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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das ist das Evangelium der Armen,
die Befreiung der Gefangenen,
das Augenlicht der Blinden,
die Freiheit der Unterdrückten.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Buch Jesaja 2,1-5

Das Wort, das Jesaja, der Sohn des Amoz, in einer Vision über Juda und Jerusalem gehört hat.

Am Ende der Tage wird es geschehen: Der Berg mit dem Haus des Herrn steht fest gegründet als höchster der Berge; er überragt alle Hügel. Zu ihm strömen alle Völker.

Viele Nationen machen sich auf den Weg. Sie sagen: Kommt, wir ziehen hinauf zum Berg des Herrn und zum Haus des Gottes Jakobs. Er zeige uns seine Wege, auf seinen Pfaden wollen wir gehen. Denn von Zion kommt die Weisung des Herrn, aus Jerusalem sein Wort.

Er spricht Recht im Streit der Völker, er weist viele Nationen zurecht. Dann schmieden sie Pflugscharen aus ihren Schwertern und Winzermesser aus ihren Lanzen. Man zieht nicht mehr das Schwert, Volk gegen Volk, und übt nicht mehr für den Krieg.

Ihr vom Haus Jakob, kommt, wir wollen unsere Wege gehen im Licht des Herrn.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Menschensohn
ist gekommen, um zu dienen,
wer groß sein will,
mache sich zum Diener aller.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Die erste Lesung in der Tagesliturgie der Adventszeit stammt vom Propheten Jesaja (bis zum Mittwoch der zweiten Adventwoche werden die ersten Lesungen aus Jesaja sein). Die Worte des Propheten sollen uns eine Hilfe sein, um die neuen Zeiten zu betrachten, welche durch die Ankunft des Messias anbrechen werden. Jesaja lebt in einer konfliktreichen Zeit (Hinweise hierauf finden wir in Kapitel 7 sowie in den Kapiteln 30 und 31). Doch der Herr drängt ihn, nicht zu resignieren und sich nicht von der schrecklichen Logik der Kriege, dem gewohnheitsmäßigen Drang zu ungerechten Bündnissen und der unbedingten Verfolgung eigener Interessen zu widerstehen. Während der Prophet an anderer Stelle zum Vertrauen auf den Schutz Gottes aufruft, lässt er hier die Vision eines unerwarteten Friedens in einer Zeit aufleuchten, die von Konflikten geprägt ist und in der das Volk in den egoistischen und gewalttätigen Ideen einer kleinen Welt gefangen ist. Angefangen von diesem ersten Tag des Advents stellt uns die Liturgie der Kirche das vor Augen, was am „Ende der Zeiten” geschehen wird. Der Prophet sagt: „Der Berg mit dem Haus des Herrn steht fest gegründet, als höchster der Berge … Zu ihm strömen alle Völker.” Dies ist die Vision von einer universalen Rettung, von der niemand ausgeschlossen ist. Alle Völker werden angezogen sein – nicht gezwungen, sondern eben angezogen – von der Kraft der Weisheit, die vom Herrn ausströmt. Der Prophet sagt weiter: „Denn von Zion kommt die Weisung des Herrn, aus Jerusalem sein Wort.” Diese Weisheit verändert das Herz jener Menschen und Völker, die auf sie hören, und es wird eine Zeit des Friedens unter allen anbrechen: „Dann schmieden sie Pflugscharen aus ihren Schwertern und Winzermesser aus ihren Lanzen.” Während wir die ersten Schritte im Advent gehen, weisen uns die Worte des Propheten bereits auf die Vision der Rettung hin, die Jesus mitten unter den Menschen zur Erfüllung bringen wird, und wer diese Vision aufnimmt, beginnt schon heute, sie zu leben. So können wir schon auf den ersten Schritten hin zu Weihnachten etwas von dem kosten, was wir in Fülle leben werden.


01/12/2014
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