenken an den heiligen Papst Calixtus († 222). Er war ein Freund der Armen und gründete ein Gebetshaus, an dessen Stelle später die Kirche Santa Maria in Trastevere errichtet wurde.


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Geist des Herren ruht auf dir,
der von dir geboren wird, wird heilig sein.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Evangelium nach Lukas 11,37-41

Nach dieser Rede lud ein Pharisäer Jesus zum Essen ein. Jesus ging zu ihm und setzte sich zu Tisch.

Als der Pharisäer sah, daß er sich vor dem Essen nicht die Hände wusch, war er verwundert.

Da sagte der Herr zu ihm: O ihr Pharisäer! Ihr haltet zwar Becher und Teller außen sauber, innen aber seid ihr voll Raubgier und Bosheit.

Ihr Unverständigen! Hat nicht der, der das Äußere schuf, auch das Innere geschaffen?

Gebt lieber, was in den Schüsseln ist, den Armen, dann ist für euch alles rein.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Hier sind, Herr, deine Diener,
uns geschehe nach deinem Wort.

Halleluja, halleluja, halleluja.

In das Haus eines Pharisäers eingeladen, erfüllt Jesus nicht die rituellen Vorschriften vor dem Essen. Dieses Verhalten bringt ihm harsche Kritik ein. Als Jesus das hört, antwortet er dem Pharisäer, indem er die rituelle Frage auf eine andere Ebene überträgt, von der praktischen Ebene auf die Ebene des Herzens. Er erklärt, dass es im Leben der Menschen nicht auf ein korrektes äußeres Erscheinungsbild ankommt, sondern darauf, dass sie ein barmherziges Herz haben. In unserer Gesellschaft, die großen Wert auf das Erscheinungsbild legt, lenkt diese Evangelienstelle die Aufmerksamkeit auf das, was im Leben wirklich zählt. Denn im Inneren des Herzens wird über das Leben des Menschen und damit über sein Glück und Heil entschieden. Ist das Herz voller Bosheit, wird auch das Handeln entsprechend sein. Deshalb führt Jesus, ohne die Befolgung der rituellen Vorschriften zu verurteilen, den Grund für jedes menschliche Verhalten auf das Herz zurück. Es kommt darauf an, was im Herzen ist, und nicht auf das Erscheinungsbild. Das Erfüllen ritueller Vorschriften ist nutzlos, wenn man dabei die Gerechtigkeit vernachlässigt und sich von der Liebe entfernt. In dieser Hinsicht ist eine Vielzahl von Gesten und Taten nutzlos, wenn das Herz voller „Raubgier und Bosheit“ ist. Jesus fordert dazu auf, lieber das, was innen ist, den Armen zu geben, also der Welt die Liebe zu schenken, die in unsere Herzen ausgegossenen ist. Die unentgeltliche Liebe ist der wahre Reichtum, den jeder Gläubige von Gott in seinem Herzen empfängt. Als Jesus die Jünger aussendet, sagt er mit aller Deutlichkeit: „Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben“ (Mt 10,8). Die Unentgeltlichkeit der Liebe, die wir empfangen haben, zeigt sich vor allem deutlich, wenn wir uns den Armen zuwenden. Denn die Liebe zu den Armen ist eine Garantie für die Liebe. Mit Jesus beginnt die Zeit der Barmherzigkeit, eine Zeit der Gnade und der Fülle. Wenn wir barmherzig am anderen handeln, wenn wir großzügig in der Liebe zu den Mitmenschen sind, dann macht die Liebe das Herz nicht schwach. Sowohl der Geber als auch der Empfänger werden vielmehr bereichert. Der Reichtum des Jüngers besteht daher nicht in einer Vielzahl praktizierter Riten, sondern in einem barmherzigen und zur Liebe bereiten Herzen. Jesus trifft eine wichtige Aussage: Das Almosen macht rein. Heutzutage erleben wir leider zunehmend Vorschriften, die das Betteln verbieten und davon abschrecken, was manchmal leider sogar von Christen unterstützt wird. Die gesamte biblische Tradition mit dem Evangelium als ihrem Höhepunkt ruft die Christen zum Almosen auf, nicht weil es die sozialen Probleme löst, sondern weil es der erste Schritt der Liebe ist. Das Almosen zwingt dazu, den eigenen Blick von sich weg und auf die Bedürftigen hinzulenken und ihnen zumindest eine Kleinigkeit zu geben. Wehe, wenn das Herz an diesem ersten Schritt gehindert wird! Dann werden wir in unserem Egoismus verschlossen bleiben.


14/10/2014
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